In meinem Elternhaus gab es über lange Jahre zu Karfreitag Fisch, weil Fleisch ist auf Karfreitag ja bahbahpfui. Schon als junger Mensch war mir nicht ganz klar, warum das Fleisch des Fisches kein Fleisch sein solle, aber so vom Grundsatz her störte mich die karfreitägliche Fischmahlzeit durchaus nicht. Ich mochte Fisch schon immer ganz gerne, nur bin ich dummerweise mindestens der ungekrönte deutsche Welt-Meister wenn es darum geht, selbst im erlesensten Filet noch Gräten zu finden. Sogar in Fischstäbchen und Fischfrikadellen ist mir dies vor ungläubig staunenden Zeugen schon gelungen.
Auch mein Vater war nie ein Kostverächter in Sachen Fisch, nur am Karfreitag bestand er hartnäckig darauf, ein Kotelett auf dem Teller sehen zu wollen. Und das würde natürlich nicht vom Fisch stammen. Aber wie das ja so ist, konnte er lange darauf bestehen, geändert hat das an der Sachlage nichts. Von seinem elterlichen Vorbild *hüstel* geprägt schloss der heranwachsende Paterfelis sich dieser Verweigerungshaltung irgendwann mal an, doch auch im Verhältnis 2 zu 1 hat sich an den traditionellen Essgewohnheiten zunächst nichts getan.
Steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein. Nachdem mein Vater und ich uns in Abwesenheit meiner Mutter dann doch mal karfreitags die im Kühlschrank befindlichen Wurstvorräte einer intensiven Verkostung unterzogen haben, was ein durchaus mulmiges Gefühl in mir hinterließ, denn gegen langjährige Traditionen anzugehen kann schon zur Überwindung werden, fiel so Schritt für Schritt das Fleischtabu.
Meine Angetraute sieht das durchaus ähnlich, und dies umso mehr, da sie nicht zur ausgesprochenen Fraktion der Fischliebhaber zählt. Und deswegen gab es bei uns Karfreitag scharfes chinesisches Rinderfilet. Mögen wir in der Hölle dafür schmoren, es hat sich gelohnt.
Zutaten für 4 Portionen:
800 g Rinderfilet oder falsches Filet
500 g Frühlingszwiebeln oder Zuckerschoten
500 g Paprikaschoten, bunt
500 g Zucchini
500 g Champignons, braun
4 Chilischoten
6 Zehen Knoblauch
1 EL Ingwerpulver oder 1 daumengroßes Stück frischen Ingwer
1 EL Koriander, gemahlen
1 TL Zitronensaft
Sojasauce
1 EL Speisestärke
1 Dose Kokosmilch (rd. 400 g)
Salz & Pfeffer nach Geschmack
Sesamöl zum Braten
2 Tassen Basmatireis
Cashewkerne, ungesalzen
Schritt 1:
Das Rinderfilet in feine Streifen schneiden, drei Knoblauchzehen zerdrücken und zum Fleisch geben. Die Chilischoten sehr fein hacken oder fein reiben. Etwas von der Chilimasse mit zwei EL Sojasauce zum Fleisch geben und sehr gut vermischen. (Geht am besten mit der Hand, dann aber wegen des Chilis besser Einmalhandschuhe tragen oder die Hände nachher sehr gut mit Seife waschen!) Wenn die Gewürze gut ins Fleisch einmassiert sind noch ein oder zwei EL Sesamöl untermischen und alles abgedeckt mindestens eine Stunde ziehen lassen.
Schritt 2:
Das Gemüse waschen und putzen. Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden oder die Zuckerschoten in mundgerechte Stücke teilen. Die Paprikaschoten und Champignons in grobe Stücke teilen. Die Zucchini je nach Größe halbieren oder vierteln und in dünne Scheiben schneiden. Die restlichen drei Knoblauchzehen fein hacken und alles vermischen.
Schritt 3:
Sesamöl erhitzen und das Fleisch darin scharf anbraten. Wenn es kroß ist, die Speisestärke mit Sojasoße glattrühren und schnell in das Fleisch geben. Sofort gründlich rühren. Sobald die Sauce verdickt ist und die milchige Farbe verloren hat, die Kokosmilch dazugeben. Mit Wasser auffüllen, bis die Sauce eine angenehme Konsistenz hat. Von den restlichen Chilischoten noch zufügen, aber vorsichtig damit umgehen. Sie ziehen schnell scharf durch und nachwürzen kann man immer noch.
Schritt 4:
Den Reis garen.
Schritt 5:
In einem ausreichend großen Topf nochmals Sesamöl erhitzen und das Gemüse darin kurz scharf anbraten, mit Sojasoße und etwas Wasser (2-3 EL) ablöschen.
Schritt 6:
Alles auf dem Teller anrichten und zum Schluß noch ungesalzene Chashewkerne darübergeben.
Guten Appetit!
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