Dienstag, 15. Juli 2014

Kommunikationsformen

Es ist etwas später, aber immer noch am Tag des WM-Finalspieles. Die Terrassentür stand offen. Besondere Bedenken über mögliche Ausbüxversuche der Katzenbande mussten wir nicht haben. Lilly hatte mittags zum ersten Mal seit Langem eine kurze Verwarnung in Form eines mahnend betonten Ausspruchs ihres Namens von mir erhalten, als eine ihrer Pfoten vorsichtig die Grenze zur Außenwelt passierte und ward seitdem nicht mehr in Türnähe gesehen. Da von draußen in weiter Ferne ein einzelnes, leises Gewitterdonnern zu hören war, würde Marty höchstens mal in einem Anfall von bodenlosem Leichtsinn aus dem Gartenzimmer kommen, und Smillas Interesse an der Außenwelt besteht stets nur, solange zwischen eben dieser Welt und ihr mindestens eine Glasscheibe vorhanden ist.

Auf unserer Straße fuhren ungewöhnlich viele Autos vorbei. Wir wohnen in einer Sackgasse, da ist eher selten mit viel Verkehr zu rechnen. Den Aufmachungen der Autoinsassen zu Folge ließ sich vermuten, daß man zum Rudelgucken oder sonstigen vergleichbaren, eher passivsportlich orientierten Aktivitäten aufbrach.

Ein paar Straßen weiter waren einzelne Teilnehmer am bundesdeutschen Personenkraftverkehr zu vernehmen, welche bereits für den wohl erwarteten anstehenden Autokorso nach Ende des WM-Finalspieles übten. Plötzlich war auch ein einzelnes kurzes Hupen aus unserer Straße zu vernehmen.  Man schien jemanden mitnehmen zu wollen und nutzte zu diesem Zweck illegalerweise das Horn des Kraftfahrzeuges. Ich kann so etwas ja absolut nicht leiden und gab meiner Angetrauten hierzu folgende Kunde:

„Man könnte es ja auch mit der bewährten Methode machen und aussteigen, sich zur Haustür bewegen und die Türklingel benutzen. Aber das wäre ja etwas viel verlangt.“

„Ja, aber natürlich könnte man auch meine Vorgehensweise übernehmen.“

„Die da wäre?“

„Einmal mit dem Handy anrufen und kurz klingeln lassen. Aber das mache ich ja auch nur, wenn ich zu Hause vorfahre.“

„Ach so, ja. Aber er ist ja nicht zu Hause.“

„Stimmt, aber vielleicht kommt der ja von irgendwo her und will seine Frau oder Freundin abholen.“

„Das glaube ich nicht, der wartet auf einen Kumpel.“

„Warum das denn nicht?“

„Er würde nicht den Motor laufen lassen, während er auf eine Frau wartet. Bei der dann zu erwartenden Standzeit wäre das Benzin zu teuer.“



12 Kommentare:

  1. *lach* Der Erklärung deinern Angetrauten ist nichts mehr hinzuzufügen. Genau so isses. Zumindest bei Frauen (wie mir), die dem Klischee entsprechen. Allerdings kenne ich auch einen Mann, den niemand, der bei Sinnen ist, mit laufendem Motor einzusammeln gedenkt. Meinen. Der ist nämlich ein zeitloses Wesen. ;)

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    1. Öhm, der böse Spruch mit dem Benzin kam von mir. ;-) Und was deinen Mann betrifft: Wir alle haben unsere femininen Seiten. :-D

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    2. Ups. Wer lesen kann ist klar im Vorteil. ;))

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  2. Messerscharf, der Wahrheit im vollen Umfang entsprechend, erkannt. :-)

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    1. Langjährige Erfahrung bei Fahrgemeinschaften mit Kolleginnen...

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    2. Plural? Habt Ihr da für unterwegs auch Verpflegung dabei? Snickers zum Beispiel...?

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    3. Nein, ich habe im Laufe der Jahre vier Mal Anläufe gemacht, immer wieder mit anderen Kolleginnen. Hat sich eben so ergeben. Nur bei einer ging das zeitlich vernünftig über die Bühne.

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    4. Da fällt mir noch was ein. Guck mal hier: Klick mich

      Die war zwar was das Zeitmanagement angeht nicht die Schlimmste, aber sonst - eigenartig. Was die Schlimmste angeht, muß ich irgendwann mal einen Eintrag machen.

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  3. Es ist definitiv ein Gebot der Höflichkeit, auszusteigen und zu klingeln... die Leute, die sich hinterm Steuer verschanzen und hupen, können dies sehr oft tun, wenn sie mich damit erreichen wollen. Auf Hupen hör ich nicht.

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  4. Benzin nur zu teuer? Also ich habe dann immer die Befürchtung, der Tank ist leer, wenn wir losfahren! ;)

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    1. So was würde ich mich ja nie trauen auch nur anzudeuten. :-D

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