Montag, 1. Oktober 2012

Gruß aus der Küche - Pfannkuchen mit Rahm-Champignons

Heute tobte sich die Angetraute in der Küche aus, ich war abkommandiert, die organische Rührmaschine zu verkörpern. Das lag auch daran, daß ich, aus welchen Gründen auch immer, Respekt davor habe, Pfannkuchen selbst zu machen. Wenden durch in die Luft schmeißen kann ich ohnehin nicht (aber die zweitbeste Ehefrau von allen), mit dem Pfannenwender mutieren die zu Kaiserschmarrn, und die Variante mit der Zwischenablage auf dem Pfannendeckel sagt mir auch nicht so zu.


Wie dem auch sei, für eine Familienportion greift der oder die geschätzte Kochbeauftragte zu 600 g frischen Champignons, putzt und schneidet selbige und schwitzt sie 10 Minuten an. Bei frischen Champignons greifen wir immer zu den braunen, obwohl sie teurer sind als die hellen. Dafür schmecken sie auch intensiver. Dosenchampignons empfehlen sich hier nicht so, weil sie den Geschmack des später noch auftauchenden Kochschinkens nicht mehr in sich aufnehmen können.

Während des Dünstens begann unser Topf, verdächtige Geräusche von sich zu geben. Wir hatten das Teil ohnehin schon im Blick, weil sich, obwohl angeblich rostfrei, auf der äußeren Bodenseite schon deutliche Rostspuren bildeten. Nachdem wir den Topf zur Seite stellten, konnten wir feststellen, daß wohl irgendetwas in dem Sandwichboden kaputt war, denn er lag nicht mehr plan auf, sondern wellte sich. Wenigstens waren die Champignons nicht versaut. Weiter ging es mit einem neuen Topf aus unserer Sammlung. Der alte wird in den Kochtopfhimmel entlassen, was mir nicht übertrieben Leid tut, denn aufgrund der Rostspuren musste er zuletzt immer von Hand gespült werden. Nicht so lohnenswert, wenn die Spülaktion nur für ein einzelnes Teil durchzuführen ist.

Zu den erhitzten Champignons gab die zweitbeste Ehefrau von allen zwei geputzte und geschnittene Stangen Lauch, 200 Gramm gewürfelten Kochschinken, 200 ml süße Sahne und 100 ml Milch (ersatzweise 300 ml Sahne) sowie zwei Tüten Knorr Fix für Rahm Champignons. Das Rezept sah noch das Hinzufügen zweier gewürfelter Äpfel vor, worauf wir aber verzichteten, da meine Angetraute die Kombination von herzhaft und fruchtig nicht mag.

Während ich die Masse unter Rühren aufkochen ließ, bereitete meine Angetraute den Pfannkuchenteig aus 250 Gramm Mehl, 500 ml Milch, 6 Eiern und etwas Salz zu. Die Pfannkuchen wurden in einer kleinen Pfanne zubereitet. Angerichtet haben wir direkt auf dem Teller; der Pfannkuchen bekam eine Kelle von der Champignonsoße ab und wurde zugeklappt. Mahlzeit.

Über die Bewertung des Geschmacks waren wir uns nicht einig. Die zweitbeste Ehefrau von allen war zufrieden und würde das auch gerne wieder essen, meiner Wenigkeit fehlte irgendwie der letzte Pfiff. Ich kann nicht sagen, ob es an den fehlenden Äpfeln lag oder ob man anders, z. B. durch Hinzufügen einer ausgesprochen  männlichen Portion Speck etwas ändern sollte.

Auch wenn ich jetzt wieder Dresche kriege, aber bei dem Gedanken an Pfannkuchen bin ich ohnehin selten bei diesen kleinen Dingern, sondern denke an esstellergroße und auch etwas dickere Exemplare, zubereitet in einer großen Pfanne, belegt mit Salami- oder nicht übertrieben dünnen Apfelscheiben, letztere ergänzt um Zucker und evtl. auch Zimt. Wie bei Muttern eben. Habe ich eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr gegessen und müssen wir auch mal wieder in Angriff nehmen.

Obwohl die kleinere Variante mit Orangenlikör, Äpfeln, Nutella oder Ahornsirup auch nicht zu verachten ist.


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