Seit dem 11. Juni bin ich jetzt lahmgelegt. Das sind fünf Wochen. Die zwei Tage, an denen ich einen Arbeitsversuch unternommen habe, lasse ich jetzt mal außen vor. Zum Sport komme ich auch nicht. Alleine der Gedanke daran ist ärztlicherseits verboten. Rückenschmerzen und zunehmende Konditionslosigkeit machen sich schon bemerkbar.
Natürlich gibt es im Laufe des Jahres immer wieder mal Phasen, in denen ich dem Sporttempel fern bleibe. Aber da bewege ich mich wenigstens noch auf Alltagsniveau. Doch aktuell ist ja noch nicht mal das drin. Eine Runde Einkaufen nach einem Arztbesuch war einer der Höhepunkte der letzten Wochen. Und dann nochmal der Rückweg von einem weiteren Arztbesuch, den ich umständehalber alleine und ohne Auto, also per Bus bewältigen musste. Ansonsten Sofa und Bett, zwischendurch hygieneerhaltende Maßnahmen oder vorübergehend mal auf die Terrasse, das war es.
Lesen klappt hier nicht so konzentriert wie im Krankenhaus. Zuviel Ablenkung. Und das Krankenhausbett war deutlich komfortabler und geeigneter als mein eigenes.
Gestern hatte meine Angetraute mich gebeten, ihr zwei Pakete Katzenstreu ins Gartenzimmer zu bringen. Zwei Mal etwa 10 kg die Treppe runter. Das sollte doch kein Problem sein, mache ich sonst, ohne darüber nachzudenken. Na von wegen, die habe ich jetzt deutlich gespürt.
Der große Mülltag in diesem Monat steht an; drei Sorten werden abgeholt. Hier steht noch einiges herum, was mitgenommen werden soll. Wir haben neue Katzenklos, die alten müssen weg, teilweise auch das alte Streugranulat. So eine – wenn auch durch Verbrauch reduzierte – Füllung hat schon ihr Gewicht. Und der Garten verdient ebenfalls Beachtung, das Unkraut ist in den letzten Wochen ziemlich geschossen. Ich habe mal eine Sichtung von der Terrasse aus vorgenommen, es sollte für mich kein Problem sein. So langsam muß ja mal wieder Bewegung in die Sache und vor allen Dingen in mich kommen.
Es breitet sich jedoch zunehmend Motivationslosigkeit auf, sinnvolle Dinge zu tun.
Jetzt stelle ich mir vor, wie es wäre, Langzeitarbeitsloser zu sein, sich fallen zu lassen, nur noch vor dem Fernseher abzuhängen und zu versumpfen. Nicht zur Arbeit gehen zu müssen kann ja ganz erfreulich sein. Das ist eine Frage der Persönlichkeit. Und der finanziellen Mittel, ganz zweifelsohne.
Beschäftigungslosigkeit aber ist einfach unerträglich.
Oha. Das kenne ich- lahmgelegt sein lähmt so richtig übel. Da muss eine bewusste Zielsetzung her, am besten erst Mal schön mit tief liegender Latte und eng gestecktem Zeitrahmen. Erstmal üben, eine Viertelstunde etwas zu tun, und zwar mit gestelltem Küchenwecker. Das ist nicht ganz so erschreckend viel wie "Jetzt jäten wir mal fünf Stunden Unkraut". Ich glaube, die Psyche braucht genau so vorsichtiges Warmturnen wie der Körper. Vor allem, wenn man ohnehin angeschlagen ist.
AntwortenLöschenMüll ist immerhin schon erledigt.
Löschen15 Monate zur Wohnungshaft durch Krankheit verurteilt, teilweise bettlägrig, drausen Sonne und die Kumpels. Ich kann komplett verstehen, wie es Dir geht. Irgendwann fällt die Decke einfach auf den Kopf. Aber so richtig.
AntwortenLöschenWünsch´ Dir gute und schnelle Besserung, nicht aufgeben, Struktur im Tag behalten ist wichtig. Das hat mich gerettet. Und wenn es nur Minimalsachen sind, immer dran bleiben.
LG, Holger
Es geht dem Ende zu. Nein, nicht meinem, sondern dem der Keime. :-) Deswegen muß ich ja zusehen, so langsam auch wieder anderweitig aktiv zu werden.
LöschenGute Zeit, der Garten ist schließlich auch fertig mit dem Keimen. ;-) Fehlt nur Regen. Als Äquivalent vielleicht duschen? :-)
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