Diese Änderungen werden im Regelfall auch als solche
gekennzeichnet. Hin und wieder wird dies aber vergessen. Und Streichungen
einzelner Sätze, Absätze oder ganzer Passagen werden grundsätzlich nicht
bekannt gegeben, vermutlich da sich diese so schlecht markieren lassen. Da muß die aufmerksame Arbeitskraft dann
schon von selbst drauf kommen. Es gäbe da zwar aus meiner Sicht durchaus geeignete Lösungsmöglichkeiten,
aber so richtig praktikabel ist man bei uns im LASA ja bekanntlich nicht. Zumindest
nicht in unserer Hauptverwaltung. Und wenn dann noch die Dachorganisation die
Finger im Spiel hat… ach, vergessen wir es. Ich könnte und würde auch gerne Dinge erzählen, aber
das würde dazu führen, daß sich mein tatsächlicher Arbeitgeber doch zu sehr
eingrenzen lässt.
Wie dem auch sei, machte ich mich mit der Akte auf den Weg
zu Rebecca, um mit ihr Rücksprache zu halten. Diese war gerade am Telefonieren,
so daß ich einen Blick ins Nachbarzimmer
warf. Es kam die übliche Reaktion, die mich an sich immer erwartet, wenn ich
mal den Gang hinunter wandere:
„Ach, Paterfelis, wenn du schon mal da bist…“
So begutachtete ich den einen oder anderen Vorgang, gab
meine Empfehlung ab oder nahm eine Akte zur Unterschrift gleich an mich. Dann
meldete sich Herr Harnischfeger zu Wort:
„Ich habe schon lange nicht mehr den Chinesen von innen
gesehen.“
Ich hoffe, er meint das nicht wörtlich. Oder besser doch, sonst würde ich mir tatsächlich Sorgen machen. Aber der geneigte Leser dürfte wissen, was gemeint ist: Eine Heimsuchung des Mittagsbuffets im Restaurant Zum kleinen Chinamann. Also haben wir es mit einer klaren Aufforderungsaussage zu tun.
„Dann suchen sie mal
im Internet, da finden sie bestimmt auch ein entsprechendes Foto.“
Ziemlich eindeutige Ansage zurück.
Während Helga ihren Kaffee fast auf den Bildschirm spuckte
grinste Sven nur vor sich hin und fasste zusammen:
„Da hast du wohl gerade eine Abfuhr bekommen.“
Jau, hat er. Als Soziophobiker fällt es mir tatsächlich sehr schwer, bewusst unfreundlich zu einem meiner Mitmenschen zu sein. Das hier war für meine Verhältnisse schon deftig.
Der Typ macht mich einfach nur noch irre, egal ob er was dafür kann oder nicht.
PS: Aus aktuellen Anlass kann ich verkünden, daß der Mann noch steigerungsfähig ist. Die Angelegenheit eskaliert gerade gnadenlos, Grenzen wurden überschritten. Ich bin allerdings zuversichtlich, daß seine Manipulationsversuche zwischenzeitlich niemanden mehr erreichen. Mehr ist dazu an dieser Stelle aufgrund einiger vermutlich hier mitlesender Kollegen nicht zu sagen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Es ist erlaubt und gewünscht, meine Beiträge zu kommentieren. Die Kommentare werden von mir moderiert. Kein Kommentar wird freigeschaltet, ohne daß ich ihn zuvor gelesen habe. Solltest du also vorhaben, hier herumzupöbeln, zu trollen oder dich sonst wie unangemessen zu äußern, so empfehle ich dir, die Arbeit zu sparen.
Haltet euch bitte an die Grundsätze eines anständigen Miteinanders, damit wir hier eine schöne Zeit zusammen verbringen können.
Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.