Mittwoch, 28. November 2018

Irgendwie schon

Die Angehörigen der Katzenbande sind was die Interaktion untereinander angeht schon etwas eigen. Lilly will zumeist vor Marty ihre Ruhe haben, welcher aber doch recht oft in ihrer Nähe herumtigertkatzt. Sie zeigt ihm ihre Überzeugung, nämlich jene, daß sie auf seine Anwesenheit gerade so überhaupt keine Lust hat, mit durchaus schlagenden Argumenten. Dabei ist es nicht so, daß der Kater in der Lage ist, sich das lange zu merken. Vielmehr ignoriert er die Schläge einfach.

Smilla will mit Lilly und auch mit Marty eher weniger zu tun haben. Sie hält Abstand von beiden, insbesondere dann, wenn es etwas wilder zugeht. Sie flieht ja schon, wenn ihr einer ihrer Artgenossen ohne Hintergedanken zu nahe kommt. Wir können hier also bei der Definition von Wildheit durchaus die unterste Stufe von einer mit Bewegung verbundenen Aktion anlegen.

In seltenen Momenten versuchen alle drei – jeweils zu unterschiedlichen Zeitpunkten – ihre Kollegen zu animieren, Nachlaufen zu spielen. Dummerweise geschieht dies meistens zu  Zeiten, in denen die jeweils beiden anderen der Ansicht sind, daß es gerade sinnvoller sei, ein Nickerchen zu machen. Nur gelegentlich lässt sich ein Erfolg in der Sache erkennen, an dem sogar Smilla in Abweichung ihrer oben erwähnten Grundsätze beteiligt sein kann. Das sind die Momente, in denen sie ihre katzentypischen tollen fünf Minuten hat. Aber das zweibeinige Personal wird mit Sicherheit nicht hinterherrennen, soviel ist sicher.

Wenn aber ein Angehöriger der Katzenbande mal versehentlich im Schlafzimmer eingeschlossen sein sollte, dann wird unabhängig von allen Uhrzeiten und sonstigen Begleiterscheinungen des Alltags Alarm geschlagen, bis das Personal erscheint, um die Tür zu öffnen und den Gefangenen in die relative Freiheit zu entlassen. Man maunzt, kratzt an der Tür und belagert diese derart auffällig, daß man gar nicht anders kann als auf die Situation aufmerksam zu werden.

Böse Zungen würden jetzt behaupten, daß da jemand einfach nur sensationsgeil sei. Die zweitbeste Ehefrau von allen und ich sind aber der Ansicht, daß die drei Haustiger sich irgendwie ja doch etwas mehr zu mögen scheinen. So ganz tief in ihrem Inneren wenigstens.

Kinder, ihr könnte das ruhig offen zugeben. Es wäre nicht schlimm.

Wirklich nicht.



6 Kommentare:

  1. Aber dann würde man ja zugeben müssen, dass man nicht diese kaltherzige, fiese Katze (oder Kater) ist, den man versucht darzustellen!!!!!

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    1. Dass trifft jetzt nur auf Lilly zu. Sie bläst sich gerne mal etwas auf, aber so richtig beeindruckt ist davon nur Smilla.

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  2. Vielleicht hat Marty eine Schwäche für Schläge.
    Eventuell ist es auch eine Art Fetisch.

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    1. Wir hatten mal eine Katze, die es tatsächlich unsere Fliegenklatsche... Ähm, na ja. Marty reagiert überhaupt nicht auf Lillys Prügel. Nicht mal ansatzweise. Er ignoriert die komplett.

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  3. wer die Gelassenheit einer/es - ausgeruhten friedlich wirkenden Katze/Katers unterschätzt wird sich wundern wenn plötzlich der Tiger in ihr erwacht, selbst untereinander sind sie manchmal nicht in der Lage sich"richtig" zu lesen, oder sind esdoch nur!!°Verhaltensweisen wie Trotz/Sturheit und Selbstbefälligkeit wie beim Menschen?
    Katze das unbekannte Wesen...
    Ihr scheint viel Spaß mit Euren Dreien zu haben...
    ich wundere mich auch noch nach über 20 Jhr. WAS alles in ihnen steckt...
    lieben Gruß Angelface

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    1. Sie sind immer für Überraschungen gut. Hunde sind dagegen echte Langweiler. So zumindest meine Erfahrung.

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