Mittwoch, 26. September 2012

Gruß aus der Küche - Herzhafte Lauchecken

Der Tag gestern war doof. Gut, nach Feierabend gab es noch eine schöne Spielrunde Blood Bowl, bei der ich gecoacht habe und Leichtmatrose Sven als Opfer meines Schützlings Frl. Hasenclever herhalten musste. Auch die Heimfahrt war soweit ok, alle Anschlüsse haben ideal funktioniert, es gab Sitzplätze, das Wetter hat trotz Unwetterwarnung mitgespielt. Aber trotzdem, irgendwie war der Wurm drin.


Zu Hause angekommen sah ich die zweitbeste Ehefrau von allen sichtlich genervt am Laptop sitzen. Vielleicht habt ihr schon davon gehört, es gibt da diese Show im Oktober… mit orientalischem Tanz,  und für selbige hat sie die Musik geschnitten, was nicht so richtig klappen wollte. Also erhielt ich den dezenten Hinweis, daß ich heute dafür zuständig sei, mich um das Essen zu kümmern. Normalerweise kein Thema, aber wenn da bei mir immer noch unterschwellig eine schlechte Laune vorherrscht, kann das auch ins Auge gehen.

Auf meinem wie immer präzise ausgetüftelten Wochenspeiseplan standen die herzhaften Lauchecken. Die standen da auch schon letzte Woche und in der Woche davor, mussten jedoch umständehalber immer wieder weichen. Jetzt sollte es ernst werden.

Als Vorbereitung stiefelte der Mann von Welt in den Keller, öffnete den Eisschrank und holte zwei Pakete zu je 450 g Blätterteig; eine für zwei Backbleche ausreichende Menge. Da man die Lauchecken sowohl warm als auch kalt genießen können soll, macht es nichts aus, Reste davon zu haben.

Der Blätterteig wird etwa 10 Minuten angetaut, auf den Blechen verteilt und jeweils zu einem Ganzen verbunden. Aus der späteren Erfahrung raus kann ich nur den Rat geben, ihn an den Seiten hochzuziehen, um einen gewissen Wannen-Effekt zu erhalten.

Danach habe ich drei Stangen Lauch und 400 g Schinkenwürfel in einer Pfanne angedünstet. Während die Masse wieder abkühlte, fanden zwei Becher Frischkäse, acht Eier sowie 200 g geriebener Edamer den Weg in eine Schüssel, wo sie verquirlt wurden. Bis hierhin lief alles glatt. Die Käse-Ei-Masse bedurfte noch des Würzens mit Pfeffer und Salz. Pfeffer gab es reichlich, was auch nicht schadete. Im Salzpott gab es noch einen Rest, den ich – weg mit dem Zeug - komplett zur Masse gab. Das Abschmecken ergab ein Ups-Gefühl: Verdammte Hacke, das ist salzig. Sehr salzig. Nicht nur ein zweitbeste Ehefrau von allen-salzig, sondern schon ein Paterfelis-salzig mit Tendenz zur Grenzwertigkeit.

Ab dann ging die Laune weiter in den Keller, doch wagte ich die Hoffnung, daß der extreme Salzgeschmack im Laufe des weiteren Zubereitungsprozesses durch irgendwelche anderen Zutaten wieder etwas neutralisiert wird. Wozu schließlich gibt es den faden Blätterteig?!

Nachdem die Käse-Ei-Masse fertig war, verteilte ich die Lauch-Schinken-Masse auf die beiden Blätterteigbleche. Hier hatte ich das Gefühl, daß die Menge etwas knapp bemessen war, obwohl ich schon eine Stange Lauch mehr hatte als im Rezept angegeben. Es brodelte. Aber glücklicherweise nur innerlich und nicht in einer meiner Schüsseln oder Pfannen, denn dann hätte ich wohl noch mehr Probleme gehabt, da eigentlich nichts da war, was hätte brodeln sollen oder auch nur können.

Zum Abschluss wurde die Käse-Ei-Masse über die Lauch-Schinken-Masse verteilt. Und erstere war flüssig. Sehr flüssig. Flüssiger als ich geschätzt hatte. Aber keineswegs überflüssig. Immerhin etwas. Da ich die Teigränder nicht hochgezogen hatte und es dazu zwischenzeitlich auch zu spät war, liefen auch nicht geringe Mengen unter die Silikonmatten, die wir an Stelle von Backpapier verwenden. Um das Ganze noch zu „entsalzen“, hob ich die Käse-Ei-Masse mit dem Schaumlöffel aus der Schüssel, so daß nicht ganz so viel der salzigen Flüssigkeit den Weg aufs Backblech fand und verteilte mit dem Löffel weiter und ließ einen Teil in der Schüssel zurück.

In der Nachschau war es aber nicht erforderlich. Auch  mein erster Gedanke, künftig zwei Eier weniger zu verwenden, erwies sich als unnötig. Wie gesagt: Mit hochgezogenen Teigrändern hätte das Volumen verarbeitet werden können.

Nach Rezept sollte nun alles für 20 Minuten in den auf 200 Grad vorgeheizten Ofen. Da ich die beiden Bleche gleichzeitig in den Ofen befördert hatte, erhöhte sich die Backzeit. Aber das müsste jeder für sich individuell herausfinden und ist bei der Verwendung von Blätterteig ja auch kein großes Problem.

Ich könnte mir als Alternative zu dem Blätterteig auch die Verwendung von Hefeteig vorstellen.

Der anschließende mit üblen Erwartungen vorgenommene Geschmackstest erwies, daß die Lauchecken tatsächlich nicht so extrem salzig schmeckten. Die Käse-Ei-Masse stockte auch sehr schön, so daß keine echte Matscherei auf den Backblechen zu beklagen war. So war das Abendessen zu meiner echten Überraschung doch noch gerettet.

Und ein soeben vorgenommener Geschmackstest zeigte, daß die Reste tatsächlich kalt ebenfalls durchaus lecker sind. Vielleicht sind die Lauchecken auch eine schöne Empfehlung zu einem Party-Buffet.


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