Mittwoch, 13. Februar 2013

Der Auftrag (3)

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Zimmer im alten Rathaus wurde von uns für etwa sechs Monate genutzt, bis man uns im neuen Rathaus einen schöneren Raum, hier direkt auch mit ISDN-Anschluss für den Rechner, zur Verfügung stellen konnte. Niemand hat sich beklagt, das Sprechtagsgeschäft konnte nahezu normal abgehalten werden.

Den Weg zurück in die Neustädter Altstadt konnte ich zügig bewältigen. Die Sonne war richtig durchgebrochen, von Schnee und Eis keine Spur mehr. Zurück in der LASA-Außenstelle bemerkte ich zu meinem Missfallen, daß mein Parkplatz durch ein Fahrzeug unserer Kundschaft besetzt war. Das war wenig überraschend, denn die Mitarbeiterparkplätze waren lediglich durch ein winziges, versteckt angebrachtes Schild gekennzeichnet, welches ich selbst erst gefunden hatte, als man mich darauf aufmerksam machte. Denn es gab nicht ein Schild pro Parkplatz, sondern nur ein einzelnes Schild an einer Außenwand des LASA-Gebäudes, wo sich die Besucherparkplätze befanden. Im Vorbeifahren bemerkt das kein Mensch, so daß sich eben auch Besucher des Hauses oder einkaufsbummelnde Stadtbesucher auf unsere Parkplätze verirren.

Ein einzelner Parkplatz war noch frei. Dummerweise war das ein Besucherparkplatz, aber irgendwo musste ich ja das Auto parken. Außerdem wurde der erste und damit in unmittelbarer Nähe der Eingangstür befindliche Besucherparkplatz von dem neuen Wagen Dr. Strebsingers belegt. Kann also nicht so schlimm sein. Also einparken und ab ins Haus, kurz bei Frl. Hasenclever zurückmelden, die mir auch direkt erklärte, daß Dr. Strebsinger und Bürgermeister Meierreich schon miteinander telefoniert hätten und alles soweit in Ordnung war. So ging ich zurück in mein Büro.

„HERR PATERFELIS, KOMMEN SIE DOCH MAL SOFORT IN MEIN BÜRO!“ hallte es über den Gang. Oh oh, eine derart herrische Stimme verhieß nichts Gutes. Also begab ich mich zu Herrn Dr. Strebsinger, der mir direkt erklärte, daß er beobachtet habe, daß ich meinen Wagen auf einem Besucherparkplatz abgestellt habe, was ja wohl auf gar keinen Fall sein dürfe und ich den Wagen sofort zu entfernen hätte. Mein Einwand, daß mein eigener Parkplatz im Gegenzug auch von einem Besucher belegt war, wurde sofort abgewiesen. Mein Auto hätte da zu verschwinden, und zwar SOFORT! Dr. Strebsinger sprach quasi in Großbuchstaben, was mich dazu veranlasste, seiner so ausgesprochenen Verhaltensempfehlung mit sichtbarem Unwillen aber dennoch unverzüglich nachzukommen.

Der werte Leser möge sich vorstellen, mit welchem Aufwand es verbunden ist, nachmittags in einer Innenstadt ohne Parkhaus einen Parkplatz zu bekommen. Ich kurvte schon einige Zeit durch die Gegend, um dann einen durchaus beeindruckenden Fußmarsch zurück ins Büro zu machen. Die Aktion hat etwa eine Dreiviertelstunde meiner wertvollen Arbeitszeit verschlungen. Ich habe es an anderer Stelle schon mal gefragt: Was tut man nicht alles im Dienste der Öffentlichkeit!?

(wird fortgesetzt)



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