Samstag, 14. Juli 2018

Brutales Weib

Raissa, Trudi und ich arbeiteten brüteten vor Hitze in unserem kleinen gemütlichen Büro, welches nicht umsonst als Höhle im Schicksalsberg bezeichnet wird, vor uns hin, als mich eine Nachricht der zweitbesten Ehefrau von allen erreichte.

Ich nahm das Nachrichten-aller-Art-Empfangsgerät in die Hand und warf einen Blick drauf. Oh, ein Foto. Sie hatte sich etwas auf dem Rückweg vom Physiotherapeuten gegönnt  Dem Vernehmen nach geschieht dies immer, wenn sie einen Parkplatz in der Nähe des ganz bestimmten zur feilgebotenen Ware zugehörigen Ladenlokales findet. Muß sie anlässlich des Besuches beim Physiotherapeuten woanders parken, verkneift die zweitbeste Ehefrau von allen sich den Erwerb. Ein reiner psychologischer Trick, der nichts mit Lauffaulheit zu tun hat.

Es war ganz offenkundig, wo sie dieses Mal einen Parkplatz gefunden hatte. Denn das Bild war in seinem Ergebnis eindeutig.









Na toll, das ist genau das, was ich bei Innenraumtemperaturen um 27 Grad sehen will. Aber in natura vor mir stehend und alleine für mich bestimmt!


PS: Die in Frage kommende Eisdiele hat aber auch geniale Sorten. Unter anderem Zartbitter-Schokoladeneis. Alternativ auch mal einfach die Sorte Dunkle Schokolade. Da könnte ich mich reinlegen.


PPS: Das Wort Nachhaltig auf dem Becher beschreibt letztendlich zwei Tatbestände. Zunächst das anhaltende Wachstum des Hüftspecks aufgrund des Verzehrs des vorgesehenen Inhaltes. Dann aber ebenfalls die biologische Abbaubarkeit des geleerten Bechers. Auch nicht verkehrt.





Freitag, 13. Juli 2018

Der Hein

Frl. Hasenclever zeigte sich verschnupft. Nicht im übertragenen Sinne, sondern eher tatsächlich. Dazu gab es auch noch einen Husten im Angebot. Und da Führungskräfte des Hauses nach der üblichen Doktrin nicht krank zu sein haben, es sei denn, sie stehen bereits mit anderthalb Beinen im Grab, während die verbliebene letzte Beinhälfte schon einem fortgeschritteneren Zustand der Verwesung unterliegt, erschien sie natürlich im Büro. Genauso wie Frau Schubert, welche vergleichbare Symptome offenbarte. Also jetzt nicht ein halbes verwesendes Bein. Die anderen.

Im Rahmen einiger Treffen schien Frl. Hasenclever mit mir Körperflüssigkeiten ausgetauscht, diese zumindest aber einseitig in meine Richtung auf den Weg gebracht zu haben. Scheint nicht so toll gewesen zu sein, denn dann könnte ich mich wohl etwas konkreter daran erinnern. Jedenfalls zeigte sich bei mir ein eindeutiges Ergebnis. Schwanger. Husten, gefolgt von einem leichten Laufen der Nase. Und das gegen Ende der Genesungsphase nach der Lungenentzündung. Ich bin restlos begeistert.

Ein paar Tage schleppte ich mich durch, bis ich mich doch dazu entschloss, daß zwei Tage Ruhe zu Hause vielleicht doch nicht das Allerverkehrteste sein könnten. Tja. Muß die Altersweisheit sein. Schließlich stehe ich mittlerweile auch im sechsten Lebensjahrzehnt. Das muß ja irgendwelche Vorteile haben.

Nachdem ich meine Erkenntnis nächtens entsprechend erlangt und akzeptiert hatte, stand ich um 2.36 Uhr auf, um gewisse dringliche Verrichtungen vorzunehmen. Die zweitbeste Ehefrau von allen werkelte noch im Wohnzimmer an ihrem Laptop. Um morgendlichen Irritationen vorzubeugen erklärte ich ihr, daß ich mich für die nächsten zwei Tage aus dem Bürodienst zurückziehen werde.

„Gute Idee!“

Die zugehörige Stimmlage vermag ich hier und jetzt nicht in Worte zu fassen. Ich verschwand wieder in mein Bett.

Meine ersten Versuche, die Kernaussage meiner Erkenntnis ab 6.45 Uhr fernmündlich an den Mann respektive die Frau zu bringen, scheiterten. Dies war insofern wenig überraschend, als daß Frl. Hasenclever nicht so beständig zu eher festen Uhrzeiten im Büro erscheint, sondern den morgendlichen Gleitzeitrahmen durchaus unterschiedlich auszureizen pflegte.

Nach meinem vierten vergeblichen Kontaktversuch schickte ich per Messenger Dienst eine Nachricht an Sven, welcher in der Vorhersehbarkeit seiner Ankunftszeiten eher so ein beständiger Typ ist wie ich.

„Moin. Treibt sich die Fachbereichsleitung irgendwo herum oder ist sie noch nicht da?“

Nach einiger Zeit erreichte mich die Antwort.

„Jetzt ist sie da und in ihrem Büro.“

Noch während ich die Rufnummer zwecks fernmündlicher Kontaktaufnahme über das Festnetz in das Sprechgerät eintippte, meldete das Smartphone einen weiteren Nachrichteneingang. Frl. Hasenclever!

„Ich bin jetzt da. Geht es Ihnen gut?“

Die fernmündliche Verbindung kam Augenblicke später zu Stande. Ich wartete ab, bis Frl. Hasenclever ihre Grußformel runtergebet hatte, und krächzte los.

„Natürlich geht es mir nicht gut, sonst wäre ich ja auch da.“

„Oh, das tut mir Leid. Sie hören sich übrigens an wie Heintje im Stimmbruch.“

Aas!



PS: Und für all jene, die nicht die schwere Kindheit hatten wie ich und vor gewissem Unbill verschont geblieben sind, hier eine Bildtonaufnahme des munteren Sangesburschen. 

Vor dem Stimmbruch.






PPS: Und nein, der Eintrag war jetzt nicht aus dem Archiv gekramt.


PPPS: Ja, ich habe einen Ohrwurm. Wenn auch mehr von diesem Lied, welches ich auf der Suche nach dem obigen Video ebenfalls gefunden habe.


PPPPS: Meine Kindheit war musikalisch gesehen echt schwer. Mein Vater hat sogar die Lieder von ABBA als Negermusik tituliert.






Mittwoch, 11. Juli 2018

Beschäftigungslos?

Sofern jemand einen langhaarigen Bombenleger auf Beschäftigungssuche kennt...


Ja, die Beiträge hier sind gerade etwas wenig umfangreich bemessen. Sehe ich auch so. Aber für die Langversion sind die aktuellen Ereignisse gerade aus verschiedenen Gründen nicht tauglich bzw. die (andere) Geschichte ist noch nicht soweit, daß sie zu Ende erzählt werden kann.

Vielleicht sollte ich mal etwas im unveröffentlichten Archiv kramen und gucken, was sich da noch findet. Etwas Sonnenlicht kann den auf Reserve liegenden Geschichten ja auch nicht schaden, oder?



Dienstag, 10. Juli 2018

Masken

Er kommt rein und fragt etwas. Freundlich und korrekt.

Ich antworte. Freundlich und korrekt.

Wir beide wissen, daß wir uns in diesem Moment nur verstellen. Wir wissen auch, daß der Gegenüber es genauso macht.

Menschen unter sich.




Montag, 9. Juli 2018

Es hat begonnen

Das Ableben der Elterngeneration hat begonnen. Meine Tante, die Schwester meiner Mutter. Am Freitag. Es besteht kein Zusammenhang zum vorherigen Blogeintrag. Es war nur die Gelegenheit, Informationen auszutauschen, aus dem sich wieder was ergeben hat.

Das Ganze war eher überraschend, man hatte als ersten Kandidaten eine andere Tante, die getrennt lebende Ehefrau des Bruders meiner Mutter auf dem Schirm.Hier wird es auch nicht mehr lange dauern.

Den letzten Kontakt zu den Angehörigen der erweiterten Familie hatte ich im Jahr 2000 oder 2001. So genau lässt es sich nicht mehr eingrenzen.

Ich bin kein Familienmensch, so daß es mir tatsächlich nicht nahe geht. Dennoch gibt es zu denken.