Es geht auf 20 Uhr zu. Zu meiner Kindheit und Jugend war
dies eine magische Uhrzeit. Die Altvorderen werden sie noch kennen. Es ist die
Zeit für die Hauptausgabe der Tagesschau. Und damit auch die Uhrzeit, nach der
man nirgendwo mehr anruft oder gar an der Tür klingelt, es sei denn, man war
ausdrücklich eingeladen. Für mich gilt diese Grenze heute immer noch. Es steckt
in mir drin und ich sehe auch keine Veranlassung, von dieser Ansicht abzulassen.
Also wächst auch in mir die Unruhe, ob
der Boom-Master 3000 hier tatsächlich wieder rechtzeitig erscheint. Er ist für
die zweitbeste Ehefrau von allen an Montagen ein unersetzliches Arbeitsmittel.
Schließlich klingelt es. 20 Uhr ist deutlich vorbei. Wieder
wird mir bewusst, daß ich in der heutigen Zeit nicht mehr so ganz zu Hause bin.
Die Übergabe erfolgt und – nicht zu vergessen – die ersten
Eindrücke zu den Aufnahmen aus dem MRT werden geschildert. Es ist ernüchternd.
Die Bilder sind verwackelt, die Position ist fehlerhaft. Nichts davon ist
nutzbar. Anne werde aber nochmal die
Radiologen des Hauses interviewen. Sie selbst kann nicht nachvollziehen, wie
man anhand dieser Aufnahmen auch nur irgendeine Diagnose stellen könne. Sie hat
unabhängig von der missglückten Aufnahme den Verdacht, daß es eine Ausstrahlung
von einem entzündeten Ischias sein könne.
Am Montag erreicht uns eine E-Mail der Firma Katzenfels. Am
Mittwoch werde man Zeit für ein Gespräch in dem Neustädter Büro haben. Der
Termin wird von der zweitbesten Ehefrau von allen wahrgenommen. Wir haben die
Erwartung, daß die Geräte getauscht werden. Mit der Handhabung des neuen
Gerätes bin ich vertraut, die Schlafmaske ist bereits auf mich eingestellt,
also habe ich die Vorstellung, daß man auf meine Anwesenheit verzichten kann.
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