Die Jahre im Büro kommen und gehen, Damit einhergehend gibt es auch ein gewisses Maß an Fluktuation von Mitarbeitern im Büro, welche dann zu ersetzen sind. Seit Beginn dieses Blogs haben viele der damals namentlich aufgeführten Kollegen das Haus verlassen. Unsere Außenstelle wurde vor 20 Jahren eingerichtet, und ich bin von Anfang an dabei gewesen. Die beiden Fachbereiche, welche auf unserer Etage angesiedelt sind, haben eine Sollstärke von ungefähr 30 bis 40 Personen. Das schwankt immer wieder mal. Aus der Zeit, als ich mein Zelt dort aufgeschlagen habe, gibt es nur noch eine weitere Kollegin im aktiven Dienst. Alle anderen aus jenen Tagen sind schon lange weg. Die meisten haben gekündigt oder sind entlassen worden, einige wurden versetzt oder weggelobt, und tatsächlich haben wir drei Mal mehr Tote zu beklagen als Kollegen, welche die Altersrente erreicht haben.
Einer der neuen
Namen ist Frau Meier. Frau Meier ist ihres Zeichens ehemaliges
Nordlicht, Sachbearbeiterin und war vor vielen Jahren schon mal bei
uns. Ich durfte sie zu Ihrer Ausbildungszeit als Anwärterin
betutteln. Danach wurde sie in einer anderen Außenstelle eingesetzt,
verschwand einige Jahre in Elternzeit und ist nun zu uns
zurückgekehrt. Sie zeigte sich angemessen entsetzt, dass ich ihr
noch ein Foto präsentieren konnte, welches sie in ihrer damaligen
schwarzen Zeit zeigte: schwarze Kleidung, schwarze Haare, schwarze
Seele. Heute präsentiert sie sich in einem natürlichen
rot-blonden Farbton und ansonsten auch eher unauffällig.
Eine Freundin von ihr, welche stolze Mutter von drei Kindern ist, benennt diese als das A-Team, als da sind Anja, Andreas und Andrea. Frau Meier konnte dem Team-Gedanken nicht widerstehen.
„Dann sind meine wohl das Z-Team.“ erklärte sie mir mal.
„Das Z-Team?“
„Ja. Die Zicke und der Zerstörer.“
Elternglück. Mir genügt die Katzenbande.
Es war der Mittwoch vor dem ausgefallenen Karnevals-Faschings-Fastnachtstreiben, als Frau Meier sich für den Rest der Woche nach Hause verabschiedete.
„Ich würde ja viel lieber arbeiten kommen.“ meinte sie im Türrahmen stehend mit sichtbar gequältem Gesicht.
„Ich bin jetzt dran mit Homeschooling. Morgen ist in der Schule die Kinderkarnevals-Faschings-Fastenabends-Party über Zoom. Und heute muss ich mit dem Zerstörer dafür noch einen Tanz einüben. Es wird so schrecklich.“
In mir regte sich ein gewisses Maß an Mitgefühl.
„Wieviele Flaschen Sekt brauchen Sie, um das zu überstehen?“
„Oh, das geht eigentlich. Ich vertrage nicht viel; nach einer halben Flasche merke ich nichts mehr.“
Dann besteht ja noch Hoffnung.
obwohl Homescholling bestimmt kein reines Vergnügen ist,man es alles andere als kleinzerreden sollte - so ists doch
AntwortenLöschensehr vergnüglich und unterhaltsam zu lesen...
lächelnde Grüße in den Samstag...
angelface
Ich möchte es jedenfalls nicht machen müssen, sobald die Kinder auf der weiterführenden Schule angekommen sind.
Löschen