Die zweitbeste Ehefrau von allen hat sich dem Rat meines Arztes angeschlossen, daß mein Fuß, welcher momentan Wurzel fast allen Übels ist, entlastet und geschont werden muß und mich auf das Sofa verbannt. Sie hat sogar meinen Job übernommen, die hiesigen Katzenklos sauber zu machen. Sonst macht die das nicht mal unter Androhung schlimmster Sanktionen. Daran merkt ihr, daß ich wirklich richtig krank bin. Aber eben nicht so betont.
Als Trösterchen für die geschundene Seele, also meine (für alle, die es immer noch noch nicht erkannt haben: ich leide und ertrage fürchterliche Schmerzen), hat sich meine Angetraute ans Werk gemacht und einen Pudding gekocht. Aber keinen üsseligen aus der Tüte, sondern noch so richtig nach Großmutters Art. Mit ohne Tüte und nicht vom weltbekannten Doktor. Weil ich aufgrund meiner schweren Erkrankung ja bereits bei einem solchen, einem richtigen Doktor war. Und nicht auch noch einen Tütendoktor benötige.
Und ich bin da sogar freiwillig hingegangen. Woran man wieder erkennt, daß ich echt richtig schwer krank sein muß, denn Männer gehen ja bekanntermaßen sonst eher nicht zum Arzt. Warum auch? Sie beherzigen das bereits angedeutete Gebot vom Schweigen der Männer und sitzen es aus.
Da ich ja Sofazwang habe, was an sich schon ein schrecklicher Zustand ist, denn ich habe immer was zu tun und nicht so richtig die Ruhe für Extremcouching, konnte ich die Ereignisse in der Küche natürlich auch nicht miterleben und muß mich daher auf die nüchterne Wiedergabe des Rezepts beschränken. Sonst hätte dieses hier wahrscheinlich auch eine humorvolle Geschichte werden können. So aber besteht dieser Beitrag nur aus einer schnöden Aneinanderreihung von Fakten. Wozu einen so eine hochdramatische Erkrankung, wie ich sie zur Zeit habe, zwingen kann, ist schon erstaunlich, aber bezeichnend. Ich nehme an, ihr versteht das. Zumindest die Männer unter euch.
Karamellpudding á la Frau *derzweitbestenehefrauvonallenihreehemaligehauswirtschaftslehrerin*
Zutaten:
55 g Zucker und 1 EL Wasser
200 ml Sahne
100 ml Milch
3 Eier
20 g Speisestärke (z.B. Mondamin)
2 EL Amaretto
Zubereitung:
Drei Eier sauber (!) trennen.
Die Eiweiße mit einem Teelöffel von insgesamt 55 Gramm Zucker zu einem sehr festen Eischnee aufschlagen.
Die Eigelbe mit 20 Gramm Speisestärke klumpenfrei verrühren. Wenn die Masse zu fest wird, etwas Milch dazugeben. Die richtige Konsistenz ist etwa die von Sahnejoghurt.
Den restlichen Zucker mit einem Eßlöffel Wasser in einen weiten Topf geben und zusammen aufkochen. Auf jeden Fall dabei stehen bleiben!!!
Sobald das Wasser verkocht ist, fängt der dann flüssige Zucker an zu karamellisieren. Sobald der Zucker eine goldbraune Farbe angenommen hat, mit der Milch-/Sahne-Mischung ablöschen und so lange weiterköcheln lassen, bis das Karamell sich in der Flüssigkeit aufgelöst hat.
50 Milliliter der Karamell-Sahne-Milch beiseite stellen.
Die restliche Karamell-Sahne-Milch mit der Eigelb-Stärke-Mischung verrühren (Schneebesen) und unter ständigem Rühren neu aufkochen und etwa 30 Sekunden kochen lassen. Hierbei immer stark rühren, sonst brennt der Pudding an!
Den Topf vom Herd nehmen.
Amaretto und beiseite gestellte Karamell-Sahne-Milch kräftig unterrühren.
Nun sofort den vorbereiteten Eischnee auf die heiße Puddingmasse geben, den Deckel auflegen und alles für mindestens 30 Minuten stehen, aber nicht komplett auskühlen lassen.
Jetzt den gegarten Eischnee unter die Puddingmasse heben.
Der Pudding ist nun verzehrfertig, wenn man warmen Pudding mag.
Wer lieber kalten Pudding essen möchte, füllt ihn in passende Schüsselchen und stellt ihn in den Kühlschrank.
Möchte man vermeiden, dass der Pudding eine „Haut“ bildet, deckt man die Schüssel dicht ab, oder streut etwas Zucker auf die Oberfläche. Hierbei aber sehr sparsam sein, denn der Pudding ist auch so schon recht süß…
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