Wie lautet die Mahnung an die Mitfahrenden, die man immer wieder auf einem in Fahrernähe angebrachten Schild findet? Während der Fahrt nicht mit dem Fahrer sprechen? Nun denn, ich höre bei solchen Gesprächen immer wieder sehr gespannt zu, denn man bekommt doch die eine oder andere interessante Information mit. Und das gehört ja auch zu den Dingen, die uns Männer von Frauen einfach unterscheidet: Männer sind wissbegierig, Frauen neugierig. Und mein Wissensdrang ist doch schon nicht der Kleinste.
Man unterhielt sich natürlich über das Wetter und den Ärger, den man mit den Gelenkbussen der NÖP habe, die im Gegensatz zu den normalen Bussen nicht mit einer Antriebsschlupfregelung ausgestattet seien. Auch erfuhr ich, daß der Rhythmus der Fahrerfortbildungen und -trainings der NÖP von einst zweimal jährlich auf einmal jährlich und nun auf einmal in fünf Jahren reduziert wurde. Aber das nur mal so am Rande.
Unser Fahrer machte schon einen besonnenen Eindruck und fuhr langsam und vorsichtig. Dennoch gab es kurz nach der Weiterfahrt vom Busbahnhof Neustädter Ländchen das nicht ganz so prickelnde Gefühl wie es ist, mit einem Bus, dessen aktives ABS man deutlich vernehmen konnte und der nun wirklich nicht schnell fuhr, in eine Kreuzung zu rutschen. Es ist nicht so, daß ich mit meinem Leben in dem Moment abgeschlossen hätte, denn mein Platz befand sich direkt über einer Achse, so daß ich bei einem seitlichen Aufprall durch einen PKW doch etwas geschützter gewesen wäre und es zudem noch früh genug war, daß es hier noch fast keinen weiteren Verkehr gab, aber dennoch war das nicht ohne.
Weiter ging die Fahrt, bis wir von der Haltestelle Hinterheidenheimer Kirche abfuhren. Es geht direkt in eine scharfe Rechtskurve, hinter der sich die Straße deutlich verengt. Die Weiterfahrt führt die so beengte Straße steil bergab. Schon unter normalen Bedingungen fahren die Busse hier erst weiter, wenn kein Gegenverkehr sichtbar ist, denn der müsste im Falle einer Begegnung regelmäßig über den Bürgersteig ausweichen, was immer noch oft genug vorkommt. Mit knapper Schrittgeschwindigkeit ging es auf den schrägen Teil der Straße, dann vorsichtig weiter und weiter, bis schließlich wieder das ABS-Geräusch durch den Wagen tönte, der aber nicht langsamer wurde. Der Bus rutschte den Weg weiter runter, das Ende der Straße rückte bedenklich näher, denn es ging in der Ebene zwar rechts und links weiter, aber eben nicht geradeaus. Doch schließlich gelang es dem Fahrer, den schweren Wagen kurz vor der Bordsteinkante doch noch zum Stehen zu bringen.
Er rief die Verkehrsleitzentrale der NÖP und meldete die gerade befahrene Straße für die Busse als unpassierbar, doch außer einer müden Empfangsbestätigung geschah nichts weiter. Seinen Kollegen erzählte unser Fahrer, daß eine solche Meldung schon vorher von zwei weiteren Fahrern abgesetzt wurde, aber man seitens der Zentrale scheinbar nicht gewillt war, eine Umleitung anzuordnen.
Die letzte Herausforderung auf unserem Weg war die Einfahrt in den Busbahnhof in der Innenstadt. Auch hier geriet das Fahrzeug nochmal in leichtes Schlingern. In dem dichten Verkehr ein- und ausfahrender Busse und zahlreicher Fußgänger schien mir auch dies nicht ungefährlich zu sein.
Den Rest des Weges legte ich weitgehend unbeschadet zu Fuß zurück. Ich erreichte unsere LASA-Außenstelle natürlich mit Verspätung, doch war ich immer noch der erste Ankömmling. Nicht mal unser Hausmeister hatte es geschafft, der Schnee vor dem Haus und der Garagenzufahrt war nicht angetastet. Allerdings sah ich eine Mitarbeiterin unseres Notfall-Hausmeisterservices, welche dabei war, den an dieser Stelle kaum genutzten Bürgersteig vom Schnee zu befreien. Mit Logik hatte das nicht viel zu tun, denn dringlicher wäre mir erschienen, die Wege ins Haus verkehrssicher zu gestalten. Insbesondere unser Treppenaufgang mit metallenen Stufen ist bei Nässe extrem glatt, während der vorbeiführende Bürgersteig – wie bereits erwähnt – um diese Uhrzeit kaum von Passanten genutzt wird, weil sich hinter unserer Außenstelle nichts mehr befindet, was von Interesse sein könnte.
Aber ich habe es immerhin geschafft, das Büro zu erreichen, was man nicht von allen Kollegen behaupten konnte.
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