Montag, 27. August 2018

Vorstellungen, Staffel 2, Teil 5 - Versuch und Irrtum

Morgens rufe ich im Büro des Mitarbeiters der Firma Katzenfels an und erkläre, daß etwas nicht stimme. Ich komme mit dem Gerät nicht zurecht, welches im Übrigen auch nicht das sei, welches verordnet wurde. Eventuell müssen die Einstellungen geprüft werden.

Der Herr am Telefon ignoriert wie immer meinen Hinweis auf das abweichende Gerät und erklärt mir ansonsten lapidar, daß die Einstellungen stimmen würden. Woher er diese Erkenntnis hat, bleibt mir unbekannt, denn das Gerät wurde erst hier vor Ort nach der Übergabe eingerichtet.  Ein technisches Protokoll in Form eines Geräteausdrucks oder einer Protokolldatei gibt es nicht. Ich müsse mich ansonsten an den verordnenden Arzt wenden, so die Telefonstimme. Die Antwort ist jetzt eher unbefriedigend, aber hier komme ich nicht weiter.

Also vereinbare ich als nächste Anlaufstation zur weiteren Problemlösung einen Termin bei meinem Hausarzt, den ich für 17.35 Uhr erhalte. Damit wäre dieser Tag schon mal verloren. Schlußendlich gelingt es mir auch nach Absitzen einer zehnminütigen Warteschleife einen Termin beim Lungenarzt zu vereinbaren. Aus geplant Ende Juni wird Anfang August. Ich möge mir Zeit mitbringen, die erste Untersuchung bei Herrn Professor Dr. Hassenichgesehen dauert stets mindestens zwei Stunden. Außerdem würde ich ein Kontrollgerät erhalten, welches ich in der Nacht anlegen und am nächsten Tag zur Auswertung zurückgeben müsse. Na prima, wieder zwei Arbeitstage im Arsch Popo verloren. Und außerdem habe ich gepflegte Vorbehalte gegen Menschen mit einem Übermaß und Zusätzen vor dem Namen.  Zum Termin möge ich die Röntgenaufnahmen meiner Lunge auf CD sowie den Entlassungsbericht aus dem Krankenhaus vorlegen. Gut, letzteres habe ich, die Aufnahmen muß ich besorgen. Die hätte man mir eigentlich auch gleich bei der Entlassung mitgeben können.

Als nächstes kontaktiere ich Frl. Hasenclever und lasse mir für die Tage, welche ich beim Lungenarzt verbringen werde, Urlaub eintragen. Damit sind die ersten beiden Tage meines Jahresurlaubes aus und für 2017 auch verbraten. Nicht ganz so schlimm, es gibt ja keine Zinsen darauf und das Zeug muß schließlich weg. Trotzdem hätte ich die lieber anders verbraten.

Der Termin beim Hausarzt nähert sich. Das Beatmungsgerät habe ich dabei. Eventuell ist er ja in der Lage, die Einstellungen auszulesen. Ich als Patient bin dafür gesperrt. Natürlich kann ich nachvollziehen, daß ich nicht in die Lage versetzt sein soll, Einstellungen zu ändern, aber wenigstens das Nachlesen…

Ich bin zu früh da, der Arzt hängt etwas im Zeitplan hinterher. Ich werde ins Wartezimmer umgesteuert. Die Belüftungsanlage arbeitet dieses Mal, es ist angenehm kühl. Wir sind nur zu zweit. So also kann ein Wartezimmer auch funktionieren. Es ist durchaus erträglich. Schließlich werde ich ins Sprechzimmer vorgelassen.

Die Frage nach meinem Befinden beantworte ich wahrheitsgemäß. Noch bin ich etwas schlapp, was aber durchaus auch am Wetter liegen kann, welches mir in dieser Ausprägung immer sehr zusetzt. Dann kommen wir zum Kern der Sache. Ich schildere mein Problem.

Nicht ganz unerwartet ist der Arzt was diese Gerätschaften angeht machtlos. Na gut, einen Versuch war es wert. Ich erhalte eine Notfalleinweisung ins Krankenhaus. Dort solle man die Einstellungen prüfen. Eventuell würde man mich eine Nacht zur Kontrolle mit dem eigenen Gerät vor Ort behalten.  Morgen früh solle ich mich in der Notfallambulanz des Krankenhauses melden. Na ja, als Notfall sehe ich das jetzt nicht, aber ich habe immerhin die Vorstellung, einen Schritt weiter zu sein.


2 Kommentare:

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