Samstag, 3. November 2012

Gruß aus der Küche - Ajvar-Suppe

Die zweitbeste Ehefrau von allen kämpft gerade gegen eine Erkältung an. Was hilft da mehr als eine gute Hühnersuppe? Wahrscheinlich nichts, aber totes Huhn war bei uns gerade nicht vorrätig. Außerdem wollte ich mich mal wieder selbst in der Küche austoben, und wir haben eine strickte Arbeitsteilung: Hühner- und Kürbissuppen fallen produktionstechnisch in ihr Ressort, Rindfleischsuppen und Bolognese-Soßen in meines.


Nachdem sich die Sache mit der Hühnersuppe also erledigt hatte, bleibt nur das, was am zweitbesten gegen Erkältung hilft: Schwitzen. Das äußere Hitzegefühl lässt sich ohne Probleme durch passende Kleidung, Wolldecken und sowohl wassergefüllten nur temporär wärmenden Normal- als auch in Fellüberzug befindlichen dauernd wärmenden Vollbio-Wärmeflaschen herstellen. Wobei sich mir gerade wieder die alte Erkenntnis aufdrängt, die ich schon voller Staunen vor fast 40 Jahren meiner Oma mitgeteilt habe. Denn bei den fellbezogenen dauernd wärmenden Vollbio-Wärmeflaschen gibt es immer den erstaunlichen Effekt, daß genau da, wo sich die Löcher im Fell befinden, auch die Augen sind.

Da äußere Wärme aber alleine nicht im heldenhaften Kampf gegen eine Erkältung ausreicht, muß an der inneren Wärme gearbeitet werden. Einfacher gestrickte Naturen verwenden dazu warmes Bier, wir etwas komplexer gestalteten Amateur-Köche stellen zum Erzielen des gleichen Effekts eine scharfe Suppe her. Ich versuchte mich also erstmals an einer Ajvar-Suppe.

Vor der Zubereitung der Ajvar-Suppe möchte ich darauf hinweisen, daß es zwar nicht zwingend erforderlich aber im Einzelfall geraten sein kann, das im Gruß aus der Küche „Viele-Dosen-Topf“ hinlänglich beschriebene weiße T-Shirt wieder rauszukramen und anzuziehen. Das Gefährdungsrisiko scheint mir aber geringer zu sein als beim Viele-Dosen-Topf.

Zunächst habe ich 1 kg Hackfleisch und Zwiebeln vom Volumen einer großen Gemüsezwiebel in einem Topf gebraten. Anschließend gab ich den Inhalt von einem Glas scharfen Ajvar (350 g) und zunächst einer halben Flasche Chili-Sauce (Standardgröße Grillsaucenflasche 250 ml) hinzu. Nachdem ich alles gut verrührte hatte, löschte ich mit einem Liter Wasser ab und gab zwei Portionspackungen Rindfleischbrühenkonzentrat der Marke Bouillon pur hinzu. Instantpulver wird auch funktionieren. Ideal wäre eine echte Fleischbrühe, aber ich kann mich nicht überwinden, eine einmal gekochte leckere Brühe für so eine Suppe oder ähnliches weiterzuverwenden. Das ist mir echt zu schade.

Zum Abschluss wurden als besondere Würzmischung 400 g Kräuterschmelzkäse in der Suppe versenkt. Das erste Abschmecken ergab, daß die angedrohte aber begehrte Schärfe nicht wirklich vorhanden war, was mich dazu veranlasste, den Rest der Chilisauce ebenfalls in die Suppe zu schütten. So schmeckte das schon ganz gut, sollte aber dennoch eine halbe Stunde weiter köcheln.

Auf dem Teller wurde die Suppe von meiner Angetrauten mit Chili-Flocken weiter nachgeschärft. Auch ich fand sie immer noch nicht scharf, sondern eher pikant, was mir aber ausreichte. Die Schärfe und das leicht Bittere des Ajvar werden vom Schmelzkäse gut neutralisiert. Wer mag, kann noch einen Klecks Schmand oder saure Sahne auf den Teller geben. Wir haben dazu warmes Brot gegessen.

Prädikat: Lecker und schnell gemacht.

Und hier die Zutatenliste:

1 kg Hackfleisch nach Wahl
1 große Zwiebel
1 Glas scharfen Ajvar
1 Flasche Chilisauce nach Wahl
400 g Kräuterschmelzkäse
1 Liter Fleischbrühe (instant)
1 Becher Schmand oder saure Sahne

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