Donnerstag, 22. November 2012

Strohwitwer

Bald habe ich für ein paar Tage sturmfreie Bude. Die zweitbeste Ehefrau von allen und ein Teil der Mädels haben wie jedes Jahr auf dem Oriental Festival of Europe in Duisburg ein paar viele Workshops gebucht, an denen sie über mehrere Tage teilnehmen werden. Extra immer wieder nach Hause fahren ist keine Option, also wird vor Ort übernachtet und ich kann mich als Strohwitwer betätigen. Früher habe ich zu solchen Gelegenheiten als Symbol der Freiheit und Unabhängigkeit meiner selbst immer eine schmutzige Socke an die Wohnzimmerlampe gehängt, aber irgendwie ist diese schöne Tradition untergegangen. Dies bedarf einer Änderung.

Zur Zeit bin ich dabei, den Einkaufszettel für die Zeit meines Strohwitwerdaseins vorzubereiten, was natürlich bedeutet, auch den Speiseplan aufzustellen. Idealerweise koche ich dann natürlich all jene Dinge, welche meine Angetraute nicht mag. Im Moment weiß ich noch nicht, was da so rauskommt, aber die Rezeptesammlung gibt einiges her. Dummerweise habe ich keine extra Abteilung eingerichtet, in die alle Rezepte gelangen, welche das zur Zeit benötigte Hauptkriterium erfüllen.

Doof ist auch,  allerdings eher generell und nicht aufgrund des bevorstehenden Anlasses, daß in so vielen Rezepten Knoblauch enthalten ist. Damit wir uns nicht missverstehen: Ich liebe Knoblauch, aber nur, wenn ich ihn selbst gegessen habe. Und dann gerne reichlich bemessen.  Ansonsten aber eher weniger, insbesondere dann, wenn meine Mitmenschen ihn gegessen haben und ich nicht.

In den Siebzigern war es tatsächlich noch so, daß unsere süd- und südosteuropäischen Mitbewohner (noch die erste Zuwanderergeneration und ihre Kinder) aus allen Löchern nach Knoblauch rochen, während das für den eher deutschstämmigen Teil der Einwohnerschaft dieses unseren Landes noch eine exotische Pflanze war. Zumindest wüsste ich nicht, wann bei uns zu Hause erstmals Knoblauch den Weg ins Essen gefunden hat. Gut, es gab dann die ersten Gyrosteller in den Imbissbuden, und gelegentlich wurde man auch im jugoslawischen Restaurant damit konfrontiert, aber exotisch war exotisch. Demzufolge fielen die Türken besonders auf. Und in der Nachbarschaft von Pütt und Thyssen Edelstahl gab es nicht eben wenige Zuwanderer aus den besagten Landstrichen.

Aufgrund dieser Erfahrung  und Prägung von Kindesbeinen an nehme ich meistens entsprechend viel Rücksicht auf meine Umgebung. Von daher fällt die Zeit von Sonntag bis Donnerstag schon mal generell aus der Knoblauchverwendung raus. Freitags geht das auch nicht, weil die zweitbeste Ehefrau von allen samstags zur Trainerschule geht und sich eine Knoblauchfahne entsprechend schlecht machen würde. Bleibt der Samstag, doch meistens ist Sonntag mein Sporttag. Auch schlecht.

Und jetzt, im Urlaub? Keine freie Bahn ohne vorherige Planung. Im Regelfall bin ich im Urlaub jeden zweiten, spätestens aber am dritten Tag beim Sport. Wieder nichts. Also stehen nur noch die Tage dazwischen zur Verfügung. Wenn nicht gerade was anderes dagegen spricht. Mal sehen, ob ich da was hinbekomme. Man kann sich das Leben auch schwer machen…

Insgesamt sieht es in der Rubrik „Gruß aus der Küche“ im Moment ja etwas trostlos aus. Gekocht wird hier schon, und auch die Fotos werden nicht vergessen, wenn wir der Meinung sind, daß es sich lohnen könnte, das Rezept weiterzugeben. Doch irgendwie fehlt mir im Moment das gewisse Etwas, das ich brauche, um einen Klecks mehr auf das virtuelle Papier zu bringen als nur die schnöde Beschreibung der Zubereitung. Ich hoffe, daß sich das wieder findet. Denn hier lagern noch so viele Stichworte auch zu anderen Themen, zu denen ich mich noch auslassen wollte, daß es schade wäre, die umkommen zu lassen. Zumindest aus meiner Sicht.



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