Dienstag, 12. März 2013

Ein neues Drama?

Unsere Seniorkatze Sally ist mit ihren über 15 Jahren schon richtig alt. Um es klar zu sagen: Sie ist dabei, den oberen Grenzbereich der durchschnittlichen Lebenserwartung einer Hauskatze zu überschreiten. Und sie zeigt deutliche Spuren des Alterns. Geistig ist sie scheinbar nicht mehr ganz auf der Höhe, sie ist quengelig, die Augen sind schon etwas trübe und zum Fressen müssen wir sie auch immer wieder überreden. Außerdem hat sie abgenommen. Allerdings ist sie auch noch relativ aufmerksam, nimmt in einem gewissen Rahmen am Familienleben teil, hat sich die Neugier bewahrt, ist anhänglich und kommt überall hin, wo sie hin will. Wenn es sein muß, dann auch in die Höhle der obersten Etage des Kratzbaums. Dennoch mache ich mir natürlich Sorgen, und das nicht zu knapp.




Heute rief mich die zweitbeste Ehefrau von allen im Büro an und fragte mich, ob ich mitgehen wolle, wenn sie heute mit Sally zum Tierarzt geht. Was überhaupt los war habe ich dann auf Nachfrage erfahren. Sally hatte Blut im Urin, den sie in der Wohnung in kleineren Mengen verteilte. Das hört sich für mich gar nicht gut an. Natürlich wollte ich mit zum Tierarzt, und ich muß gestehen, daß ich schon vor meinem geistigen Auge gesehen habe, daß wir Sally jetzt einschläfern lassen müssen, auch wenn meine Angetraute mich zu beruhigen versuchte und erklärte, daß das Symptome einer Blasenentzündung seien, die durchaus behandelbar wäre.

Nein, meine Nerven sind ziemlich runter. Dies umso mehr, seit dem wir hier das Drama mit der CNI-Erkrankung von Daisy hatten. Ich beäuge immer wieder misstrauisch, was ich so an Ballen aus dem Katzenklo hole. Sind die Dinger zu groß, werde ich genauso unruhig, als wenn da ein paar zu kleine bei sind.

Beim Tierarzt wurde die Vermutung einer Blasenentzündung bestätigt. Also gibt es jetzt erst mal 14 Tage lang leckere Pillen. Sally ist unter den Katzen ein Schaf; wir werden erfahrungsgemäß keine Probleme damit haben, ihr die Pillen zu verabreichen. Allerdings entdeckte unsere Tierärztin auch Hinweise auf andere Erkrankungen. Es war – allerdings erklärbarer – Zucker im Urin, Sallys Pupillen reagieren nicht mehr so richtig und es gibt auch den Verdacht auf eine Nierenerkrankung. Nun muß man sagen, daß das alles für Katzen in dem Alter nicht so ungewöhnlich ist, und die Todesursache Nr. 1 für Katzen ist nun mal das Nierenversagen. Insgesamt aber sei Sally für ihr hohes Alter sehr gepflegt und erstaunlich gut in Schuss. Und sie nahm im Zusammenhang mit Sally auch das Wort „Museumsstück“ in den Mund.

Wir lassen zunächst mal die Blasenentzündung behandeln. Wie es dann weitergeht, weiß ich noch nicht. Man könnte Sally auf diverse weitere Erkrankungen hin untersuchen lassen, um zu wissen, woran man sei, aber ob es wirklich was bringt, wenn ich weiß, was sie noch alles hat? Ist es behandelbar? Natürlich ist es sehr unglücklich die Frage zu stellen, ob es sich noch lohnt, eine schwere Erkrankung zu behandeln. Tierärzte sind nicht billig, und wenn man jeden Handgriff selber zahlen muß, kommt da auch schnell mal ein vierstelliger Betrag zusammen. Damit haben wir schon unsere Erfahrungen gemacht. Alles hat aber seine Grenzen, und es ist immer noch so, daß Sally ein Tier ist und kein Mensch. Da muß der Gedanke nach den Grenzen einfach erlaubt sein, auch wenn mir die Vorstellung ihres Todes wirklich sehr nahe geht.

Ich weiß es einfach nicht.



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