Dienstag, 4. Dezember 2012

Urlaubsfahrt (4)

Gegen 14 Uhr versuchten wir den Start des Motors unter Zuhilfenahme unserer Neuerwerbung. Alles klappte reibungslos, die Maschine war sofort da. Und auch meine Angetraute  hatte so etwas wie Stimme wiedergewonnen. Der nächste Punkt der Tagesordnung war klar: Die Batterie musste durch eine längere Fahrt wieder aufgeladen werden. Ich machte mich auf den Weg, um eine schöne Spritztour über die Autobahn in Richtung der nächstgelegenen Großstadt zu machen. Noch bevor ich die Autobahnauffahrt erreicht hatte, klingelte das Handy, brach aber nach dreimaliger Lautabgabe ab. Akku leer. Wer mich da angerufen haben könnte, war eindeutig. Das konnte nur meine Angetraute gewesen sein, denn sonst ruft mich niemand auf dem Teil an. Außer meinen Schwiegereltern, wenn sie ihre Tochter nicht erreichen können. Aber das Risiko bestand gerade nicht. Also wenden und wieder zurückfahren.

Zu Hause angekommen konnte ich nur den Proll rauslassen und sie mit kurzem Hupen über mein Erscheinen informieren. Den Motor wollte ich noch nicht abstellen, und mit laufendem Motor konnte ich den Wagen auch nicht im Carport lassen. Vor dem Haus für einen Moment allerdings schon. Blöderweise hat ein Gast des Hauses von gegenüber nicht folgerichtig erkannt, wozu die farbliche Abgrenzung eines ungefähr autoflächengroßen Rechtecks auf dem Bürgersteig dienlich sein könnte und seinen Wagen sehr großzügig in Richtung Straße abgestellt. So großzügig, daß eventueller Verkehr nicht mehr passieren konnte, wenn ich unseren Wagen vor unsere Eingangstür stelle. Also musste ich auf jeden Fall beim Wagen bleiben und konnte nur hoffen, daß meine Angetraute das Hupen richtig deutete. Hat sie und wies mich nochmal darauf hin, daß ich besser erst nach Hause käme anstatt einzukaufen, da sie nicht sicher war, ob die Batterie nur leer war oder gar kaputt. Ich konnte mich wieder auf die Reise begeben.

Natürlich lagen auch hier widrige Umstände vor. Meine Angetraute kam schließlich erst am Abend des Vortages aus Duisburg zurück. Der Tank war weitgehend leer, und es dauerte nicht lange, bis sich die entsprechende Warnlampe einschaltete. Nur noch für knapp 100 Kilometer Sprit! Tanken wäre aber auch ein Risiko gewesen, denn bei laufendem Motor kommt das nicht gut, und ich wage zu bezweifeln, ob die Aushilfen an den Tankstellenkassen mir im Falle des Falles, nämlich einer kaputten Batterie, hätten weiterhelfen können. Gibt es heute überhaupt noch ausgebildete Tankwarte, die auch bei technischen Pannen weiterhelfen können? Sind das nicht alles nur einfache Aushilfen, die von der Technik ungefähr so viel Ahnung haben wie ich?

So fuhr ich weiter, denn die geplante Streckenlänge würde die 100 km-Grenze nicht überschreiten.

(wird fortgesetzt)



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