Donnerstag, 21. Februar 2013

Die Katzenbande: Sally und Lucy (1)

Irgendwann in grauer Vorzeit freundete ich mich mit dem Gedanken an, mir ein Haustier zuzulegen. Meine diesbezüglichen näheren Erfahrungen beschränkten sich auf meine beiden seinerzeit längst verblichenen Wellensittiche Rolli I. (grün) und Rolli II. (blau) sowie die beiden Spitze Peter und Timmy meiner Oma.

Hunde schieden aufgrund meiner Lebensumstände aus, und mit Wellensittichen und ähnlichem Geflügel vermochte ich auch nicht übertrieben viel anzufangen. So begann ich, mich zunächst theoretisch mit Katzen zu beschäftigen. Wie es im Büro nun mal ist, erzählt man so was auch mal seinen Kollegen. Meine damalige unmittelbare Team-Mitarbeiterin und heutige Vorsitzende unseres Personalrates hatte noch Kontakt zu einem Kollegen, mit dem ich irgendwann nach dem Krieg zusammen die Ausbildung im LASA gemacht hatte. Sie wusste zu berichten, daß er ein Katzen-Pärchen besaß, welches sich gerade vermehrt hatte und deren Nachwuchs abzugeben sei. 

Lucy
 
Ich bekundete also mein Interesse und vereinbarte einen Termin, zu dem ich mir die Welpen ansehen und auch direkt mitnehmen könne. Das passende Alter für die Trennung von ihrer Mutter würden sie bis dahin auch erreicht haben. Zeit genug meine Wohnung auf „katzengeeignet“ umzurüsten und verschiedene erforderliche Dinge zu erstehen hatte ich jedenfalls noch.

Es war ein Samstag als ich mich aufmachte, um meine neuen Mitbewohnerinnen abzuholen. Ich klingelte, und ein sichtlich kaputter Mensch öffnete mir die Tür zu einer ebenso dem Verfall überlassenen Wohnung. Schon aus unserer gemeinsamen Ausbildungszeit hatte ich die begründete Vermutung, daß bei meinem Kollegen das Thema „Alkohol“ einen zu hohen Stellenwert hatte, und auch die eine oder andere Drogengeschichte und Aktionen am äußersten Rande der Legalität habe ich mitbekommen. Hier offenbarte sich jetzt das ganze Elend in seinen Folgen. Es war nur noch erschütternd. Nach diesem Tag habe diesen Kollegen nur noch einmal gesehen und weiß heute, daß er einige Jahre später durch das LASA fristlos gekündigt wurde. Dazu gehört schon was.

Sally, noch als Welpe

Wie dem auch sei, in der Wohnung fanden sich die Katzenmutter, eine schöne schwarze Hauskatze, die man heutzutage als Europäisch Kurzhaar bezeichnet, der Vater, ein graubraun getigerter und offensichtlich auch noch nicht ganz so alter Kater, und die beiden schwarzen Welpen. Mir wurde erklärt, daß der anwesende Kater nicht nur der Vater der beiden Kleinen sei, sondern gleichzeitig auch der große Bruder. Mein Kollege erzählte, daß er die beiden kastrieren  lassen wollte, als der Tierarzt im verkündete, daß dies bei der Kätzin gerade nicht ganz so günstig sei. Der Sohnemann hatte sein Werk bereits vollendet. Die Welpen waren also das Produkt einer Inzucht. Nun, im Tierreich soll so etwas durchaus mal vorkommen und es hinderte mich nicht daran, die beiden Kleinen in meine Obhut zu nehmen.

Das war heute vor 15 Jahren.

(wird fortgesetzt)



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