Sonntag, 6. Januar 2013

Sonntagmorgen

Wachwerden, Aufstehen, Bettwäsche abziehen, Matratze zum Auslüften aufrichten, Kopfkissen waschen, Spülmaschine leeren, Spülmaschine füllen, Katzen versorgen, ausziehen, Duschen, anziehen, Sporttasche packen, Kfz-Papiere suchen, den örtlichen Briefkasten besuchen, eine große Runde durch den Sporttempel machen, Kopfkissen in den Trockner werfen, Oberbett in die Waschmaschine stecken, Cannelloni für die Frau Gräfin einfrieren, Spülmaschine nochmal umräumen und weiter befüllen, ein Häppchen essen, die weinende Smilla trösten (die böse Mama liegt ohne sie im Bett und hat auch noch die Tür hinter sich geschlossen), Sally mit einer phaserförmigen (Star Trek, klassische Serie) Wasserpistole bedrohen (Katze knatscht rum, weil sie nicht auf mir in meinem Bett pennen kann), Marty bespaßen, Lilly ignorieren (weiß nicht, ob sie zur knatschenden Smilla oder zum gelangweilten Marty will, obwohl sie an sich doch gerade mit dem Papa kuscheln möchte, der sie gerade angeschimpft hat, weil sie nicht freiwillig aus dem Schlafzimmer rauswollte), Sporttasche leeren, die Flasche mit den Resten des isotonischen Wiederbelebungsgetränks in der Geschmacksrichtung Kaktusfeige weiter leeren (ohne wiederbelebt zu sein), Facebook-Eintrag schreiben und gleichzeitig E-Mail absenden, mit Schrecken einen Blick auf den Zettel mit der Muß-ich-heute-noch-machen-Liste werfen, den Zettel gedanklich in einen Hatte-ich-heute-eigentlich-noch-vor-zu-machen-Zettel abändern, mit Schaudern an die Suche nach dem Schrottwichtelgeschenk für Mittwoch denken, Getränke in den Kühlschrank legen, Kfz-Papiere wieder an meine Angetraute abdrücken, Flasche weiter ohne nennenswerte wiederbelebenden Erfolge leeren, von Lilly mit frischem Thunfischfutteratem anrülpsen lassen (die Kleinen sind ja alle so niedlich), an die fünf oder sechs uralten Necron-Modelle denken, welche noch als Folge eines Handels von mir bemalt werden müssen, Lilly betutteln, die sich jetzt in meine auf dem Sofa liegenden Kniekehlen eingerollt hat und mit sich und der Welt zufrieden brummt, Sallys Schlafgeräusche (Mischung aus Schmatzen, Stöhnen und Schnarchen) überhören, den Schmerz von Lillys Treteln ignorieren, der mich gerade – verursacht durch eine liebevoll in meinen linken Fuß gedrückte Kralle - durchströmt, Facebookeintrag beenden.

Sonntagmorgen bei mir zu Hause. Und es ist gerade erst zehn Uhr durch.





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