Mittwoch, 27. Februar 2013

Busse, Blagen, Kinderwagen

Als ich heute nach Hause kam, stand die zweitbeste Ehefrau von allen in der Küchentür. Nachdem sie meine Anwesenheit bemerkte, bewegte sie die Lippen; Sie schien mir etwas sagen zu wollen. Doch ich hörte sie nicht. Also machte ich ihr verständlich, daß sie laut und deutlich sprechen müsse, da meine Ohren scheinbar eine hoffentlich nur temporäre Schädigung erlitten hatten. Wie kam es dazu?

Seit einigen Tagen lag hier ein Paket herum, welches darauf wartete, zwecks weiterer Beförderung zum örtlichen Postamt gebracht zu werden. Heute erbarmte ich mich und nahm es mit, um auf meinem Rückweg die entsprechenden Örtlichkeiten aufzusuchen. Ich wartete auf meinen Bus, eine Hand voll weiterer potentieller Busnutzer dümpelte sinnlos in der Gegend herum, als der Bus sich der Haltestelle näherte.

Wie aus heiterem Himmel füllte sich die freie Fläche zwischen mir und der sich öffnenden Bustür mit Unmengen kleiner, plärrender Etwasse, die mit ihren Taschen wild um sich schlagend das Gefährt befüllten. Nachdem die plärrenden Etwasse sich im Bus ausgebreitet hatten gelang es einigen Passagieren, selbigen durch die dafür vorgesehenen Öffnungen geordnet zu verlassen. Man war vereinzelt noch etwas zerzaust, aber das bleibt nicht aus, wenn man unmittelbar zuvor von einer Masse, wie sie die kleinen plärrenden Etwasse darstellten, überrannt worden ist. Die durch die unsachgemäß bewegten Schultaschen bei diesen unschuldigen Opfern verursachten blauen Flecken würden sicherlich auch wieder vergehen.

Ich setzte gerade an, die sichtbarste Präsenz meines irdischen Daseins ebenfalls in den Bus zu bewegen, als noch zwei Kinderwagenmuttis auftauchten und verzweifelt versuchten, der Teilgruppe der plärrenden Etwasse, die nicht schnell genug waren, die letzten freien Sitzplätze rechtzeitig vor der älteren Generation zu belegen, verständlich zu machen, daß sie bitte von der Tür wegrücken mögen, damit sie mit ihren Kinderwagen Platz bekämen. Natürlich war keines der plärrenden Etwasse bereit, auch nur einen Zentimeter des in Anspruch genommenen Platzes zu Gunsten der Kinderwagen freizuräumen, so daß die Muttis die plärrenden Etwasse mit sanftem Nachdruck in die freien Gänge zurückschoben. Es wurde sogar so geräumig, daß auch ich mich platzieren konnte. Drei Haltestellen später spülte mich eine unkontrollierte Woge plärrender Etwasse aus dem Bus, was durchaus in meine Gesamtplanung passte. Gegenüber dieser Haltestelle befindet sich nämlich unsere Post.

Relativ zügig wurde meinem Anliegen entsprochen, so daß ich mich wieder zur Haltestelle begeben konnte, um auf meinen Anschlussbus zu warten. Dieser wendet hier auf seiner Tour, so daß nicht mit einer Überfüllung zu rechnen war. Die Türen öffneten sich und eine kleinere Horde pubertierender Kreischemädchen ergoss sich auf den Bürgersteig. Ich stieg ein und wartete auf die Weiterfahrt. Diese verzögert sich an der Wendehaltestelle immer um ein paar Minuten, weil der Fahrer eine hier vorgesehene Pause einlegt.

Zu meinem größten Entsetzen stiegen die pubertierenden Kreischemädchen auch wieder ein und setzten sich hinter mich. Etwas später kam noch ein südosteuropäisch aussehender Bursche hinzu und setzte sich auf die Nachbarbank, während er pausenlos etwas in alttürkisch oder so in sein Handy brüllte. Wer auch immer am anderen Ende der Leitung war hatte keine Chance, irgendetwas zu entgegnen. Die Kreischemädchen erhielten zwischenzeitlich noch Verstärkung in Form einiger pubertierenden Grölejungs, welche sich als willkommene Opfer der Kreischemädchen erwiesen. Natürlich setzte man sich ebenfalls in meine Gegend, um kürzest möglichen Grölekontakt zu den Kreischemädchen aufbauen zu können.

Kurz vor meiner Zielhaltestelle nahm der Lärmpegel im Bus deutlich ab, bis mir die Ursache dafür bewusst wurde. Hierzu verweise ich auf meine eingangs dargelegten Ausführungen. Ich hoffe, das gibt sich wieder. Wie halten Eltern das nur aus?


1 Kommentar:

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