Montag, 22. Oktober 2012

Verkanntes Genie

Ich finde, ich bin manchmal ein ganz schön schlaues Bürschchen. Das muß ich an dieser Stelle einfach mal so von mir geben, bevor das jemand übersieht. Wie zum Beispiel die zweitbeste Ehefrau von allen. Wenn ich dieser nämlich so hin und wieder von meinen genialen Gedankenblitzen erzähle, guckt die mich nur semi-verwirrt an, ungefähr so, als ob ich ihr erklären würde, daß die Erde keine Scheibe sei.

Ich will ja nicht schon wieder mit der Show rumnerven, aber diese ist hier zur Zeit doch ein etwas zentraleres Thema. Und selbstverständlich habe ich dazu auch den einen oder anderen klugen Gedanken. Zum Beispiel zum Thema Pfandflaschen.

In der Pause ist vorgesehen – da es uns nicht gestattet ist, dort was Essbares anzubieten – gegen den schlimmsten Durst zumindest Wasser zu verkaufen, selbiges natürlich in Flaschen. Pfandflaschen. Zum Selbstkostenpreis inklusive Pfand. Die leeren Flaschen nehmen wir wieder zurück, das Pfand wird gespendet. Soweit alles ganz einfach und auch noch nicht meine Idee.

Da es an der zweitbesten Ehefrau von allen und mir ist, die zu dem Zeitpunkt noch vollen Flaschen in durchaus nennenswerter Stückzahl zu besorgen, machte ich mir schon meine Gedanken, wie man bei einem solchen Großauftrag den örtlichen Großhandelsmarkt-Geschäftsführer-Filialleiter-Ladenchefoberboss davon überzeugen könne, uns die Pullen zum ermäßigten Preis frei Haus in die Aula zu bringen. Schon kam der erste Einwand meiner Angetrauten, die mir irgendwas erklärte von wegen Lieferung bis Bordsteinkante und ob ich grundsätzlich noch ganz richtig da oben sei.

Natürlich bin ich richtig da oben, aber ich räume ein, daß die Grenzen zwischen Genie und Wahnsinn durchaus fließend sein können. KÖNNEN! Nicht MÜSSEN! Es ist doch wohl klar, daß das alles Verhandlungssache ist und man über diese doofe Bordsteingrenze durchaus eine andere Regelung erzielen könne. Das sei natürlich ihr Auftrag, denn im Reden bin ich leider nicht so gut. Bin ja auch keine Frau, also ist mein Gehirn anders strukturiert, ausgestattet mit einem mathematisch-kühlen Verstand. Aber beim Verhandeln kommt es nicht auf Logik an, sondern auf Emotionen, die man in seinem Verhandlungsopf… ähm –partner wecken können muß. Also Frauensache. Totquatschen als Alternative. Frauen können das mit den Emotionen UND dem Quatschen eben besser.

Selbstverständlich ist es für den Fahrer dann etwas unglücklich, wenn er die riesigen Flaschenmengen dann persönlich reinschleppen muß, bloß weil der Sattelschlepper nicht bis an die Aula ranfahren darf, aber bitte, dafür bekommt er auch 5 Euro Trinkgeld. Man kann sich ja auch etwas anstellen, oder?! Die zweitbeste Ehefrau von allen warf dann ein, daß ich da wohl etwas überdimensioniert planen würde und daß unser Balduin die vorgesehenen und aus ihrer subjektiven Sicht realistischen Mengen durchaus alleine schaffen könne. Nun denn.

Die Rückführung der Flaschen wird dann auch eine lustige Sache. Alles muß also wieder in unseren Balduin, welcher das alles dann zum nächsten Getränkeautomaten kutschiert. Ich hatte ja die tolle Idee, daß man dabei die beiden Automaten unserer regionalen Albrecht-Filiale damit befüllen könne. Da würden wir den Laden richtig schön lahmlegen mit der ganzen Kette von Einkaufswagen, die aufgrund der unglücklichen Positionierung des einen Automaten mitten in einem Gang selbigen ordentlich ausfüllen würden. Der Einwand meiner Angetrauten, daß die Spende an die Tafel gehen soll und sich deswegen die Nutzung des Albrecht-Automaten verbiete und einem Schwarz-Automaten der Vorzug zu geben sei, da dieser das automatisch umsetzen könne, war natürlich vollkommen haltlos, denn die Kohle kann man sicher auch auf anderen Wegen dem vorgesehenen Empfänger zukommen lassen. Aber auch hier vermochte ich meine Gedankengänge nicht verständlich zu machen.

Schließlich machte die zweitbeste Ehefrau von allen den durchaus peinlichen Vorschlag, mit der ganzen Batterie von vollen Flaschenwa… ähm Einkaufswagen und ihren Tanzfreundinnen den bekannten Schwarz-Markt-Automatenanbau zu sprengen und die Leergutroboter im Rahmen einer wilden Leergutflaschenparty zum Bersten zu bringen. Natürlich würde man erwarten, daß eigens eine eigene Verkäuferin abgestellt wird, um die Automaten, nachdem diese den Annahmeschluss signalisiert hätten, wieder auf Nachschubanforderung zu stellen. Vollkommen unrealistisch, aber sich über mich lustig machen. So ist das Eheleben.

Alles ist steigerungsfähig, und so kam mir der Gedanke, unsere leeren Flaschen mit einem Trakor und einem (Flaschen-)Anhänger nach Bremen zu fahren, und selbige Flaschen dem Shopblogger im Rahmen seiner Spar-Markt-Halloween-Nacht als Zombie-Penner verkleidet – kleiner Auftrag für mein persönliches Grauen und Zombieschminkerin aus Leidenschaft Conny – vor die Tür zu kippen und somit  auf diesem Weg zur Annahme zu überreichen in der Hoffnung, daß sein Leergutautomat mal wieder den Dienst quittiert hat und die händische Annahme erforderlich wird. So kämen wir auch endlich mal in sein Blog. Irgendwie strafte mich die zweitbeste Ehefrau von allen nach Bekanntgabe meiner Gedankengänge mit einem vollends irren Blick.

Aber damit müssen wir großen Geister eben leben.



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