Dienstag, 15. Januar 2013

Rollator

In letzter Zeit bemühe ich mich ja, meine guten Vorsätze, keine Überstunden mehr zu verschenken (im letzten Jahr bin ich da locker auf dreistellige Werte gekommen), zumindest ein paar Wochen lang einzuhalten und mache früher Feierabend. Also nicht jetzt so früh, daß keine Überstunden mehr anfallen, aber eben nicht mehr so viele wie sonst. Bei sechs abwesenden Kollegen von elf, für die Vertretung in Frage käme, ist das doch wohl schon eine Leistung. Ich komme sogar einmal in der Woche erst um 8 Uhr zur Arbeit, weil ich vorher Sport mache. Aber nur noch, wenn ich an dem Tag das Auto auch mal haben darf. Danach jedenfalls habe ich keine Lust mehr, Bus zu fahren. Doch darum geht es jetzt gar nicht.

Jedenfalls ist es schon ziemlich ätzend, Busse ab Haltepunkt Neustädter Ländchen zwischen 15.30 und 17.30 Uhr nehmen zu müssen. Nicht so schlimm, wie zwischen 13.30 und 15.30 Uhr, aber deutlich schlimmer als zwischen 17.30 Uhr und Ende offen. Viel zu viele Schulkinder, irgendwelches Gesindel und sonstige seltsame Gestalten.

So habe ich jetzt schon wiederholt die Oma mit ihrem Rollator in meinem Bus gesehen. Sie trägt stets ein Pelzmäntelchen und eine dazu passende Kappe. Ob das Zeug echt ist, weiß ich nicht. Interessiert mich auch nicht. Aber es interessiert mich, daß sie regelmäßig mit ihrem scheiß Rollator so im Bus sitzt, daß sie selbigen – den Bus, nicht den Rollator - in zwei unpassierbare Hälften teilt. Nämliche die vordere, in der nur vereinzelte Fahrgäste sitzen, und die hintere, in der man sich gegenseitig die Füße plattsteht, weil man nicht zu den freien Plätzen in der vorderen Hälfte durchkommt. Denn der Rollator steht mitten im Gang und kann selbstverständlich, da er ja in ihrer Reichweite bleiben soll, auch nirgends anders geparkt werden.

Natürlich könnte man den da parken, wo die Kinderwagen und Rollstühle ihre Abstellfläche haben. Für unsere Busverweigerer: Da gibt es auch Sitzplätze, von denen aus man das Teil festhalten kann. Ohne Probleme. Aber nein, da setzt man sich nicht hin, sondern lieber auf eine Doppelbank in der letzten Reihe der vorderen Bushälfte und lässt den Rollator im Gang stehen. Keine Chance auf Durchkommen.

Ohne Zweifel ist diese Schnepfe sehr rücksichtsvoll und bietet an, eben Platz zu machen, wenn sie meint, daß jemand durchmöchte. Natürlich geht da kein Mensch drauf ein, denn man kennt die Schnepfe und weiß daher auch um das Drama, das sich jedes Mal beim Aussteigen abspielt. Ein Busfahrer mit Verspätung beißt da regelmäßig ins Lenkrad, weil er nur durch diesen Aussteigevorgang weitere zwei Minuten Verspätung reinfährt. Während der Fahrt ist die Annahme, daß die Schnepfe es irgendwie geregelt bekommen würde, da Platz zu machen, daher völlig abwegig.

Es gibt natürlich noch den Plan B, an der nächsten Haltestelle auszusteigen und vorne wieder reinzukommen – aber wehe, der Busfahrer hat es eilig. Und das hat er um diese Uhrzeit eigentlich immer, denn da gibt es so was wie Pünktlichkeit nicht.

Egal, es gibt Schlimmeres: zum Beispiel Muttis mit Doppelkinderwagen im Berufsverkehr. 



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