Samstag, 29. September 2018

Vorstellungen, Staffel 3, Teil 6 - Mal wieder ein paar Erkenntnisse

Die zweitbeste Ehefrau von allen hat den ihr verordneten Strampelanzug die Kompressionsstrümpfe mit den entsprechenden Ausbauteilen in Richtung Bauch ausprobiert. Das Ergebnis ist ernüchternd. Obwohl das noch eine etwas geschönte Beschreibung des Ganzen ist. Die Schmerzen haben sich deutlich verschlimmert.

Sebastian, ihr Physiotherapeut, grinst nur. Er habe dies erwartet. Da die zweitbeste Ehefrau von allen ein eher friedliebender Mensch ist, haut sie ihn nicht direkt, sondern fragt erst mal, warum er das nicht schon vorher gesagt habe. Die Begründung ist ebenso schlicht wie einleuchtend:

„Damit du dem Arzt aus eigener Erfahrung davon berichten kannst.“

Ihre Muskeln sind weiterhin vollkommen verhärtet.

Anne, die befreundete Orthopädin, hat die vermurksten MRT-Bilder inzwischen auch den Radiologen aus ihrem Krankenhaus gezeigt. Diese äußerten – höflich ausgedruckt – ein gewisses Unverständnis darüber, daß man aufgrund dieser Bilder als Radiologe überhaupt auch nur daran gedacht habe, einen seriösen Bericht zu schreiben, denn dies sei vollkommen ausgeschlossen. Das Entsetzen darüber, daß dies doch geschehen sei, war tatsächlich wohl unübersehbar.

Also gilt es, den nächsten Termin beim Orthopäden abzuwarten. Dieser würde wieder beim Alt-Arzt erfolgen, nicht bei seinem Praxisnachfolger. Er steht praxisintern für sie auf der schwarzen Liste.

Eine Woche später, es ist Freitag der Dreizehnte, quasselt ein Mitarbeiter der Krankenkasse auf unseren Anrufbeantworter. Die zweitbeste Ehefrau von allen ruft zurück und gerät an das Callcenter der Krankenkasse. Der Callcenter-Fraggle erklärt, daß man seitens der Krankenkasse nichts machen könne, das ausgelieferte Gerät sei zweckmäßig, ausreichend und hätte die gleichen Leistungsparameter wie das verordnete.

Nach einigem Hin und Her zu dem Thema, bei dem seitens des Callcenter-Fraggles die üblichen vorgegeben Plattitüden für nervende, uneinsichtige Kundschaft geäußert werden, kommt man zu einem entscheidenden Punkt:

„Hat Ihnen die Firma Katzenfels denn aus dem zur Verfügung stehenden Portfolio kein alternatives Gerät zum Testen angeboten?“

Die Frage ist eindeutig mit einem Nein zu beantworten.

„Wären Sie denn bereit, einen solchen Test zu machen? Ansonsten müssten Sie, wenn Sie dennoch auf dem verordneten Gerät bestehen, mindestens vier Nächste im Schlaflabor verbringen und ein Gutachten einreichen, aus dem sich ergibt, warum nur dieses eine Gerät bei Ihnen funktioniert.“

Mal abgesehen davon, daß ich auf einige Nächte im Schlaflabor aus verschiedenen Gründen keinen Bock habe, würde dies nach meinem Kenntnisstand auch bedeuten, mindestens ein halbes Jahr auf einen Termin zu warten. Und wie ich auch hier bereits mehrfach geäußert habe, bestehe ich nicht auf das verordnete Gerät. Also war die Entscheidung einfach. Ich probiere alternative Geräte aus.

Nun stellt sich noch die Frage, was mit der bereits erhobenen Zuzahlung für das gelieferte und wieder zurückgegebene Gerät ist. Nun, diese bleibt unverändert bestehen. Es folgt ein Roman über die Pflicht zur Zuzahlung. Die vorgegebene Sprachblase wurde also mal wieder abgespult, ohne auf das tatsächlich zuvor bezeichnete Problem einzugehen. Denn dieses lautet:

„Muß ich die Zuzahlung für ein Jahr vollständig leisten, obwohl ich das Gerät nur ein paar Tage in Besitz hatte?“

Dabei geht es mir nicht um die fünf Euro irgendwas, sondern eher um die Vermeidung von Abrechnungskomplikationen.

Der Callcenter-Fraggle erklärt auf Nachfrage und nochmaliger Darstellung des Problems, daß die Zuzahlung auf jeden Fall so wie gefordert zu zahlen ist. Sie wird in dieser Höhe fällig, sobald die Therapie begonnen wurde, egal wie lang sie dauert oder ob sie vorzeitig abgebrochen wird. Die Verträge mit der Firma Katzenfels sind so ausgestaltet, daß sie die Miete für den bewilligten Zeitraum, in meinem Fall also erst mal für ein Jahr, in voller Höhe bekommen, auch wenn ich die Therapie nach einem Tag abbrechen sollte und ihnen das Gerät wieder zur Verfügung stünde.

Eine interessante Vertragsgestaltung.

Nun gut, meine Frage ist beantwortet, und eine Lösung des Grundproblems scheint in meiner kühnen Vorstellung auch näher gerückt zu sein. Man werde sich mit der Firma Katzenfels in Verbindung setzen und sich Montag wieder melden.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Es ist erlaubt und gewünscht, meine Beiträge zu kommentieren. Die Kommentare werden von mir moderiert. Kein Kommentar wird freigeschaltet, ohne daß ich ihn zuvor gelesen habe. Solltest du also vorhaben, hier herumzupöbeln, zu trollen oder dich sonst wie unangemessen zu äußern, so empfehle ich dir, die Arbeit zu sparen.

Haltet euch bitte an die Grundsätze eines anständigen Miteinanders, damit wir hier eine schöne Zeit zusammen verbringen können.

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.