Freitag, 11. Juli 2014

Durchtriebene Gedanken

Hauskater Marty hat bekanntlich die Angewohnheit, vor dem Badezimmer Wache zu stehen, wenn ich mich unter der Dusche befinde. Dahinter steckt sein durchaus uneigennütziger Hintergedanke, von mir durchgewuschelt werden zu wollen. Als folgsamer Dosenöffner erfülle ich ihm natürlich sein Begehr.

Nun hat der Herr Kater in der Zwischenzeit seine Vorgehensweise rationalisiert. Er wartet zumeist in seiner Schlafmulde an seinem Kratzbaum darauf, daß die Geräuschkulisse des Duschens oder auch des Zähneputzens sich dahingehend ändert, daß von dem baldigen Ende meines Tuns in diesem Raum ausgegangen werden kann. Da die Tür zum Badezimmer in letzter Zeit nicht immer geschlossen ist, bekomme ich  schon mit, was draußen geschieht. Und tatsächlich lässt sich anhand der Geräusche, welche er beim Aufschlag auf den Boden von sich gibt, zweifelsfrei erkennen, daß Marty sich erst in Bewegung setzt, sobald ich Anstalten mache, den Raum zu verlassen. Ist ja auch bequemer, in der Mulde zu liegen als vor dem Badezimmer zu sitzen. Er identifiziert den Zeitpunkt  vermutlich daran, daß ich beginne, verschiedene Dinge wieder in den Spiegelschrank zu räumen.



Schlauer Bursche.

Sofort reibt er sich an meinen Beinen, sein Schwanz zuckt zittert vor Aufregung, er erwartet seine Streicheleinheiten. Die bekommt er dann auch. Besonders gerne rammt er dabei seinen Kopf in eine meiner zu eben diesem Zweck in Position gehaltenen Hände und reibt sein Gesicht genüsslich in der Handinnenfläche. Und es ist ihm nicht unwillkommen, wenn ich etwas Gegendruck aufrecht erhalte, damit er mit noch stärkerer Kraft gegen die Hand pressen kann.

Vermutlich wäre es ziemlich scheiße unschön von mir, wenn ich zu so einer Gelegenheit mal einen nassen Lappen in meiner Handfläche halten würde.

Oder?



11 Kommentare:

  1. Haha, ja so sind sie, die Katzen. Mein dicker, schwarzer Kater ist ein wenig, sagen wir mal, stumpfer, was so etwas angeht. Wenn er was will, setzt er sich einfach in den Weg und läuft einem solange zwischen den Füßen rum, bis man hinfällt oder macht was er will. Der will übrigens seltener kuscheln, eigentlich immer fressen...;-)

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    1. Es ist unglaublich, wie wenig gierig Marty und seine Schwester Smilla bei der Fütterung der Raubtiere sind. Immer nur kleine Portionen, und das fast schon tiefenentspannt. Lilly gleicht das alles wieder aus. Zumindest, wenn es um Nassfutter geht.

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  2. Waschlappen? Hrhrhrhrhrhr..... Ich würde ja auch einfach mal zwischen Zähneputzen und Duschen was in den Spiegelschrank räumen. Macht es doch für Euch Beide interessanter. ;-)
    LG, Holger

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    1. Hast du schon mal eine Katze unter der Dusche erlebt? Und dann auch noch, während du dabei bist? Das willst du nicht. Niemals auf und auf gar keinen Fall.

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    2. Katze in Bad? Maximal in Aspik. Oder gedünstet, wie Paul Panzer vorschlägt. Aber in der Dusche, da bin ich der Kapitän!

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    3. Natürlich sollte er dann vorher die Badezimmertür schließen, damit der Kater draußen warten muß.

      Ich fände das Experiment auch mal interessant.

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  3. Waschlappen - oder mal eine Duftprobe des Rasierwassers. Aber dann würdest du dir nur ins eigene Fleisch schneiden - denn dann kommt er eben nicht mehr an und reibt sich. Und gib es doch zu: auch du willst das! ;)

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    1. Rasierwasser gibt es hier nicht, ich bin Bartträger. Das Reiben hat natürlich den Vorteil, daß ich mich an der Stelle nicht abtrocknen muß.

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  4. Bisschen Zahnpasta statt Rasierwasser... Katzen stehen doch auf zarten Minzduft, oder??
    Meine sitzen morgens schon wie die Orgelpfeifen vor der Schlafzimmertür, wenn ich aufstehe. Das Ritual will, dass sie versuchen reinzukommen, und ich versuche, rauszukommen, ohne dass sie reinkommen. Ihre Versuche sind eher halbherzig, wissen sie doch, dass ich die Tür fest hinter ihnen zu mache, wenn sie hineinkommen sollten. Dann gibts Futter, aber in der Küche. Triebaufschub ist nicht ihr Ding, also ist die ganze Ins-Schlafzimmer-Wollen-Geschichte eine reine Farce, aber deren Aufführung ist offenbar Ehrensache.

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    1. Ich sage es doch immer wieder: Alle gleich. Alle. Ohne Ausnahme. Fast. Und dennoch sind es die unterschiedlichsten Charaktere. Ich würde jede meiner bislang sechs Katzen nur an ihrem Verhalten von den anderen unterscheiden können. Und dann auch wieder nicht.

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  5. Liebenswerte Psychopathen, mit Fell. Ich könnte sie allein schon am Klickern der Krallen auf dem Laminat unterscheiden. Ersatzweise an dem Geräusch, das entsteht, wenn sie vom Schrank fallen oder springen. Hört man es auch noch im Treppenhaus, dann war es der dicke Paul :)

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