Montag, 13. August 2018

Ansichtssache

Im Intranet des Landesamtes für sozialen Ausgleich, allseits als LASA bekannt, stolperte ich über einen Eintrag. Der Herr Geschäftsführer hat angekündigt, daß das Verfahren zum Führungsfeedback im nächsten Jahr wieder aufgenommen wird. Über die Sinnhaftigkeit der Aktion bin ich mir nicht im Klaren. Da ist zu viel unbegleitete Psychologentheorie drin, welche sich nicht mit der Realität deckt. 

Eine Erinnerung an den letzten Durchgang vor einigen Jahren drängte wieder in mein Bewusstsein. Und die Erkenntnis, daß eine seinerzeit getroffene Vereinbarung bis heute noch nicht umgesetzt wurde.


***


Führungsfeedback. Die nahezu ganztägige Veranstaltung im LASA neigte sich dem Ende zu. Die Stimmung war tendentiell als gut zu bezeichnen; Zufriedenheit breitete sich aus. Gegenüber der Moderatorin wurde eine Gemeinschaftsveranstaltung angesprochen. Natürlich gab es da unsere traditionelle abendliche Nachweihnachtsfeier im Restaurant zum Kleinen Chinamann, denn irgendwie ist ja immer nach Weihnachten. Und die gelegentlichen Mittagspausen am gleichen Ort. Aber auch ein mögliches Treffen im Garten eines noch zu bestimmenden zu verpflichtenden gefreiwilligten Kollegen.

„Der Feuerrost von meinem Grill hat 52 cm Durchmesser, da passt das schon.“

Herr Harnischfeger gab seinem Bedürfnis nach Kumpanei wieder nach und zeigte sich der festen Überzeugung, den ganzen Fachbereich souverän mit Hilfe seiner heimischen Ausrüstung durchfüttern zu können.

Der Ökoklaus und ich schauten uns an.

„Herr Harnischfeger! Sie, der Ökoklaus und ich – und was essen die anderen?“

„Die essen nicht so viel.“

Frl. Hasenclever mischte sich ein.

„He, ich kann auch viel essen.“

„Klar, Frl. Hasenclever. So wie beim Chinesen.“

„Natürlich.“

„Nein. Hier geht es um richtiges Essen. Nicht so ein Pseudo-Essen wie Schalentiere, bei denen mehr Müll auf dem Teller liegt als alles andere.“

„Aber ich habe ganz oft nachgeholt.“

„Beim nächsten Mal mache ich Ihnen den Teller voll.“

„Außerdem will ich beim Grillen auch ein ordentliches Stück Fleisch auf dem Teller haben.“

„Würstchen sind kein Fleisch. Und Salat gilt auch nicht.“

„Ich will Steak. Und damit das klar ist: Alles unter 5 cm ist Carpaccio.“

Das ist doch mal Klartext.


***


Wir haben hier in der Region die Möglichkeit, eine solche Veranstaltung auch ohne die Notwendigkeit der Heimsuchung eines Kollegen durchzuführen. Allerdings wage ich zu behaupten, daß das Interesse daran nicht übertrieben ausgeprägt ist. Wäre sonst in den vergangenen Jahren dahingehend nicht irgend etwas  geschehen? 

Um die Nachweihnachtsfeier wird sich inzwischen ebenso wenig gekümmert wie um die monatlichen Spielenachmittage. Ich dränge mich da nicht mehr in den Vordergrund, sondern warte ab, bis der erste meckert, daß nichts mehr geschieht. Dabei ist die Grundstimmung in unserem Fachbereich an sich noch nicht mal schlecht.

Vielleicht erlaube ich mit den Spaß, diese Absprache beim nächsten Führungsfeedback in Erinnerung zu rufen. Einfach nur mal so. Aber bis Frl. Hasenclever wieder an der Reihe ist, werden wohl noch mindestens zwei Jahre vergehen.

Mal sehen, was bis dahin noch passiert.




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