Als ich heute Morgen den transportablen Elektronenrechner anwarf, um unter Zuhilfenahme des weltumspannenden Netzwerkes für globale Kommunikation meinen bescheidenen Einkaufszettel zu finalisieren, erreichte mich ein Notruf. Mein persönlicher Einsatz war gefordert, um eine Ehe zu retten. Jawohl! Und zwar nicht meine eigene, sondern eine andere. Und zu diesem Zweck sei es unabdinglich, aus dem wöchentlichen Sonderverkauf des Schwarz-Marktes exakt 2.075 Gramm
Baked Beans in Tomatensauce zu sichern.
Ein klarer Fall für den SSB.
In meinem Berufsalltag steht die Abkürzung SSB für meine Dienstbezeichnung und bedeutet „Seniorsachbearbeiter“. Das heißt, daß ich kein normalsterblicher Sachbearbeiter in den Reihen der behördlichen Fußtruppen bin, sondern einer mit Zusatzaufgaben. Also eine herausgehobene Fußtruppe. Man muß nicht Senior sein, um dieses ehrenvolle Amt bekleiden zu dürfen. Aber da meine Haare zwischenzeitlich unzweideutig grau werden, unterstreicht das doch die gebotene Würde, mit der ich mein Amt ausübe.
Ich finde die Bezeichnung ziemlich unglücklich und verwende daher meistens den offenkundig passenderen Begriff „Supersachbearbeiter“. Eine einfachere und trefflichere Bezeichnung wäre auch „Ausputzer“ oder „Arsch für alle“. Aber in diesem Fall hier steht SSB zweifelsohne für…
…Super-SuperBaterfelis!
Häh? Ja, ich weiß, das funktioniert insgesamt besser mit meinem echten Vornahmen, aber ich sage hier doch nicht jedem, daß ich Berthold heiße.
So warf ich mich in meine Super-Superbaterfelisklamotten, nahm in einer wilden aber dennoch genau abgezirkelten und exakt berechneten Bewegung die Taschen mit dem Leergut an mich und verließ das Haus mit einem klaren Ziel, nämlich den Carport mit dem Super-Superbaterfelismobil. Souverän zündete ich das Antriebsaggregat, welches trotz der klirrenden Kälte seine treuen Dienste nicht versagte, und steuerte das Super-Superbaterfelismobil, angetrieben von einer Urgewalt gebündelter und in kinetische Energie verwandelte exakt kontrollierte Explosionen in Richtung Schwarz-Markt. Höchste Eile war geboten, denn die eherettenden Artikel des Sonderverkaufes wurden dort bereits seit Donnerstag dem gemeinen Publikum feilgeboten.
Da der Platz vor der Eingangstür bereits durch finstere Mächte besetzt war verlor ich wertvolle Zeit, um das Super-Superbaterfelismobil anderweitig und ohne Belästigung oder Gefährdung der an meinem Noteinsatz unbeteiligten Passanten abzustellen, erreichte den Laden und stürzte mich in die Gegend, in der ich das Gewünschte vermutete. Und siehe da, mein geniales Hirn täuschte mich auch dieses Mal nicht. Bevor es durch andere Anwesende verhindert werden konnte, sicherte ich die durch den verzweifelten Hilferuf angeforderten 2.075 Gramm Baked Beans in Tomatensauce, welche dort, und das bemerke ich hier mit tiefer und ehrlicher Dankbarkeit, in fünf Dosen bereits transportfertig abgepackt bereitstanden, und setzte dann meinen Einkauf fort in dem guten Gefühl, das menschliche Dasein um eine weitere Heldentat bereichert zu haben.

Auf dem Weg in die Super-Superbaterfeliszentrale machte ich mir schon meine Gedanken, welcher beneidenswerte Charakterdarsteller sich wohl seinen Oscar damit verdienen würde, in der sicherlich bald anstehenden Verfilmung meines heutigen Einsatzes meine Rolle zu verkörpern. Für Vorschläge bin ich empfänglich, ist mir doch tatsächlich niemand eingefallen, der es auch nur im Ansatz hinbekommen könnte.
Hat da jemand Ottfried Fischer gesagt? BANAUSE!!!
Auf meinem erforderlichen Zwischenhalt war der Einsatz meiner Fähigkeiten erneut gefordert. Auf dem Parkplatz dieses Rewe-Abkömmlings mit dem ewig falsch geschriebenen Namen war man zwar so freundlich, die Verkehrswege für die Teilnehmer des Personenkraftverkehrs von Eis und Schnee zu räumen, hat aber teilweise vergessen, die Parkplätze und Schleichwege für Einkaufswagen ebenso zu behandeln. So gestaltete es sich denkbar schwierig, selbige Einkaufswagen in beladenem Zustand bis an die Heckklappe des Super-Superbaterfelismobils zu fahren, da der Einkaufswagen tatsächlich im Eis steckenblieb. Mit aller meiner Kraft, welche ich in unermüdlichem Einsatz im Sporttempel gestählt habe, hob ich den Wagen über das Eisfeld, so daß ich mit ihm die Heckklappe des Super-Superbaterfelismobils erreichen konnte.
Als ich mit dem Super-Superbaterfelismobil vor der Super-Superbaterfeliszentrale vorgefahren war, um ersteres zu entladen und letztere mit neuen Inhalten zu versehen, versuchte ich mehrfach, die Tür der Super-Superbaterfeliszentrale mit der Fernbedienung des Schlüssels des Super-Superbaterfelismobils zu öffnen, was zwangsläufig misslang.
In dem Moment fragte ich mich, was am heutigen Tage wohl anders war als sonst. Hätte ich die grün leuchtende Fleischwurst doch entsorgen sollen, anstatt sie zu essen?
Du hast versucht die HAUSTÜR mit dem Schlüssel für BALDUIN zu öffnen!?!?!?
AntwortenLöschen*BRÜLL VOR LACHEN*