Mein erster Weg führte mich zur Tankstelle. Ja, das war eine knappe Angelegenheit, aber nicht so knapp, daß ein akutes Risiko bestanden hätte, liegenzubleiben. Dann weiter zum Postkasten, meinen Brief einwerfen. Alles klar. Ab in die Spaßkasse, sich erinnern, die Parkscheibe vergessen zu haben, zurück zum Auto und das Vergessene nachholen, zurück zur Spaßkasse und bemerken, daß irgendwo ein Haufen Idioten nur darauf gewartet hat, aus ihren Verstecken zu springen und sich vor mir an dem Geldautomaten aufzustellen. Irgendwann war ich dran; die EC-Karte funktionierte immerhin tadellos. Fragt sich nur wie lange, denn bei mir haben die Dinger die Eigenschaft, trotz tadellosen Umgangs meinerseits mit ihnen vorzeitig bestimmte Dienste zu versagen.
Weiter ging es zum Doc. Mist, die Rezepte waren nicht vorbereitet, obwohl ich die vorbestellt hatte. Und der Doc selbst würde ungewöhnlicher Weise erst in einer Stunde ins Haus kommen. Deswegen war es in der Praxis auch so verdächtig leer. Die Sprechstundenhilfe konnte mir dennoch weiterhelfen, da es sich um eine Dauermedikation handelte. Allerdings wies sie mich darauf hin, daß mein Doc einen Vermerk hinterlassen hatte, nach der er mich nochmal untersuchen wollte und ein Termin zu vereinbaren sei. Ich sollte mich deswegen in Bälde nochmal melden, wenn sie wisse, was er alles mit mir vorhabe. Große Klasse, wahrscheinlich muß ich wieder so ein doofes 24 Stunden-Blutdruckmessgerät mit mir herumschleppen und auch wieder früh morgens zu Lasten meiner wertvollen Arbeitszeit seine Praxis aufsuchen. Passt mir ja so gar nicht.
In der Apotheke schließlich war es auch so richtig voll. Eine Mitarbeiterin hatte schon ihre Jacke an, um Feierabend zu machen, entschied sich jedoch dankenswerterweise dagegen und bediente weiter. Natürlich waren meine Medikamente nicht alle vorrätig, und auch die Umsetzung der Wünsche meiner Angetrauten zeigte sich jetzt nicht ganz so problemlos.
Und jetzt noch einkaufen? Montagnachmittag zur Feierabendzeit? Der Blick auf die Parkplätze zeigte mir genug. Ab nach Hause, einkaufen kann ich auch noch morgen Vormittag. Wenn ich wieder so eine Nacht habe wie von Sonntag auf Montag, verzichte ich auf den Sport, das steht mein Kreislauf nicht durch, aber einkaufen wird gehen. Um diese Uhrzeit ist es ruhig und weitgehend friedlich.
Gegen 18 Uhr wieder in der heimischen Wohnung stand ich erst mal vor einer Hitzewand; meine Nasenschleimhäute schwollen in Windeseile an, das Kratzen im Hals meldete sich direkt und ich bekam Hitzewallungen. Die Wohnung war für meinen Geschmack und nach meinen Wegen durch die Kälte bei zu geringer Luftfeuchtigkeit deutlich überheizt. Der Regler des Thermostates stand auf 26 Grad, wobei die zweitbeste Ehefrau von allen später jegliche diesbezügliche Intervention Ihrerseits verneinte. Vielleicht ist jemand von uns zufällig daran gestoßen und hat ihn verstellt. Normalerweise steht er hier auf höchstens 22 Grad, während meiner Strohwitwerzeit hatte ich ihn noch deutlich weiter runtergedreht, und in den späten Vormittags- bis frühen Nachmittagsstunden ist die Heizung hier ganz aus und das Fenster offen.
Mein Beutezug in der Apotheke war auch nicht zu Frauchens Zufriedenheit, aber wenigstens war das nicht meine Schuld.
(Ende)
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