Die Querelen mit Herrn Harnischfeger neigen sich dem Ende
zu. Endlich. In zwei Wochen ist seine Wiedereingliederung abgeschlossen. Für
meine Begriffe ohne Erfolg, denn was er bislang täglich an Arbeitspensum
schafft ist deutlich weniger, als man es auch nur von einer Halbzeitkraft
erwarten kann. Von seinem persönlichen
Verhalten mal ganz abgesehen. Aber wer fragt schon mich als denjenigen, der
seine Wiedereingliederung begleitet? Eben! Ein künftiger Einsatz in unserem
Fachbereich ist für mich zum jetzigen Stand und nach einigen Vorfällen indiskutabel.
Punkt.
Doch wie die Fügung es will und ein rechtzeitiger Hinweis meinerseits
an Frau Schubert auf bestehende Interessenlagen auch seinerseits, welche er vor
einigen Jahren mal geäußert hatte, es begünstigten, wird er in wenigen Tagen in
unseren Außendienst wechseln. Und das noch vor Ende seiner Wiedereingliederung,
so daß die finale Entscheidung über Erfolg oder Misserfolg von den dortigen
Kollegen getroffen werden muß. An sich sollte die Versetzung mit sofortiger Wirkung erfolgen, aber Frau Schubert verzögert dies aus nicht nachvollziehbaren Gründen. Also muß ich ihn noch ein paar Tage länger als nötig mit irgendwelchen Dingen beschäftigen, bei denen er keinen Schaden anrichten kann und sich trotzdem als Sachbearbeiter behandelt fühlt.
Auch gut. Was danach folgt, ist nicht mehr mein Problem.
Heute wurde die Entscheidung allgemein bekannt gegeben. Herr
Harnischfeger hat die Gelegenheit genutzt, alle Kollegen mit Kind und Kegel zu
sich nach Hause zu einer Grillveranstaltung als Abschiedsfest einzuladen. Sehr
gewagt. Das könnte ins Auge gehen. Um nicht zu sagen Das wird ins Auge gehen. Denn ich wage zu bezweifeln, daß die Interessenlage
zu einer Teilnahme sehr ausgeprägt ist. Juckt mich aber auch nicht weiter,
außerdem habe ich dann Urlaub. Und selbst wenn nicht – hingegangen wäre ich
nach den hier nicht schilderbaren Ereignissen der letzten Wochen und Monate mit
Sicherheit nicht.
Und sonst?
Meine Ex-Azubinette bin ich los, was nicht nur Frl.
Hasenclever und mich maßlos ärgert. Sie wechselt in den Fachbereich
Leistungsgewährung, rüber zu Nadjas Truppe. Gegen ihren Willen, aber man
benötigt dort Personal und bekommt es, obwohl die Arbeitssituation dort gerade
etwas spärlich ist. Uns mal gegebene personelle Zusagen – auch in anderem
Zusammenhang – sind mal wieder Schnee von gestern und niemandem erinnerlich.
Außer uns. Wir bekommen dafür eine Assistentin aus einer anderen Außenstelle,
die erst mal für unsere Bedürfnisse flott gemacht werden muß.
Frau Kuchenbäcker durfte/musste - je nach Gusto, ich sage das ganz wertfrei - Dienstag auch ihre einjährige Abwesenheit feiern. Die Stelle wird jetzt schon nachbesetzt. Nach einem Jahr Dauervertretung. Wir bekommen eine Bachelorette, die ich einarbeiten darf. Und das jetzt, nachdem ich an sich die
Zeit benötige, meine durch Herrn Harnischfeger arg strapazierten Akteninhalte
wieder auf Vordermann zu bringen.
Ich komme halt nie zur Ruhe, geschweige denn in eine
gesittete Arbeitssituation.
Letzte Woche wurden die Assistenten unserer Außenstelle getrennt nach Fachbereich zusammengetrommelt und befragt, ob jemand vorhat, in den nächsten zwei Jahre schwanger zu werden, in Rente zu gehen oder zu kündigen. Für die Personalplanung. Denn wenn das jetzt nicht feststeht und trotzdem eine Stelle frei wird, bekommen wir in den nächsten zwei Jahren zwar Auszubildende zur Betreuung, aber keiner von denen wird bei uns bleiben, weil die dann schon anders verplant sind. Mit anderen Worten: Wird ab November, nach Abschluss der Personalplanung aus der Hauptverwaltung, bei uns auf der Ebene der Assistenten überraschend eine Stelle frei, darf diese zwei Jahre lang vertreten werden.
Ich melde an: noch 14 Jahre und neun Monate und der Rest von diesem. Nur, damit meine Nachfolge gesichert ist. Auch wenn von den aktuellen Kollegen erklärtermaßen keiner Bock hat, meinen Job zu übernehmen. Aus Gründen.
Countdown läuft.
Der ganz normale Wahnsinn.
AntwortenLöschenErschreckende Normalität.
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