Montag, 5. November 2012

Backstage-Erzählungen (1)

Vor Monaten, noch im Frühstadium der Planungen zur Show, wurde ich gefragt, ob ich wieder die Moderation übernehmen könne. Gut, da ich gerade nichts Besseres vorhatte und ohnehin an dem Abend anwesend sein würde, kam ich nicht umhin zuzusagen. Schon der erste Orientalische Abend, den Alexandra mit ihren Mädels seinerzeit noch in Rajivs ehemaligen Studio Elan veranstaltet hat, wurde von mir moderiert. So konnte ich abschätzen, was da auf mich zukommen würde. Das Sprechen vor Menschen bereitet mir an sich keine Probleme; da kann ich auf einen doch nennenswerten Erfahrungsschatz aus im Dienste meines Brötchengebers geleisteten Tätigkeiten als Dozent und Multiplikator sowie als Redner im Rahmen von Vortragsveranstaltungen zurückgreifen. Und auch aus früheren, noch schulischen Aktivitäten hatte ich eine gewisse Bühnenerfahrung als Autor, Akteur und Moderator im Rahmen diverser Veranstaltungen erlangen können.

Während sich die Moderation im Rahmen des ersten Orientalischen Abends im Wesentlichen auf die Ankündigung der nächsten Nummern und der Vermittlung von einigen Informationen zu Tänzen und Programmablauf beschränkte, ging der Trend bei der geplanten Show doch dahin, etwas mehr daraus zu machen. Die Mädels meinten, mich in ein – vermutlich – ägyptisch angehauchtes Kleidungsstück stecken zu wollen, und damit verbot es sich für mich automatisch, nur eine Schmalspurmoderation anzubieten. Also ging es daran, in irgendeiner Form eine lockere Rahmenhandlung zu entwickeln, ohne diese jedoch zu sehr in den Vordergrund zu stellen.

Anlässlich eines Kennenlerntreffens einiger Teilnehmer kam es zur Idee des Auftritts mit meiner „eifersüchtigen Verlobten“. Da mein Konzept bereits in Richtung des Paschas mit seinem Harem tendierte, passte das natürlich hervorragend und wurde von mir entsprechend angepasst und fortgeführt.

Ich hatte einige Gags geschrieben, zu denen ich auch Requisiten benötigen würde, vor allen Dingen einen Krummsäbel, einen Hut, eventuell Flügelchen und ein Nudelholz, doch zeigte sich, daß der dann erforderliche Einsatz eines Headsets als Mikrofon bei den Bedingungen vor Ort keine sichere Übertragung ermöglichte und ich ein Handmikrofon nutzen müsste. Damit war die Verwendung der Requisiten – mit Ausnahme des Nudelholzes, mit dem mich die Tänzerinnen zuweilen ermahnen sollten, nicht so viel herumzuquatschen sondern die nächste Nummer anzusagen – vom Tisch. Wenn ich moderiere, verwende ich auf der Bühne Moderationskarten mit Stichworten und Hinweisen. Also ist die linke Hand schon in Gebrauch. Die rechte Hand muss das Mikrofon halten, und mehr Hände konnte man mir nicht zur Verfügung stellen. Was blieb mir anderes übrig, als den Moderationstext umzuschreiben? Es sollte nicht das letzte Mal sein, und ich verrate nicht zu viel wenn ich jetzt schon sage, daß sich bis zum Abend der Show insgesamt acht Textvarianten ergeben haben. Dazu kam natürlich diejenige, die ich wirklich gebracht habe, denn ich lerne diese Texte nicht auswendig, sondern verwende sie nur als roten Faden und improvisiere noch etwas. Das dürfte natürlicher rüberkommen.

Wird fortgesetzt…


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