Sonntag, 3. März 2013

Richtig armes Hascherl

Der geneigte Leser wird sich daran erinnern, daß unser Ökoklaus eine Neigung zum Jammern hat. Da bin ich hier im Blog ja ein richtiger Waisenknabe gegen. Die Kollegen kennen das schon und wissen damit umzugehen. So ist das eben mit unserem Ökoklaus.

Doch unlängst hat ihn so ein richtiger Tiefpunkt erwischt.

Frl. Hasenclever, unsere Fachbereichsleiterin, stammt eigentlich aus einem anderen Fachbereich und kennt sich noch nicht mit allen Aspekten unserer Arbeit so aus. Außerdem befindet sich ihr Büro ziemlich Abseits vom Weltgeschehen. So hat sie damit begonnen, sich tageweise an unbesetzte Arbeitsplätze zu begeben und dort ihr Werk zu verrichten. Damit habe auch sie die Möglichkeit, mal „über den Tisch weg“ was zu fragen, was aufzuschnappen und unter die Leute zu kommen. Das muß nicht unbedingt verkehrt sein, kann aber auch anstrengen. Insbesondere natürlich die sonst noch anwesenden Kollegen.

Nun war es an der Zeit, daß im Büro von Sven und unserem Ökoklaus ein betriebsbereiter Arbeitsplatz leer stand. Schwupps – schon hatte Frl. Hasenclever sich da ausgebreitet. 

Verschiedentlich traf ich im Laufe des Tages unseren Ökoklaus auf dem Flur, und er machte einen durchaus betroffenen Eindruck. Ich fragte allerdings nicht nach. Dieser Umstand meiner Unwissenheit hielt bis zum frühen Nachmittag an, als Sven mich aufklärte:

„Du, Paterfelis, unserem Ökoklaus geht es heute richtig dreckig. Er ist ja sonst immer ausgiebig am Herumjammern, daß er die meisten Telefonate bekommt und ständig nach Tonern und sonstigem IT-Kram gefragt wird.“

„Jap, habe ich gerüchteweise schon mal von gehört. Und?“

„Jetzt sitzt heute schon den ganzen Tag Frl. Hasenclever bei uns, und was passiert? Nichts. Rein gar nichts. Niemand will einen Toner, kein Anruf kommt rein, noch nicht mal über die umgestellten Vertretungstelefone. Er hat schon geprüft, ob sein Anschluss eventuell defekt ist.“

So, jetzt alle mal tief Luft holen, ich wünsche ein gemeinsames, bedauerndes „Ohhhhhhh!!!“ zu vernehmen.

Später am Tag, ich wartete auf den Aufzug, kam mir ein nun doch wieder leicht lächelnder Ökoklaus entgegen. Endlich war es geschehen: Er durfte nun doch einen der Toner aus seinem Vorrat an einen Kollegen rausgeben, und Frl. Hasenclever hat es mitbekommen.

So einfach kann man einen Menschen glücklich machen.



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