Letzter Urlaubstag. Und wieder einmal habe ich das
Wesentliche, welches ich mir für diesen Urlaub vorgenommen habe, nicht
geschafft. Noch nicht. Bis Montag ist ja noch etwas Zeit.
Wie sagte Rebecca unlängst zu mir, als wir etwas verspätet mit
unserem Fachbereich die jährliche, traditionelle Nachweihnachtsfeier bei einem
indischen Buffet begangen haben? „Welchen Raum räumst du dieses Mal aus? Das
machst du doch in jedem Urlaub.“ Ja, dieses Mal habe ich mir unsere Küche
vorgenommen und zu diesem Zweck, quasi als Hilfstabletts, im Vorfeld
Druckerpapierkartondeckel gesammelt. Damit lassen sich bestimmte Kleinteile
besser gesammelt verschieben oder wegstellen. Denn um die Kleinteile geht es.
In unserer Küche findet sich vor allen Dingen ein
unübersehbarer Wust aus Gewürzpackungen. Soviel Gewürze benötigt kein Mensch.
Wir aber schon. Und andere Dinge mehr. Da nützt es nichts, wenn diese Dinge
ordentlich im kellergebundenen Lebensmittelregal einsortiert sind. Bestimmtes
Material gehört in die Küche, sonst wird es vergessen. Nicht von mir, da ich
als verwaltender Pfleger des Kellerregals durchaus nur selten etwas von dem
vergesse, was da lagert. Aber die zweitbeste Ehefrau von allen merkt sich das nicht.
Kaum sind verschiedene Dinge aus den Einkaufstaschen verschwunden und
systematisch im Kellerregal eingepflegt worden, entwickelt sich bei der
zweitbesten Ehefrau von allen hierzu eine gedankliche Nulllinie.
Das ist schlecht.
Und oben in der Küche lagern die Gewürze in einem wilden
Chaos. Der Gewürzschrank reicht nicht mehr aus, um alle unterschiedlichen
Döschen, Gewürzmühlen und Tütchen aufzunehmen, während im offenen Küchenregal
Dinge lagern, welche seit Jahren nicht mehr berührt wurden und Platz wegnehmen.
Ein für mich unerträglicher Zustand.
Ich kann mich stundenlang und tatsächlich wachsender
Begeisterung damit beschäftigen, sowohl die Bücher- und Spieleregale als auch
die Kellerregale und den Inhalt der Wohnzimmermöbel neu zu strukturieren. Um
Ordnung in ein Chaos zu bringen, sind aber drei Grundvoraussetzungen
erforderlich:
- Ich muss mit den Dingen etwas anfangen können.
- Ich muss eine logische und ästhetisch
anspruchsvolle Grundvorstellung haben, wie es später aussehen soll.
- Ich muss allein sein, wenn ich das Werk
vollbringe.
Punkt 1 ist kein Problem. Ich könnte niemals den Kleiderschrank,
die Sportgeräte und die Tanzausrüstung der zweitbesten Ehefrau von allen
sortieren. Das ist nicht meine Welt. Außerdem kann ich Textilien nicht
ordentlich falten. Irgendwann würde ich gefragt werden, wo dies und das
gelandet ist und könnte nicht antworten, weil ich nicht mal ansatzweise eine
Idee habe, um was es geht und wie das gesuchte Ding überhaupt aussieht. Kaum
etwas kann mich mehr aufregen als die Aufgabe, in natürlich mangels
rechtzeitiger Beauftragung knapp bemessener Zeit Dinge zu suchen, die ich nicht
kenne. Schlechte Voraussetzung. Dies wäre in der Küche natürlich anders.
Punkt 2 ist ein größeres Problem. Wir haben einfach zu viele
Gewürze in zu unterschiedlichen Aufbewahrungsmitteln. Die Möglichkeit einer
Vereinheitlichung sehe ich aus verschiedenen Gründen als unrealistisch an und
würde letztendlich auch nicht weiterführen, weil der Gewürzschrank einfach
überfüllt ist. Und eine Auslagerung an eine andere Stelle wird zumindest nicht
platzsparend, sondern auf Grund der Gegebenheiten eher platzfressend sein. Platz
ist etwas, was es in unserer Küche kaum gibt. Hier muss ich experimentieren und
zwingend mit Zwischenlösungen arbeiten, welche vielleicht später in ein
sauberes und auch optisch ansprechendes Ergebnis umgewandelt werden können.
Punkt 3 ist auch so eine Sache. In diesem Urlaub hat sich
keine mehrtägige Abwesenheit der zweitbesten Ehefrau von allen ergeben. Die
paar Stunden am Abend, wenn sie ihre Kurse gibt, werden für meine Zwecke nicht
ausreichen. Außerdem bin ich ein Morgenmensch. Wenn ich nicht morgens mit etwas
begonnen habe, ist der Schwung vorbei. Und ich will hier keinen Radau
veranstalten, während die zweitbeste Ehefrau von allen noch schläft. So etwas
machen hier nur Lebensmüde und Paketboten.
Mal sehen, wie ich das noch hinbekomme.
Viel Glück.
AntwortenLöschenDanke. Mir ist heute noch eingefallen, daß ich vielleicht klären sollte, was außer den offensichtlichen Dingen noch alles aus der Küche raus kann. Es könnte spätere Komplikationen vermeiden.
LöschenGedankliche Nulllinie. Radau ... machen nur Lebensmüde und Paketboten.
AntwortenLöschenKöstlich.
Aber kein Platz haben und zu viel Dinge für zu wenig Platz - das ist schwierig zu lösen.
Da hilft nur Komprimieren und Ausdünnen. Kann ich.
Löschen