Dienstag, 6. November 2012

Nieserchen

Also mal ehrlich, ich kann ja ein Arsch sein. Natürlich nicht mit Absicht oder gar aus niederen Beweggründen. Zumindest aus meiner Sicht, die natürlich rein von menschlichem Verstand und somit objektiv und ausgewogen geprägt ist. Aus der subjektiven Sicht von unserer Katze Lilly sieht das anders aus. Ganz anders.

Lilly hat eine Eigenart, die man bei der einen oder anderen Katze schon mal findet. Sie schläft gerne. Sie macht ihr Morgenschläfchen, ihr zweites Morgenschläfchen, gefolgt von dem Später-Morgenschläfchen, welches fast nahtlos in das Früher-Vormittagsschläfchen übergeht. Die weiteren Schlaf-Abfolgen überlasse ich der Phantasie des geneigten Lesers.


Jetzt kommt es schon mal vor, daß der Papa, welcher in der hiesigen Familienkonstellation ich bin, ein Nieserchen ablässt. Üblicherweise eher dezent, aber auch schon mal überraschend und ungebremst. Doch ist es für das nachfolgende Geschehen vollkommen unerheblich, welche der verschiedenen möglichen Variationen gerade durch mich zum Besten gegeben werden, das Ergebnis ist immer gleich: Lilly springt auf und verlässt mit ausgiebigem Meckern des Raum.

Es gibt sogar noch eine Steigerungsform. Die Rückenlehnenkissen unseres von der zweitbesten Ehefrau von allen persönlich geplanten und von einem fleißigen Handwerker als Einzelanfertigung gebauten Sofas, von uns und unserem Handwerker liebevoll „das Monster“ genannt, sind einer der bevorzugten Schlafplätze unserer Katzenbande. Hat Lilly ihre mehr oder weniger verdiente Ruheposition auf einem dieser Kissen eingenommen und gebe ich dann ausnahmsweise einen ungebremsten Nieser von mir, meint der unbefangene Beobachter, sie sei auf der abgewandten Seite runterplumpst. Tatsächlich handelt es sich wohl um eine panikartige Flucht mit dem üblichen folgenden anhaltenden Gemecker.

Dies hält sie nicht davon ab, zeitnah wieder den alten oder einem diesem Ort nahegelagerten Platz einzunehmen, sich an mich zu kuscheln und mir abzunötigen, eine meiner gerade nicht in Gebrauch befindlichen und somit für den Moment ansonsten eher nutzlosen Hände auf sie zu legen und sie in irgend einer Form festzuhalten.

Ob sie jemals begreifen wird, warum wir sie während der vorangegangenen Meckerei jedes Mal auslachen? Besser nicht.



1 Kommentar:

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