Freitag, 19. September 2014

Sommer, Sonne, Strand und - Piraten

Ahrrr, Ihr räudigen Landratten. Käpt'n Greybeard ist wieder zurück. Und natürlich hat er wieder Polly den Mamagei Papagei auf der Schulter. Los, Polly, grüß die netten Leute hier, bevor wir sie alle kielholen. Brav, Polly, bist ein guter Vogel. Los, nimm dir einen Keks. So ist's richtig, ahrrr.

Wie der kundige Blogleser eventuell schon von alleine bemerkt hat, ist heute wieder der weltweite  Sprich-wie-ein-Pirat-Tag. Huldigen wir dem Fliegenden Spaghettimonster mit einer ordentlichen Portion Spaghetti mit Fleischbällchen. So etwas kann man auch schon zum Frühstück erledigen.

Um nicht schon wieder ein Foto davon zu bringen, erzähle ich heute thematisch passend von einem Spiel, welches meine Tabletop-Jungs und ich einst regelmäßig an diesem bewegenden Tag auf der Platte hatten. 

Folgerichtig führt uns die heutige Reise in die alte, von Piraten befallene Karibik. Oder in eine Gegend, welche der Karibik in gewisser Weise nachempfunden ist. Ganz ehrlich: Ich würde bei einem Karibik-Trip nicht unbedingt erwarten, auf Goblins zu treffen...


Bei Freebooter's Fate handelt es sich um ein so genanntes Skirmisher-Spiel. Man führt keine gewaltigen Armeen in die Schlacht, sondern nur kleine Kampfgruppen. Zehn Modelle pro Seite auf einmal wären hier schon relativ viel, obwohl auch Spiele mit mehr Modellen möglich sind. Es ist eben alles eine Frage der zu investierenden Zeit und der Fähigkeit, die Übersicht zu behalten.

Die Regeln warten mit einigen Besonderheiten auf. Zunächst fällt nicht unbedingt auf den ersten Blick ins Auge, daß der Hersteller der Modelle und des Regelwerkes tatsächlich aus Deutschland stammt - eine echte Seltenheit in der Branche. Das Unternehmen ist sehr klein, dafür aber ausgesprochen kunden- und serviceorientiert bei einem ansprechenden Preis-Leistungsverhältnis. Ich mache hier gerne und aus tiefster Überzeugung etwas kostenlose Werbung dafür, denn man hat es sich dort wirklich verdient.

Aber auch der Spielablauf zeigt sich im Detail von einer unüblichen Seite. Im Gegensatz zu anderen Tabletops werden keine Würfel benötigt. Während der beherzte Spieler bei den Schlachten mit Massenarmeen durchaus auch mal in die Verlegenheit gerät, mehr als 36 Würfel gleichzeitig werfen zu müssen, tendentiell jedoch selten über mehr als 36 Würfel verfügt (von einigen Irren wie mir mal abgesehen *räusper*), und man selbst bei anderen Skirmishern durchaus auch mal fünf Würfel gleichzeitig in die Hand nehmen soll, benötigt man hier keinen einzigen. Alleine die Erwähnung des Wortes Würfel im Zusammenhang mit einer Partie Freebooter's Fate führt nach den mit Blut geschriebenen Anmerkungen des Regelwerkes zu ewiger Verdammnis. Mindestens!

Die in einem Tabletop-Spiel immer wieder benötigte Zufallskomponente wird über ein Kartensystem gesteuert. Am Anfang ist dies durchaus für den routinierten Spieler gewöhnungsbedürftig, aber man hat sich schnell darauf eingestellt. Ich mag dieses Spiel einfach, sowohl seitens der mitunter auch humorvollen aber nicht albernen Gestaltung der Miniaturen, des wunderschönen Regelwerkes, der sympathischen Außenwirkung des Unternehmens und des Umstandes, mit vielen Geländestücken arbeiten zu können. Da die Miniaturen einzeln auf dem Spielfeld bewegt werden und nicht in starren Regimentsformationen, kann es durchaus auch mal räumlich enger zugehen.

Freebooter's Fate spielt in einer an unserer Realität des 18. Jahrhunderts angelehnten Fantasywelt, hier konkret auf einer karibikartigen Inselumgebung. Es treffen sich die Vertreter der Kolonialherren, Piraten (jaaaa, wichtig, ahrrrr!), ein Geheimbund, Angehörige eines voodooartigen Kultes, Söldner der örtlichen Handelsorganisation sowie einheimische Amazonen und ebenfalls anwohnende Goblin-Piraten.

Bild 1:


Das Gelände stellt die einheimische Bebauung dar. Ich verwende sie gerne für Szenarien, die in heißeren Gegenden spielen, ähnlich Süd- und Mittelamerika, Afrika oder den arabischen Ländern. Gebäude, Wasserbecken und Zäune wurden wie meistens von meinem Vater aus Holz gebaut und schließlich von mir bemalt. Am unteren Bildrand sammelt sich eine doch sehr große Gruppe von Soldaten der Kolonialherren. Diese ist deswegen so groß, weil wir ein 2 : 1-Spiel veranstalten, also zwei Spieler mit ihren Mannschaften gegen einen Einzelspieler mit doppelter Mannschaftsgröße antreten. Es handelt sich auf dem Bild nicht um meine Figuren.


Bild 2:


Ein anderer Geländeaufbau. Das Gebäude mutet europäischer an und stellt den Bauernhof eines Kolonialisten dar. Dieses Gebäude wurde noch nicht bemalt, sieht aber dennoch schon auch farblich ganz ordentlich aus. Der Bewohner hätte wohl nicht damit gerechnet, mit einem hier im Blog wohlbekannten Monstrum konfrontiert zu werden. Damit wäre die Frage der Sturmtänzerin jetzt auch mit Bildbeleg geklärt, selbst wenn auf dem Bild nicht Sally und Daisy, sondern Lilly zu sehen ist.


Bild 3:



Die andere Seite der Spielfläche zeigt einen symbolisierten Wald und eine Stufenpyramide der hier lebenden Amazonen. Im angenommenen Szenario haben die Kolonialisten ihre Siedlungen bis an einen Fluß ausgedehnt, an dessen gegenüberliegenden Seite das Land der Einheimischen beginnt. Die Amazonen versuchen verzweifelt, ihr Land zu schützen. Das Modell der Pyramide habe ich zu Beginn meiner Tabletop-Karriere noch recht günstig kaufen können. Es handelt sich nicht um Massenware, sondern um eine handgefertigte Kleinserie.


Bild 4:


Angehörige der Bruderschaft, des von mir gespielten Geheimbundes, stellen einen Soldaten zum Kampf. Der Soldat, eine Miniatur meines Gegenspielers, wurde nach dem Vorbild eines englischen Scharfschützen der britischen Armee zur Zeit Napoleons bemalt. Insbesondere Fans der Fernsehserie Die Scharfschützen werden die markanten Uniformen wiedererkennen. Es handelt sich dabei nicht um ein Modell aus der Freebooter's Fate-Miniaturenschmiede, kann aufgrund seines Äußeren aber durchaus als Ersatzmodell verwendet werden, wenn man den Rest dieser Truppe ebenfalls entsprechend ausstattet. Meine Modelle sind die beiden Äußeren auf dem Bild. Die Dame zur rechten ist eine Assassin der Bruderschaft, welche eine weiße Maske trägt. Links neben dem Soldaten steht ein weiterer Assassine. Die Modelle der Bruderschaft wurden von mir bemalt. Sie sind historischen Venezianern nachempfunden, wenn auch aus naheliegenden Gründen weniger farbenfroh.

Hier gibt es ab 2.56 Min. auch noch was zu Gucken.


Na, wo waren da denn jetzt die Piraten? Leider habe ich keine Bilder, auf denen zumindest die Piratenmodelle meiner Mitspieler ordentlich zu sehen gewesen wären. Und meine eigenen warten noch originalverpackt darauf, Bekanntschaft mit Farbe zu machen. Vielleicht irgendwann mal. Vielleicht zum nächsten Sprich-wie-ein-Pirat-Tag. Bei einer ordentlichen Lage Spaghetti mit Fleischbällchen.

Ramen.



4 Kommentare:

  1. Das 3000-Punkte-Monster ist wohl mit der Farbgebung noch nicht so zufrieden und guckt ein wenig kritisch? ;-)

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  2. Arrr.... Aye Käpt´n. Sprrrechen wirrr wie Pirraten!

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