Donnerstag, 25. Oktober 2018

Hupen

Wenn ihr in Anbetracht der Überschrift dieses Beitrages auf den Gedanken kommt, daß es hier heute um eines der wohlbekannten, paarweise auftretenden weiblichen sekundären Geschlechtsmerkmale geht, dann ist das ausnahmsweise mal durchaus zutreffend.

Es begann damit, daß Frl. Hasenclever uns im Auftrag von Frau Schubert zu einer außerplanmäßigen Dienstbesprechung zusammengerufen hatte.  An einem Freitag. Dabei ist nicht der Freitag an sich das Problem, sondern eher der Umstand, daß wir bedingt durch Krankheit und Urlaub, aber vor allen Dingen durch die Abwesenheit von im (neudeutsch) Homeoffice arbeitenden  Kollegen und Teilzeitkräften an Freitagen nur dünn besetzt sind. Insbesondere scheint es ja eine Art Naturgesetz zu sein, daß der überwiegende Anteil der an den letztgenannten Gruppen Beteiligten grundsätzlich an Freitagen nicht im Büro ist.

So jedenfalls waren wir an diesem besagten Freitag mit deutlich unterhalb der Hälfte unserer Sollstärke vor Ort. Ein Umstand, den Frau Schubert immer noch nicht verinnerlicht hat. So hätte man die Besprechung locker noch etwas verschieben können, denn als so dermaßen dringlich hatte es sich später doch nicht erwiesen.

Wir versammelten uns in unserem Besprechungsraum. Frl. Hasenclever und Frau Schubert ließen noch auf sich warten. Helga nahm mir gegenüber Platz und stellte ihren Kaffeepott auf den Tisch. Rot leuchtete der Fanartikel des FC Bayern München mich an. Ergänzt wurden die üblichen Vereinsgrafiken mit den Worten „Beste Freundin“.

Eine Sympatisantin für den FC Bayern! Und das in unseren Reihen. So geht das nicht. Keineswegs. Niemals. Da muß man doch einschreiten! Und wenn etwas getan werden muß, dann mache ich das auch.

„Helga, hältst du das da nicht für etwas provokant?“

Helga strich ihr T-Shirt glatt, so daß die durchaus beachtliche Oberweite geradezu ins Blickfeld gerückt wurde. Immerhin zeigte sich kein Nippelalarm, so daß ich mich auf den auf dem Shirt prangenden Schriftzug konzentrieren konnte.

„BREAKING THE RULES“

Ja, auch der war eine Provokation. Helga und Frl. Hasenclever standen schon lange auf Kriegsfuß miteinander. Der Schriftzug war eindeutig in dem Zusammenhang zu verstehen.

„Nein, Helga, das interessiert mich nicht. Sondern die da.“

Ich deutete auf die Tasse. Von links ließ sich der Ökoklaus vernehmen:

„Also echt, Paterfelis, daß du behauptetest, daß dich Helgas Oberweite nicht interessiert, ist jetzt aber auch nicht schön.“

„He, Bursche. Jetzt hätte ich mal was anderes sagen sollen. Dann hätte ich ja auch direkt einen drüber bekommen. Wegen sexueller Belästigung.“

Ist doch so.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Es ist erlaubt und gewünscht, meine Beiträge zu kommentieren. Die Kommentare werden von mir moderiert. Kein Kommentar wird freigeschaltet, ohne daß ich ihn zuvor gelesen habe. Solltest du also vorhaben, hier herumzupöbeln, zu trollen oder dich sonst wie unangemessen zu äußern, so empfehle ich dir, die Arbeit zu sparen.

Haltet euch bitte an die Grundsätze eines anständigen Miteinanders, damit wir hier eine schöne Zeit zusammen verbringen können.

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.