Dienstag, 1. Mai 2018

Süße Burschen

Wie der geneigte und schon länger meinen kleinen Blog verfolgende Leser sich hoffentlich zu erinnern vermag, bin ich ein leidenschaftliches Spielkind. Nach jahrelanger Abstinenz ist es mir gelungen, neben der Spielerunde im Büro auch wieder eine derartige regelmäßig stattfindende Runde in der heimischen Wohnhöhle zu etablieren. Es gibt Spiele, die lassen sich nicht in der beschränkten Zeit zwischen dem frühest möglichen Zeitpunkt für den Feierabend und den spätest möglichen Zeitpunkt zum Verlassen des Büros durchführen – sei es, weil sie zu aufwendig sind, zu lange dauern oder nicht so viele Mitspieler vertragen.

Im Büro hatte es der aktuell regelmäßige Interessentenkreis zuletzt immerhin auf acht Personen gebracht, bis aufgrund der sich aufbauenden Aktivitäten rund um den quersitzenden Furz des Herrn Geschäftsführers die Motivation zu meinem größten Bedauern wieder zum Erliegen kam und man doch lieber arbeiten wollte, um noch irgendwelche Zahlen zu retten. Danke dafür. Zu Hause besteht die Runde aus Frl. Hasenclever, Sven, Ludwig und gelegentlich der zweitbesten Ehefrau von allen.

Dieses Mal trieb sich die zweitbeste Ehefrau von allen auswärts herum, während die Kollegen und ich uns die Zeit im Metzelsaal, der wohnhöhleneigenen Spielhölle, vertrieben. Obligatorisch standen Brötchen mit Kräutermett und Zwiebeln bereit, um deren Dezimierung sich insbesondere auch Frl. Hasenclever stets sehr verdient macht. Irgendwann erreichte sie der Ruf der Natur.

„Ich muss mal eben wohin.“ unterbracht sie das aktuelle Spielgeschehen. „Hört aber gefälligst weg.“

„Frl. Hasenclever, sie müssen nicht die Toilette hier unmittelbar nebenan nehmen. Sie können auch das Gästeklo oben im Erdgeschoss nutzen.“

„Nein, dazu muß ich ja die Treppe rauf. Aber ich mag nicht, wenn jemand zuhört.“

So sprach sie und verschwand.

Alexa, spiele Iron Maiden.“

Die Musikauswahl konnte ich mir auch nur aufgrund der Abwesenheit der Angetrauten leisten. Das Gerät fing an, unter gefälligem Nicken der sonstigen Anwesenden das Gewünschte zu spielen.

„Alexa, lauter.“

Das Wunderwerk moderner Technik erhöhte weisungsgemäß den Pegel.

„Alexa, noch lauter.“

Das Gerät tat wie ihm geheißen, als unvermutet die Stimme Frl. Hasenclevers aus Richtung der Örtlichkeit ertönte.

„IHR SEID SOOOO SÜSS!“

Ja, wissen wir. Aber es ist trotzdem schön, es hin und wieder mal zu hören.






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