Wie wir uns hoffentlich
erinnern, wollten einige meiner Kollegen und ich uns einst etwas näher mit
Tabletop-Spielen beschäftigen. Da wir mit unserem großen Ziel, gegeneinander mit großen Armeen Warhammer zu spielen, nicht sehr viel weitergekommen sind, wandten wir uns dem Spiel Mortheim zu. Dieses benötigt weit weniger Miniaturen. Ich
hatte erzählt, daß sich aus unserer kleinen Runde eine riesige Kampagne mit zahleichen Spielern und hunderten durchgeführten Spielen entwickelt hat. Nicht berichtet hatte ich hingegen, wie es dazu kam.
Wir schreiten etwas zurück in der Zeit. Noch besteht ausschließlich unsere kleine Mortheim-Runde. Da meine Angetraute und ich zwischenzeitlich ins Neustädter Ländchen gezogen waren, hatte ich keinen Spieler mehr, der in unserer Nähe wohnte. Zu dieser Zeit war es im Internet schon üblich, daß sich Gleichgesinnte über verschiedene Foren austauschten. Mir waren diverse Foren bekannt, in denen es um Tabletop-Spiele ging. Nicht alle haben die Zeiten überlebt, aber in denjenigen, denen dies gelungen ist, zähle ich heute zu den Urgesteinen unter den Mitgliedern. Ich verfolgte alles, was da so geschrieben wurde, mit deutlichem Interesse und konnte auch zum Thema Mortheim einiges an Fachwissen und Informationen beisteuern.
Nach
ihrem doppelten Bandscheibenvorfall wurde die zweitbeste Ehefrau von allen für mehrere Wochen in eine Rehamaßnahme geschickt. Ich war also Strohwitwer. Zu dieser Zeit stieß ich in einem jener Foren auf einen Aufruf. Ein Typ namens Michael suchte aus dem Raum Neustadt Warhammer-Spieler. Nun ist es für mich
deutlich einfacher, mich schriftlich auf ein solches Ersuchen zu melden als telefonisch oder gar persönlich. Also antwortete ich. Schnell waren wir im Austausch von E-Mails, um uns auf ein Spiel zu verabreden.
Als Resultat des
Wunders der weltweiten Kommunikation inbeinahe Lichtgeschwindigkeit zeigte sich, daß Michael 100 Meter Luftlinie von uns entfernt wohnte. Ich konnte von unserem Balkon aus fast die Eingangstür des Hauses sehen, in dem er wohnte. Genial. Zudem war Michael ungefähr in meinem Alter, was ich auch nicht unbedingt als verkehrt empfunden habe.
Wir einigten uns zunächst auf ein kleineres Spiel mit Miniaturen im Wert von 1.000 Punkten. Genau so viel hatte ich bemalt. Ich war ja blutiger Anfänger, was Michael auch wusste. Er hingegen war größere Spiele gewöhnt, Standard war seinerzeit eine Armeegröße von 2.000 bis 2.500 Punkten. Damit boten sich natürlich auch wesentlich mehr Möglichkeiten. Aber bei einem Anfänger darf es ruhig mal kleiner ausfallen, bis dieser die Spielmechaniken begriffen hat.
Doch würde ich es wirklich schaffen, die 100 Meter zu laufen und mit meinen Miniaturen bei ihm aufzuschlagen. Alles sprach dagegen.
(wird in loser Folge fortgesetzt)
Mein Sohn spielt auch sowas, in einem Verein (!). Meine Spielbegeisterung hat sich bisher ausschließlich auf die elektronischen Varianten beschränkt.
AntwortenLöschenIch habe das auch mal mit Blood Bowl als PC-Spiel versucht. Fand ich jetzt nicht so prickelnd, im Gegensatz zum Spiel mit Figuren eher unübersichtlich. Aber ich habe es ohnehin nicht so mit PC- und Konsolenspielen, von wenigen Ausnahmen mal abgesehen. Und die spiele ich nicht besonders intensiv.
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