Dienstag, 15. Januar 2013

Lebensmüde

Heute war der Tag, an dem ich, nachdem ich den durchaus kapitalen Resten aus der nachweihnachtlichen Vertretung im Ansatz Herr geworden bin, mich so langsam um die liegengebliebenen Anträge und Knobelakten kümmern wollte. Oder besser musste, denn ich hätte im Moment lieber Masse erledigt. Aber man kann es sich nicht immer aussuchen, es gibt Leute, die warten auf ihr Geld.

Während ich mich gerade intensiv mit einer echt durchwachsenen aber nicht minder eiligen Akte beschäftigte, fing wieder der Telefonterror an: mehrfaches Klingeln bis zu Trennung durch die Telekom, Weiterleitung über unsere verschiedenen Telefonzentralen, Weiterleitung über Kollegen bis zum Zusammenbruch,  stets im knappst möglichen zeitlichen Abstand, erbarmte ich mich nach etwa 45 Minuten, in denen der Idiot am anderen Ende der Leitung wirklich nichts anderes versucht haben konnte als mich aufgrund eines wie auch immer gearteten und für ihn wohl höchst dringlichen Anliegens fernmündlich zu erreichen, und ging ans Telefon. Und das überaus genervt, bis aufs Blut gereizt und sehr knapp angebunden.

Und wie vermutet, duldete das Anliegen der geschätzten Kundschaft wiederum keinerlei zeitlichen Verzug, ging es doch tatsächlich um Leben und Tod. Um MEIN Leben und SEINEN baldigen Tod, wenn er jetzt irgendetwas Doofes gesagt hätte, z. B. so in Richtung von „na, aufgewacht“. Ehrlich, in dem Moment hätte ich „Nein, war nur ein Versehen.“ gesagt und hätte den Hörer wieder auf die Gabel geknallt. Leider bot sich mir nicht die Gelegenheit, diesen heimtückischen Plan umzusetzen.

„Guten Tag, hier Müllerschön. Ihre Kollegin hat von mir für meinen Antrag noch einige Unterlagen angefordert. Die habe ich jetzt kopiert hier liegen. Kann ich die auch persönlich vorbeibringen?“

WAAAAAAAHHHHH!!!


1 Kommentar:

  1. *Kopf einzieh und unter den Tisch krabbel in Erwartung der sich anbahnenden Atombombenexplosion*

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