Samstag, 9. Februar 2013

Ungeziefer

Es ist ein hartes Leben, morgens der Erste im Büro zu sein. Überaus hart. Besonders an einem Montag. Die Tatsache, daß der Montag ein Montag ist, wiegt natürlich für sich betrachtet schon schwer genug, aber es gibt eine diesen Umstand zusätzlich erschwerende Komponente: Über das vorherige Wochenende waren die Bürofenster aus Gründen des Einbruchschutzes natürlich verschlossen. Dafür bringe sogar ich ein gewisses Maß an Verständnis auf.

Nun ist die Montagmorgen-Luft in einem verschlossenen Raum zwar atembar, bietet ansonsten aber wenig Anlass zur Begeisterung. War das vorherige Wochenende warm, hat sich auch noch ein gewisser Hitzestau aufgebaut. Also ist es unabdinglich, morgens als erste Maßnahme die Bürofenster aufzureißen und zu lüften. Da meckern noch nicht mal meine kälteempfindlichen Kolleginnen Mandy und Trudi, was aber durchaus auch daran liegen könnte, das selbige zumeist erst deutlich nach mir den Dienst aufnehmen.

In den nicht-winterlichen Monaten des Jahres ist es auch in unseren Breitengraden üblich, daß draußen allerlei Insekten herumwuseln, von denen sich zuweilen irgendein Exemplar durch das Licht oder andere Umstände angezogen in unser Büro verirrt. So auch dieses Mal. Und das Viehzeug weigert sich, die Räume nach dem Eintreffen von Mandy und Trudi wieder zu verlassen, was zu entsprechend ausgeprägten verbalen und nonverbalen Reaktionen führt, die sich in ihrer Gesamtheit als Missfallensäußerung über den ungebetenen Besuch zusammenfassen lassen.

In einem dieser nicht allzu seltenen Momente kam der Ökoklaus an unserer offenen Zimmertür vorbei und meinte anmerken zu müssen, daß in seinem Büro in Indien auf der anderen Seite des Ganges kein Ungeziefer verweilen würde.  Antwort von Trudi: „Wieso das denn, ist Sven heute nicht da?"




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