Freitag, 11. Januar 2019

Die Fortsetzung einer Ankündigung

Wie wir uns hoffentlich erinnern hat Frau Schlüter, meine ehemalige Bachelorette, anlässlich ihres Einstandes angekündigt, aus zwei Kilo Hack Frikadellen für uns alle zu fabrizieren.

Eine Ankündigung, welche zunächst nur Raissa und mich zu einer gewissen Besorgnis verleitete. Nachdem wir einige verstörte Blicke ausgetauscht hatten und uns gegenseitig nochmal bestätigten, daß wir beide ganz klar die Zahl „Zwei“ im Zusammenhang mit „Kilo“ und „Hack“ verstanden hatten, beschloss ich, wie es meiner Verpflichtung als Seniorsachbearbeiter entspricht, meine Besorgnis dergestalt Ausdruck zu verleihen, als daß ich Frl. Hasenclever mit einbezog. Sie musste über wichtige dienstliche Begebenheiten informiert sein, und dies insbesondere natürlich, wenn sich Situationen anbahnen, welche Schwierigkeiten mit sich bringen könnten.

Kaum stand ich im Türrahmen ihrer Kemenate, stellte ich ihr die unmittelbar zuvor stattgefundenen Geschehnisse dar. Auch Ludwig, welcher sein Büro unmittelbar gegenüber von Frl. Hasenclevers Kemenate hat, bekam das sich ankündigende Grauen mit.

„Sollen wir ihr mal erklären, was wir an unserem Spieletag am Wochenende mit zwei Kilo Kräutermett machen?“

„Das inhalieren wir doch.“

Und da sind für höchstens zu fünft.“

Eigentlich sind wir ja maximal zu sechst, aber der aufmerksame Leser sollte wissen, daß Raissa kein rohes Fleisch verzehrt und deswegen anderweitig versorgt werden muß. Zum Beispiel mit Humus.

„Ich weiß jetzt ja nicht, ob die Frikadellen für den ganzen Fachbereich sein sollen oder nur für die Runde am Nachmittag. Aber auch da haben sich dieses Mal neun Personen angemeldet.“

Schweißperlen begannen sich auf meiner Stirn zu bilden.

„Ich kann ja eine für Sie retten und warmhalten.“

Ludwig hatte eine ergänzende Anregung zur Umsetzung.

„Ja, dann setzt sie sich einfach drauf.“ 

Was mag wohl rauskommen, wenn man eine Frikadelle bebrütet?



Kommentare:

  1. Vielleicht schlüpfen beim Bebrüten kleine Mettigelchen?

    Aber was Ihre Ex-Bachelorette Frau Schlüter anbelangt: genau das ist der Grund, weshalb ernstzunehmende Stimmen fordern (wieder) ein Schulfach Hauswirtschaft einzuführen bzw. ein größeres Augenmerk auf die Fähigkeit der Selbstversorgung zu legen!

    Um keine Empörung auszulösen, werde ich hier nicht preisgeben wie viel Hackfleisch in meiner Herkunftsfamilie vonnöten sind, um 4 Personen zu sättigen. Aber 2kg für eine zweistellige Personenzahl, darunter gute Esser... das ist doch illusorisch.

    Ich sehe hier aber auch Sie und Frl. Hasenclever in der Pflicht, Frau Schlüter durch berufsbegleitende Weiterqualifizierung mit den fachlichen Kompetenzen auszustatten, die sie in der Bacheloretten-Akademie offensichtlich nicht erwerben konnte. Lebenslanges Lernen und so.

    Aber was mich nun interessieren würde: hat der Einstand schon stattgefunden, wie groß / zahlreich / schmackhaft waren die Frikadellen und / oder mussten Sie vorher / nachher noch eine Hackfleisch-Braterei aufsuchen?

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    1. Wir unterstützen Frau Schlüter tatkräftig in vielen Belangen des Überlebens innerhalb und außerhalb des Büros. Sie konnte tatsächlich schon nutzbringende Erkenntnisse gewinnen.

      Die Veranstaltung ist tatsächlich schon vorbei. Die Frikadellen waren eher von geringerer Größe, aber immer noch eher Frikadelle als Fleischbällchen. Die Würzung kam mir so vor, als ob da jemand zur Tüte gegriffen hätte. War aber so in Ordnung, ich mag und mache das auch, wenn ich mal keine Lust auf eine Freestyle-Würzung habe. Da bin ich schon variantenreich.

      Leider hat sie die Frikadellen wohl in der Pfanne auskühlen lassen und welche aus der vorherigen Produktion oben drauf gelegt. Das erkaltete Bratfett war deutlich zu erkennen. Dafür gab es Abzüge in der B-Note.

      Wie viele es insgesamt waren, weiß ich nicht. Mir wurden vier reserviert, es waren aber noch welche vom Tag übrig. Dazu gab es Brötchen, (gekaufte) Röstzwiebeln, (gekaufter) Krautsalat sowie Senf und Ketchup. Insgesamt fand sich also eine ausreichende Menge vor, die wir am Nachmittag noch mal reduzieren konnten.

      Insgesamt keine überragende aber soweit akzeptable Leistung - für ein Erstlingswerk.

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  2. Das klingt doch gar nicht schlecht! Besser als ich aufgrund Ihrer Schilderung erwartet hätte :-)

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