Dienstag, 15. Januar 2013

Böse Wörter

Es ist schon eine Weile her, daß uns der Herr Abteilungsleiter aus der Hauptverwaltung in unserem kleinen verträumten Büro besuchte und sich nach unserem Wohlbefinden erkundigte. Wir beklagten, daß uns die andauernde, nie endende Vertretung doch arg belasten würde.

Da unser Herr Abteilungsleiter aber ein schlauer Mensch ist, riet er uns dazu, doch nicht immer das Wort Vertretung zu verwenden. Das habe doch einen schlechten Beigeschmack, so daß man alleine dadurch doch schon negativ gestimmt sei.

Gut, wenn ein so hochbezahlter Beamter, der sicherlich nicht ohne Grund eine derartige Position innehat, einen weisen Rat gibt, dann werden wir ihn mal befolgen. Und so verwendeten wir fortan nicht mehr das böse Wort Vertretung.

Aber es erwies sich als unpraktisch, den Zustand nicht mehr beschreiben zu können. Also schufen wir eine neue Bezeichnung, die da lautete (Dauer-)Temporäre Umverteilung aller anstehenden Arbeiten auf alle Anwesenden. Froh gingen wir ans Werk und versuchten, glücklich keine Vertretung mehr machen zu müssen, sondern nur umverteilte Arbeit zu erledigen. Natürlich neben unseren eigenen, uns zugewiesenen Arbeiten.

Und nach einiger Zeit verfestigte sich die Erkenntnis:

Es hat nicht funktioniert. (Dauer-)Temporär auf alle Anwesenden umverteilte Arbeit zu erledigen, und das nahezu ohne zwischendurch mal Luft holen zu können, ist immer noch doof und führt zu bedenklichen Gemütslagen.

Aber wir haben wenigstens versucht, uns selbst zu verarschen beeinflussen. Ehrlich!



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