Donnerstag, 20. September 2018

Warum nur?

Was das LASA immer mehr benötigt, sind Terminvertreter für gerichtliche Verfahren. Der dafür verpflichtend auserkorene Personenkreis, zu dem ich auch zähle, davon aber augrund drohender Panikattacken im Einsatz durch Frau Schubert befreit wurde, genügt trotz Ausweitung schon lange nicht mehr. Die Zahl der Verfahren ist zunehmend. Wenn ich überlege, mit wie wenigen Personen diese Aufgabe noch vor dreißig Jahren gestemmt wurde… na ja.

Man nimmt heute also jeden, den man kriegen kann. Er muß nur mindestens die Qualifikation eines Sachbearbeiters haben. Berufserfahrung, persönliche Eignung, echte breite fachliche Qualifikation – uninteressant. Man steht bei uns als Terminvertreter für alle anfallenden Rechtsgebiete zur Verfügung, gleich ob sich darin auskennt oder nicht.

Weisungsgemäß habe ich auch die Bachelorette gefragt, ob sie sich einen entsprechenden Einsatz vorstellen könne. Sie hat tatsächlich begeistert zugestimmt. Das arme Kind weiß noch nicht, was es sich damit antut.

So kam sie eines Tages von einer kurzen Unterredung bei Frau Schubert wieder zurück an ihren Platz und erzählte stolz, wann sie zum ersten Mal – immerhin noch in nur begleitender Funktion – an einem Gerichtstermin teilnehmen werde.

„Und sagen Sie mal, Herr Paterfelis, was erzählen Sie eigentlich der Frau Schubert so alles? Die meinte doch tatsächlich, daß ich da auch mal still sein müsse.“

Aus der anderen Hälfte unseres Zimmers war ein gewisses verdächtiges Glucksen und Prusten zu vernehmen, während ich mich gerade noch so beherrschen konnte.

„Ihr muß ich gar nichts erzählen; sie kommt auch regelmäßig an unserem Zimmer vorbei und kriegt mit  was hier los ist, ohne daß Sie es sehen.“

„Als ob ich viel reden würde. Und wieso überhaupt haben Trudi und Raissa gerade so gelacht?“

Vermutlich einfach nur aus purer Lebensfreude. Kann ich mir gar nicht anders vorstellen.




2 Kommentare:

  1. Auch wenn ich in meinem Leben nur ein paar Monate im Büro gesessen habe, das trockene Gekicher einer Kollegin hab ich bis heute im Ohr. Es klang wie Sandkuchen. Nur kaltschnäuziger.

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    1. Bei dieser Beschreibung beginnt meine Phantasie mit mir durchzugehen.

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