Die zweitbeste Ehefrau von allen kam heute völlig verfroren von einem auch unter freiem Himmel stattgefundenen Fotoshooting mit dem Tanzensemble zurück. Da die Wolldeckensaison so langsam am Horizont naht, fiel ihr nahezu verzweifelter Blick auf die Heizung, jedoch leistete ich gegen deren Inbetriebnahme heftigen Widerstand. Gut, ich räume ein, daß auch Männer bei der gegenwärtigen Großwetterlage so langsam überlegen, wo ihre Socken liegen, um diese unter Umständen auch zu Hause anzuziehen. Aber Heizungswetter ist das noch nicht.
Als treusorgender Ehemann konnte ich meine vollkommen in eine Decke eingegrabene und vermummte Angetraute natürlich nicht weiter vor sich hinbibbern lassen, so daß ich mich daran begab, aus den vorhandenen Vorräten eine Rindfleischsuppe zu kochen.
Man(n) nahm:
- 1,5 kg Suppenfleisch
- ausreichend kaltes Wasser, um selbiges Fleisch damit gut zu bedecken
- 1 große Zwiebel, ungeschält, gespickt mit 10 Nelken
- ein Tee-Ei, gefüllt mit 10 Pimentkörnern, 10 Pfefferkörnern, 10 Wacholderbeeren und 4 Lorbeerblättern
Das Fleisch wurde in das kalte Wasser gelegt und langsam erhitzt. Sobald etwas Temperatur vorhanden war, gab ich die Zwiebel und das Tee-Ei hinzu. Das alles habe ich zwei Stunden vor sich hinköcheln lassen – etwas länger als geplant, da Haustigerleopardin Lilly der Meinung war, daß der Papa das bestmögliche aller Kissen sei und mich so auch noch handauflegender Weise an das Sofa fesselte.
Nach Ablauf der Zeit entfernte ich zunächst die Katze von mir und dann mit einem Schaumlöffel den an der Oberfläche schwimmenden grauen Schaum. Dann holte ich das Fleisch aus dem Topf und siebte die Flüssigkeit einmal durch.
Das anschließend klein geschnittene Fleisch wanderte wieder in die Brühe, ebenso frei Schnauze bestimmte Mengen klein geschnittener Knollensellerie, gefolgt von Möhren und Lauchringen.
Zwischenzeitlich hatte ich Buchstabennudeln in einer übersichtlichen und nur leicht gesalzenen Menge Wasser angekocht. Nudeln und Wasser wanderten zur Brühe. So verhinderte ich, daß die Nudeln nicht unerhebliche Mengen der Brühe in sich aufnahmen. Gut, hätte man auch später ergänzen und neu abschmecken können, aber ich wollte es mal so austesten.
Nachdem das Ganze noch etwa 15 Minuten köchelte, schmeckte ich mit Salz und Pfeffer ab. Auf meinen Teller wanderten noch einige Leberknödel, die mir die zweitbeste Ehefrau von allen üblicherweise mangels inniger Zuneigung zu den Teilen nicht streitig macht.
Und schon hat sie sich getraut, das Wolldeckenversteck zu verlassen.
Du hast vergessen zu erwähnen, dass die Suppe auf meinem Teller noch durch unbestimmte Mengen Chiliflocken ergänzt wurde...
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