Sonntag, 23. Dezember 2012

Weltuntergang

Alle reden vom Weltuntergang. Ich auch.

Die Welt ist gestern also doch nicht untergegangen. Dies fiel mir erstmalig auf, als ich heute Morgen so gegen 3.00 Uhr wieder wach in meinem Bett lag und über allen Unbill unserer Gegenwart nachdachte.

Ich wollte dem Weltuntergang noch eine Chance geben, denn schließlich war unser Planet noch nicht vollständig im Heute angekommen. Die Amerikaner hinken bekanntlich in vielen kulturellen Dingen dem zivilisierten Mitteleuropäer hinterher, so auch mit der Zeit. Also harrte ich weiter  der angekündigten Ereignisse, denn vielleicht war der Weltuntergang ja amerikanisch orientiert. Das sieht man ja auch immer in den einschlägig bekannten Filmen. Wenn es einen Weltuntergang gibt, findet der in Amerika, bevorzugt in New York, statt. Auch schon mal in Japan, obwohl er dort meistens von Godzilla aufgehalten werden kann.

So gegen 7.00 Uhr entschloss ich mich anzunehmen, daß die CIA, Godzilla und die X-Men ihren Job gemacht haben und der Weltuntergang wohl doch noch länger  auf sich warten ließe. Heute jedenfalls würde er nicht mehr stattfinden. Ich vermutete, daß die Maya keinen so läppischen Fehler begehen würden wie z. B. ein vergessenes Schaltjahr. Da ich keine Zeit hatte, auf den nächsten  mir bekannten Weltuntergang im Jahr 2076 zu warten, verließ ich schließlich meine heimelige Bettstatt.

Kurz überlegte ich, dem drohenden Ausfall des Großereignisses doch noch entgegenzuwirken, indem ich das Smartphone der zweitbesten Ehefrau von allen verstecke. Der sich damit anbahnende neuerliche Anlauf eines Weltunterganges hätte aber nur einen begrenzten Effekt gehabt. Genauer gesagt hätte er zunächst meine Angetraute und dann in Randzonen auch  mich erwischt. Unsere unmittelbare Nachbarschaft hätte dieses hochdramatische Ereignis wohl nicht mehr als solches wahrgenommen und auch diesen Weltuntergang anstandslos überstanden. Da mein Interesse an einem regional begrenzten Weltuntergang eher mäßig war, nahm ich von dem Gedanken wieder Abstand und beschloss, mich den Herausforderungen des Tages zu stellen.



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