Donnerstag, 31. Juli 2014

Rekorde

In meinem Beruf kommt es zwangsläufig dazu, daß ich etwas mehr Einblick in die Privatsphäre meiner Kunden nehmen kann. Oder muß, je nachdem, wie man es sehen will. Mein persönliches Interesse daran ist eher mäßig ausgeprägt.

Dennoch fallen bestimmte Dinge einfach  immer wieder auf. So merke ich mir, genau wie meine Kollegen auch, persönliche Rekordmarken.

Kinder sind da stets ein beliebtes Thema. Von den verschiedenen irren Namensgebungen ganz abgesehen. So habe ich mal eine türkische Kundin gehabt, die im nachgewiesenen Alter von 60 Jahren noch ein Kind zur Welt gebracht hat. Zumindest, wenn ich den eingereichten, in Deutschland ausgestellten Urkunden Glauben schenken darf. Was bleibt mir auch übrig?

Oder die ehemalige Arbeiterin aus der Kolchose der östlichen Morgenröte – oder war es die Kolchose zum 13. Parteitag der KPdSU, ich kann mich nicht mehr so genau erinnern – die 18 Kinder geboren hat. Alle im Abstand von einem Jahr, mit nur einer Ausnahme. Ansonsten aber immer in den Monaten Juni bis Juli. Jährlich. Ohne Mehrlinge. Das bleibt haften.

Dann war da noch der Dauerstudent, der jetzt im 40. Semester Geschichte und Politik auf Lehramt studiert, ohne bislang auch nur einen Tag gearbeitet zu haben. Wer nimmt denn den noch als Lehrer? Und wovon lebt der?

Heute aber gab es auch da einen neuen Rekord. Wieder ein Langzeitstudent. Er befindet sich mit seinem BWL-Vollzeitstudium um 51. (!) amtlich bestätigten Semester.

Ich schließe diesen kurzen Text mit den abschließenden Worten aus einer früheren Comic-Reihe:

Unglaublich? Aber so steht es geschrieben.



PS: Na, wer weiß, um welche Comic-Reihe es sich handelt?




9 Kommentare:

  1. Hi,
    zunächst mal die Comic-Reihe: Das waren die "Gespenster"-Heftchen, damals, vor vielen Monden, war das richtig gruselig ;o)
    Ich weiß schon, warum ich nichts von Rekordjagden halte *grins*.
    Habe übrigens Deine Krankengeschichte verfolgt und finde, sowas braucht echt kein Mensch! Hoffe, es geht Dir schnell wieder richtig gut, weil halbgut oder ziemlich gut oder geht so einigermassen ist ja nicht wirklich gut :o)

    Lieben Gruß
    Conny

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    1. Es gibt noch Menschen, die sich erinnern. Toll. :-)

      Gesundheitlich geht es so. Etwas Feinarbeit ist noch erforderlich, aber zum Schuften reicht es. Deine Hoffnung nehme ich gerne und dankend an.

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  2. Mit solcherlei Studenten habe ich auch schon beruflich zu tun gehabt: Die haben die Ruhe weg, da kann man noch was lernen? ;-). Nö, eigentlich nicht, weil sich die meisten von denen irgendwie von irgendwen aushalten lassen, was dann auch wieder nicht so lustig ist. Aber es gibt doch immer wieder so eine Mutti,die ihrem Mustersohn bis an ihr Lebensende den Geldbeutel öffnet...tzzz

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  3. P.s. : Wird man heutzutage nicht irgendwann exmatrikuliert, wenn man zu lange bummelt? Dachte ich zumindest...

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    1. Dachte ich auch. Ich weiß nicht, ob es Ausnahmen gibt, z. B. aufgrund von Behinderungen. Mal ganz wertfrei gesagt. Die Studienbescheinigung jedenfalls war aus dem letzten Jahr.

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    2. Jaein, die "alten" Diplomstudenten haben Bestandsschutz. Die "neuen" Bachlorstudenten haben in der Regel eine Regelstudienzeit von 6 Semestern aus dem sie relativ leicht 9 machen können. Jedes weiter Semester wird aber exponentiell schwerer ;-) also bei 11 ist da in der Regel schluss.
      Und so komische duale Studenten wie meine Wenigkeit haben ihren Bachlor in 6 Semestern oder halt nicht. Verlängerung ist nicht.

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    3. Und wieder ein Problem gelöst. Danke für die Aufklärung. :-)

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  4. Ich gebe hier und jetzt mal zu, dass ich nie Gespenster-Geschichten, in Heftchen oder otherwise, gelesen habe. Auch heute noch halte ich Abstand von allen Gespenster- und sonstigen Horrorstories, ob Clowns, Zombies oder Vampire ihre Protagonisten sind. Jedoch hatte auch ich mal eine Kundin aus der Kategorie "unglaublich"- die kriegte immer dann ein Kind, wenn die Strafhaft drohte. Insgesamt brachte sie es auf dreizehn, das letzte bekam sie mit 54. Ordnungsgemäß und standesamtlich verbrieft, versiegelt und was sonst noch alles. Oder der Vater, der in seiner Einkommensauskunft verkündete, er sei von Beruf Mörder, und das Land sei sein Auftraggeber (ersteres stellte sich als Nebentätigkeit heraus, und das zweite bedeutete, dass er seine Brötchen in Form von Graubrot in einer JVA zu sich nahm).
    Verrückte Namen gab es auch, zu Hauf. Eine meiner Lieblingsseiten im www ist nicht umsonst die Chantalismus-Seite. Immer wieder erschreckend, was Leute ihren Kindern so antun.

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    1. Ich würde ein Kind ja gerne Winnetou-Pumuckl nennen. Weil meine Angetraute mir immer verbietet, den Namen Karl-Heinz zu verwenden. Aber letztendlich stellt sich uns diese Frage nicht. ;-)

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