Freitag, 15. März 2013

Moderne Zeiten

Wir schreiben das Jahr 2013 nach der vermuteten Geburt eines hebräischen Zimmermanns. Es ist das Jahrtausend, in dem die verschiedenen Varianten des Raumschiffs Enterprise durch die Galaxis kreuzen werden. Vor drei Jahren begann die große Offensive im LASA mit dem Ziel, bestimmte Leistungsanträge schneller erledigen zu können  müssen. Verzweifelt suchten hochbezahlte, weniger hochbezahlte und schlechtbezahlte Verantwortliche in einem Arbeitskreis nach Lösungen, die Bearbeitungsabläufe zu beschleunigen. In ihrer Not wandte sich der Arbeitskreis sogar an uns, das Fußvolk, um Anregungen zu erhalten.

Wir erzählten, daß wir schon mal was von einem gewissen Emil gehört hätten, mit dessen Hilfe man weltweit deutlich schneller kommunizieren könne als unter Nutzung der Bummelpost. Der Arbeitskreis ging in sich und beratschlagte. Man überlegte, wer dieser geheimnisvolle Emil sein könne und wie man seiner habhaft würde. Schließlich schaltete man unsere Geschäftsführung ein, und diese gab ihr Einverständnis für eine freie Jagd und Anwerbung des Emils.  

Vor zwei Jahren erklärte man uns, diesen Emil gefunden zu haben und versprach, daß wir alle seine Dienste nutzen könnten. Natürlich nur mit gewissen Einschränkungen, die es uns kaum ermöglichen würden, diese Dienste auch wirklich umfassend, sinnvoll und zeitgemäß zu nutzen.

Und jetzt, nach weiteren zwei Jahren, ist es soweit. Der Emil ist bereit für uns.

Dr. Strebsinger wies uns in einem internen Kommuniqué darauf hin, daß der Emil gar nicht Emil, sondern wohl eher Email, Emaille, E-Mail oder so in der Art zu schreiben sei. Jedenfalls sei dies was Elektronisches, habe mit Post und so zu tun, wir hätten in den letzten Jahren seit Beginn der Suche nach dem Emil vermutlich schon selbst mal davon gehört und wären wahrscheinlich auch schon alle Besitzer einer privaten E-Mail-Adresse.

Um nun zu testen, ob wir denn wirklich alle schon zur Nutzung dieses neumodischen Zeugs in unserem Amt freigeschaltet wären, bat uns Dr. Strebsinger, doch einfach mal eine E-Mail an unsere private Adresse zu schicken. Derjenige, bei dem dies noch nicht funktioniere, möge sich in eine Liste eintragen, damit man dies überprüfen könne.

Nun, aus meiner bescheidenen und durchaus laienhaften Sicht kommt mir dies durchaus zweckmäßig und zielführend vor.

Nicht aber unserem Ökoklaus! Er stöhnte, nein, er jaulte gequält auf, daß einer derartigen Idee doch keinesfalls zu folgen sei. Schnell setzte er sich fernmündlich (bevor jemand fragt: ja, wir haben schon Tastentelefone, aber ich kenne auch noch die grauen mit Wählscheibe) mit Mandy in Verbindung, um auch sie hoffentlich noch rechtzeitig davon abzuhalten, in einem Akt verantwortungslosen Leichtsinns die gewünschte E-Mail an ihre eigene, ganz private Privatadresse zu schicken.

Geschicktes Nachfragen Svens brachte an den Tag, daß das LASA im Falle einer Umsetzung der Bitte Dr. Strebsingers dann doch nach Ansicht unseres Ökoklaus' unsere privaten Mailadressen in Erfahrung brächte. Fortan würden diese Postfächer doch wohl mit Sicherheit von Spammails überflutet werden, und wer wisse schon, was das LASA mit diesem wertvollen und schützenswerten Wissensschatz noch alles anzufangen gedachte. Niemals würde er jemandem seine private Mailadresse bekanntgeben.

Sven fragte in aller Seelenruhe beim Ökoklaus nach, ob er denn keine Wegwerfadresse für solche Dinge habe, was dieser verneinte und ihn noch mehr in Aufregung versetzte. Da würde er es doch lieber darauf ankommen lassen, ob er nun technisch zum Mailen in der Lage sei oder nicht.

Willkommen im dritten Jahrtausend, liebes LASA und lieber Ökoklaus.



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