Sonntag, 21. Oktober 2012

Gruß aus der Küche - Kartoffelecken (mit Chickennuggets)

Immer noch werde ich aus der Küche auf das Sofa verbannt. Begründend hierzu verweise ich auf meine Ausführungen in meinem vorherigen Gruß und bedanke mich an dieser Stelle für das mir zumindest in kleinen Teilen persönlich entgegengebrachte Mitgefühl. Jedenfalls habe ich schon wieder Ärger bekommen, weil ich während der heutigen Abwesenheit meiner Angetrauten zur Trainerschule Wäsche gewaschen habe. Und die Katzenklos saubergemacht habe. Und den Müll rausgebracht habe (Mist, verraten, das hatte sie noch gar nicht alles bemerkt, aber die Löschfunktion ist kaputt).



An eventuell mitlesende Ärzte: Nein, ich bin kein guter und schon gar kein folgsamer Patient. Ich kann nicht den ganzen Tag herumsitzen. Geht nicht. Das ist genetische Veranlagung. Das habe ich von beiden Elternteilen mitbekommen. Und wehe, ich muß mal ins Krankenhaus. Da macht ihr ein Rennen mit. Wenn man mich stillegen will, kann ich sehr unleidlich werden. SEHR unleidlich.

Die Verbannung aus der Küche hielt auch nicht durchgehend an. Den Ofen durfte ich noch leer räumen. Dann musste ich wieder verschwinden. Aber der Reihe nach.

Wie die etwas aufmerksameren Leser vielleicht erahnen, gab es heute Kartoffelecken und Hähnchennuggets. Um es vorwegzunehmen: Die Nuggets sind ein Fertigprodukt, aber immerhin nicht direkt vom Mäckes oder vom King geholt. Wir haben  auch schon selbst Hähnchennuggets hergestellt, was übrigens hervorragend funktioniert. Heute aber nicht. Die zweitbeste Ehefrau von allen war sehr gerädert und ich, na ja, siehe oben. Also wurde der vorgesehene Speiseplan zu etwas einfacherem geändert.


So, Kurve gekriegt, jetzt geht es zum Kern der Sache: den Kartoffelecken. An sich esse ich ja Pommes frites sehr gerne. Oder, um es etwas kultivierter auszudrücken, Pommes de terre fruitier. Aber doch besser Pommes, so wie es in meiner Heimat heißt. Hört sich jedenfalls für meine Ohren besser an als das hier in der Gegend überall gebräuchliche „Fritten“. Wenn ich die Wahl habe, bevorzuge ich die dicke Variante, nicht diese dünne, wie man sie bei den bekannten Bullettenbratereien bekommt. Die dicken Pommes schmecken wenigstens noch nach ihrem Grundstoff, nämlich Kartoffeln. An und für sich muß da ja dann noch 80 %ige Mayonnaise drauf. Aber so richtig lecker wäre das nur, wenn die Pommes gerade frisch aus der Fritteuse kommen. Wenn man die erst irgendwo her holen muß, ist das schlecht. Und ohne bereitstehende Fritteuse auch.

Während ich dieses schreibe, denke ich wieder an meine schönen Planungen zu einer zweiten Karriere. Irgendwo muß die Kohle ja herkommen. Stellt euch einen zweistöckigen Laden vor, große Glasfront, die Wände innen gestrichen in den Farben Dunkelpink und Creme. So quietschbunt wie einige Eiswagen auf der Kirmes. Oder früher die Packung einer Milchschokoladensorte, die mir heute nicht mehr einfällt. Auch mit den ganzen Lichtern in unbunt, also weiß. Zu Essen gibt es Pommes. Pommes sind das allgegenwärtige Hauptgericht. Es gibt dicke Pommes, dünne Pommes, Pommes mit Wellenschnitt, mit Salz oder mit Salz und Paprika aber nicht mit ohne Salz. Dafür aber noch mit Salz und grobem Pfeffer aus der Mühle. Dann aber mit ohne Paprika.

Dazu natürlich leichte, mittlere oder schwere Mayonnaise nach Wunsch oder Remoulade. Oder holländische Pommes-Sauce. Oder Erdnusssoße *würg*. Und als Beilage zu den Pommes gibt es Currywurst, Bratwurst, Schnitzel, Schaschlik, Softeis… nicht stocken und wundern, das steht da wirklich. Einfach bei Gelegenheit mal Pommes in Softeis tunken und essen. Das schmeckt wirklich. Es findet sich eine gewisse Verwandtschaft zu Reibekuchen mit Apfelmus. Einfach mal ausprobieren. Oder Salzstangen mit Nutelladip. Auch lecker, klingt nur noch etwas schwangerer.

Jedenfalls hat dieser Pommes-Laden auch einen Namen: Paterfelis‘ Pommes-Palast. Man könnte dann später, wenn ich den Pommes-Weltmarkt aufgerollt habe, einfach total cool – oder wie immer man dann dazu sagt – den Laden umgangssprachlich mit 3P abkürzen. „Na, gehen wir eben ins 3P?“ Fast wie Disco oder Club, nur anders.

Hier in unserer bald wieder heimeligen Wohnung jedoch greifen wir auf den Plan B zurück. und der heißt nicht „labberige Backofen-Pommes“, sondern Kartoffelecken. Aber Pommes kann man so auch herstellen, es bedarf nur eines anderen Schnitts und einer einfachen Salz-Paprikapulver-Würzung.

Zur Sache:

Kartoffelspalten mit Honig-Senfsauce

6 Kartoffeln
2 EL Öl
1 EL Honig
½ TL Senf
1 TL Paprikapulver
1 TL Gewürzmischung für Kotelett
½ TL Fondor oder Aromat


Kartoffelspalten a la *setzenamenmeinerangetrautenein*

6 Kartoffeln
1 ½  EL Öl
½     EL Chiliöl
½     EL Senf
2     TL Paprikapulver
1     EL Rosmarin
1     TL Kotlettgewürz
1     TL Fuchs „Würzen ohne Salz – pikant“

Kartoffeln je nach Größe der Länge in Spalten schneiden oder vierteln. Das Öl mit den Gewürzen in einer großen Schüssel verrühren, anschließend die Kartoffelstücke darin im Handbetrieb wälzen, bis die Marinade alle Stellen bedeckt.

Nun alles bei 180 Grad ca. 40 Minuten auf der mittleren Schiene im Backofen backen. Die Backzeit ist natürlich relativ und abhängig vom gewünschten Bräunungsgrad. Dazu gibt es einen Salat.


 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Es ist erlaubt und gewünscht, meine Beiträge zu kommentieren. Die Kommentare werden von mir moderiert. Kein Kommentar wird freigeschaltet, ohne daß ich ihn zuvor gelesen habe. Solltest du also vorhaben, hier herumzupöbeln, zu trollen oder dich sonst wie unangemessen zu äußern, so empfehle ich dir, die Arbeit zu sparen.

Haltet euch bitte an die Grundsätze eines anständigen Miteinanders, damit wir hier eine schöne Zeit zusammen verbringen können.

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.