Dienstag, 16. September 2014

Mahlzeit!

Katzen neigen bekanntlich dazu, mit ihrem Futter zuweilen wählerischer zu sein. Sally und Daisy waren da zum Ende ihrer Leben schon etwas anstrengend, was aber eindeutig den Auswirkungen ihrer jeweiligen Erkrankungen geschuldet war. Lilly hingegen ist noch topfit. Phasenweise versteift sie sich auf eine Futtersorte und weigert sich standhaft, etwas anderes zu sich zu nehmen. Nach einigen Wochen oder wenigen Monaten hat sich das dann auch wieder erledigt. Zum Glück haben wir ja noch Marty und Smilla als weitere Futterverwerter, so daß nur selten etwas im Napf bleibt, was wirklich weggeworfen werden muß.

Wenn Lilly wieder eine ihrer derartigen Mäkelphasen hat, versuchen wir, ihr hin und wieder doch mal ein anderes Futter unterzuschieben in der Hoffnung, daß sie es akzeptiert. Denn insbesondere in ihrer letzten derartigen Phase hat sie sich auf eine Futtersorte in den sündhaft teuren Portionspacks eines Premiumherstellers versteift, welche wir an sich seinerzeit mal gekauft hatten, um Sally damit zu versorgen. Die hatte deren Annahme aber glatt verweigert.

Die zweitbeste Ehefrau von allen öffnete eine neue Dose. Marty saß brav an der Küchentür, exakt an der ihm bekannten Grenze, an der seine Welt endet, in Bereitschaft. Lilly zeigte sich, wie immer zu solchen Gelegenheiten, durchaus aufgeregter und streunte durch das Wohnzimmer. Smilla wartete für sie typisch mit etwas Abstand auf die Dinge, die da kommen würden. Wenn es etwas aus ihrer Sicht wirklich Gutes ist, würde es ihr schon gelingen, die beiden anderen von dem Napf zu verdrängen. Da muß man sich keine Sorgen machen.

Kaum stand der Napf auf dem Boden, versanken auch schon zwei Katzennasen in seinem Inneren. Danach folgte der Blick, der eindeutig die Vermutung zum Ausdruck brachte, daß wir sie verarschen veralbern wollten.  Man probierte ein wenig, danach spielte man etwas mit dem Futter – wobei sich wieder zeigte, warum der Boden um die Näpfe immer aussieht wie Sau - und versuchte, rund um die Futterecke den Boden aufzugraben. Dies war  wohl der verzweifelte Versuch, dort verbuddeltes leckeresFutter wiederzufinden. Kinders, muß ich euch wirklich darauf aufmerksam machen, daß ihr da noch nie irgendetwas vergraben habt? Durch die Bodenfliesen kommt ihr nicht durch. Echt nicht.

Resigniert stellte meine Angetraute fest, daß auch nach einigen Minuten niemand unserer Katzenbande von dem Futter etwas haben wollte. Ich erkundigte mich danach, was denn da in der Dose gewesen sei.

Also las sie vor:

„Hering, Wasser, Krabben, Kürbis, Aloe Vera, Seealge, Lachsöl, Taurin.“

Ganz ehrlich: Ich verstehe die Kleinen. Das kann doch so nicht schmecken.

Thunfisch pur gefällig?




6 Kommentare:

  1. Sehe ich auch so. Unsere Katze hatte sich damals auch, aus uns unerfindlichen Gründen, pklötzlich entschieden, dass angestammte Futter nicht mehr anzurühren. Wir haben alles versucht. Endlich war ihr dann eine Sorte genehm. Ausgerechnet mit Thunfisch. Das Futter, was am meisten geruchsbildend ist. Wochenlang hat sie nichtts anderes angerührt. Ich habe mich spätestens nach 5 Tagen schon angefangen zu ekeln, wennn ich die Dose aufmachen musste.
    Gruß vonner verstehenden Grete

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    1. Thunfisch hat es für Sally hier monatelang gegeben. Die hat nichts anderes mehr gefressen. Wir haben es aber gut überstanden.

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  2. Ich finde es immer wieder erstaunlich was für ein Scheiss in die Katzen und Hundefutter beigemischt wird. Besonders bedenklich finde ich das es für Fleischfresser ( die ja Hunde und Katzen bekanntlich sind ) vegetarisches Futter gibt. Wenn sich ein Mensch vegetarisch ernähren will ist sein Bier, aber ein Tier das sich sein Futter nur durch Verweigerung aussuchen kann soetwas aufzudrängen ist meiner Meinung Tierquälerei.

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  3. Bei uns spielen sich ähnliche Szenen ab, nur dass unser Favorit zur Zeit "Lachs" ist. Stinkt aber genauso wie Thunfisch. Auch unsere Stubentiger lieben die Abwechslung und man muss immer darauf gefasst sein, dass das, was am Tag zuvor noch tierisch begeht war, am nächsten Tag in den Küchenboden vergraben werden muss. Ja, auch bei uns wird heftig gegraben und ebenfalls bisher ohne Erfolg. Unser Emo-Katerchen hat eine Methode entwickelt, sich so am Futterplatz aufzubauen, dass alle anderen Näpfe durch seinen massigen Körper verdeckt sind und kein Anderer drankommt. Vielleicht poste ich mal ein Foto. Ist echt geschickt....Grüßle von Katzenmutter zu Katzenvater

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    1. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie listig aber auch hinterhältig die sein können.

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