Samstag, 10. Februar 2018

Ein Berliner Krapfenpfannkuchen

Irgend etwas lag in der Luft. Schon am Vortag, als ich den Angebotsprospekt des örtlichen Nahversorgers studierte und dort in meinem unbewussten Wahn als im Angebot befindlich Berliner mit Mettfüllung an statt Berliner mit Mehrfruchtfüllung las, war absehbar, dass etwas geschehen würde. Eine unbestimmte Bedrohungslage baute sich auf...

Trudi kam Donnerstag mit einem unfassbar albernen lustigen Hut ins Büro. Sofort war klar, was die Stunde geschlagen hat, zählt Trudi in unserer ethnisch bunt gemischten LASA-Außenstelle doch zur aus dem Rheinland stammenden Fraktion und lebt das dort schon mit der Muttermilch aufgesogene Kulturgut auch gerne mit einer gewissen Leidenschaft aus.

Leiden schafft heute bei mir schon alleine der Gedanke an die karnevalistischen Umtriebe, aber da Raissa was betrunkene Menschenmassen angeht, welche in überfüllten stickigen Räumen seltsame Lieder singen grölen ganz meiner Meinung ist, blieb es in der Höhe im Schicksalsberg angemessen ruhig. Seit Mandy aus unserem Büroraum ausgezogen war, gilt das Radio ohnehin als stillgelegt.

Aber gewisse Vorzüge des rheinländischen Brauchtums, an welchen Trudi uns teilhaben lassen wollte, soll man nicht unter den Tisch fallen lassen.


- würde auf dem Boden unter dem Tisch ja auch kleben -


Und es war ein sehr guter Berliner, Krapfen, Pfannkuchen oder wie auch immer, frisch aus einer echten Bäckerei mit einem echten Bäcker. Locker leicht, schon von außen erkennbar an dem recht breiten hellen Mittelstreifen. Und mit Erdbeerfüllung. Nix mit Mett, aber das ist durchaus akzeptabel, wie ich ehrlicherweise einräumen muß. Eine Eierlikörfüllung wäre mir aber durchaus auch mal recht gewesen. Rein testweise zu wissenschaftlichen Zwecken natürlich, aber ich habe schon viel Positives darüber vernommen.
  
Raissa reagiert allergisch auf Erdbeeren. Tja, Pech. Das Leben ist eines der Härtesten. Also doppelter Spaß für mich. Und ich musste nach dem Verzehr ausnahmsweise noch nicht mal duschen, weil der Bäckermeister es mit dem aufgestreuten Zucker endlich mal nicht übertrieben hatte.

Und nun?




Macht ihr mal. Ich träume von alten Zeiten, als die Jungs aus meinem damaligen Spielerkreis und ich in diesen Tagen noch unsere traditionelle antikarnevalistische Veranstaltung durchführten. Wir trafen uns zu Chili, Chips und extra ausgewählten schlechten Filmen, warfen eventuell verkleidete Mitbewohner konsequent raus und überlebten so den Tag.

Schlechte Filme können so unglaublich gut sein, wenn nur das Kontrastprogramm stimmt.




3 Kommentare:

  1. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, da ich im besagten Rheinland wohne.
    Immerhin beschert es mir einen freien Montag, an dem ich mich auf meinem Sofa, bei guten Filmen ;-), fläzen und mich über den vorm Haus vorbeiziehenden Karnevalszug ärgern kann. ;-)

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    1. Ja aber... wann guckst du denn die schlechten Filme?

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    2. Nun, viele würden sagen, das was ich kucke wären schlechte Filme ;-)

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