Dienstag, 16. Oktober 2018

Fristablauf oder Der erste Geburtstag

Die zweitbeste Ehefrau von allen und ich haben unseren gemeinsamen Einkaufstag nach durchaus mehreren Gesichtspunkten ausgerichtet. Zunächst wäre da natürlich die Sache der Praktikabilität. Wir müssen beide die Zeit dazu haben. Das schließt den Montag schon mal kategorisch aus, denn da ist das Zeitfenster zwischen meinem frühest möglichen Feierabend und ihrem spätest möglichen Aufbruchtermin zum ersten Kurs doch sehr knapp bemessen. Tatsächlich sehen wir uns an vielen Montagen nur im Vorbeigehen oder gar nicht.

An Freitagen ist es nachmittags zu voll. Außerdem bleibe ich an Freitagen gerne länger im Büro, weil dann sehr früh bei den Kollegen Feierabendstimmung herrscht, die zum fluchtartigen Verlassen des Arbeitsplatzes führt und auch das ewig nervende Geräusch klingelnder Telefone ab mittags deutlich abnimmt. Es herrscht also eine himmlische Ruhe, sofern ich das Fenster geschlossen halte.

Samstage sind ausgeschlossen, weil ich lieber in der Frühe losziehe, während die zweitbeste Ehefrau von allen für die Belange dieser Welt im Regelfall noch nicht übertrieben empfänglich ist.

Von den verbleibenden Tagen ist der Donnerstag ideal. Donnerstag ist unser Beutetag. Als Beute definieren wir den zwar latent vorgesehenen aber doch ungeplanten Einkauf von Lebensmitteln, welche aufgrund des nahen Verfalldatums preisreduziert sind. Und hier ist nach unseren Erfahrungswerten der Donnerstag der Tag in der Woche mit der höchsten Ausbeute.

Wir sind durchaus – je nach Produkt mehr oder weniger - schmerzbefreit, was das Haltbarkeitsdatum angeht, sofern es sich um ein Mindesthaltbarkeitsdatum handelt. Solange etwas nicht verdorben riecht oder aussieht, ist es nicht verdorben. Bei Verbrauchsdaten sehen wir es aber auch nicht ganz so großzügig.

Dies führt schon mal dazu, daß wir insbesondere Milchprodukte wie Quark und Joghurt kaufen, welche aber nicht so zügig wie erhofft gegessen werden und dann über längere Zeit den Kühlschrank blockieren. Sehr ärgerlich.

Also habe ich mich aktuell daran begeben, ein paar Joghurts aus dem Kühlschrank, welche mir schon lange ein Dorn im Auge sind, ihrer vorgesehenen Bestimmung zuzuführen, nämlich der rein biologisch-ökologischen Umwandlung zu einer Vorstufe düngegeeigneter Fäkalprodukte mittels Durchführung meines höchsteigenen innerkörperlichen Verdauungsprozesses.

Ich öffnete den Joghurtbecher und nahm eine visuelle Untersuchung des Inhaltes vor. Keine Beanstandung. Geruchsprobe: ok. Geschmacksprobe: einwandfrei.

Später warf ich aus echtem Interesse einen Blick auf die leere Verpackung. Das Ding war seit über einem Jahr abgelaufen und nach Meinung immer noch zu vieler Zeitgenossen, welche der Meinung sind, daß die Sachen Schlag Mitternacht ab Ablauf des Mindeshaltbarkeitsdatums giftartige Züge annehmen, reif für den Müll.

Es wird mir immer unverständlich bleiben, aber die Diskussion ist müßig. Dennoch bin ich froh, daß sie in letzter Zeit verstärkt in der Öffentlichkeit geführt wird.

Ehrlich.



6 Kommentare:

  1. Okay, bei Milchprodukte bin ich vorsichtig. Ich hab aber auch mal in eine verschimmelte Milchschnitte gebissen, die erst einen Tag über das MHD war - das hat geprägt :D

    Ansonsten:
    Unser jahrtausendaltes Salz läuft nächstes Jahr ab. Also zumindest das MHD. Gut, dass man das rechtzeitig abgebaut hat, ne? ;)

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    1. Bei Käse hatte ich auch schon Probleme, bei Joghurt und Quark noch nie. Und stell dir mal vor, es wäre Meersalz. Und das wird dann schlecht. Im Wasser. Die armen Fische.

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  2. Ich stimme zu.
    Ganz besonders noch beim Trockensortiment, was soll denn da passieren?

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    1. Irgend einem Marketing-Menschen wird da schon noch einfallen, was da alles passieren kann.

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    2. Hmmm - Salzpulver? Pulversalz?

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